Unter dem alten Preismodell mit pauschalen „Premium-Requests“ war das nicht mehr tragbar, da eine einzelne, vermeintlich einfache Anfrage eine teure Kettenreaktion auslösen konnte. Der neue Ansatz macht die Kosten nun glasklar: Mit den sog. Copilot Credits (1 Credit entspricht ca. 0,01 USD) wird jede Interaktion auf Basis der tatsächlich verbrauchten Input-, Output- und Cache-Tokens abgerechnet. Jeder gesparte Token in der Hintergrund-Inferenz verbessert also direkt Microsofts Marge .
Das Interesse an einer Azure-gehosteten und feinabgestimmten DeepSeek V4-Variante hat im Kern drei strategische Gründe:
Das neue Abrechnungsmodell ist denkbar einfach und direkt:
Wenn also das günstigere DeepSeek-Modell im Modell-Auswahlmenü von Copilot Cowork auftaucht, werden die niedrigeren Token-Kosten für die gleiche Büroarbeit direkt in einen geringeren Credit-Verbrauch übersetzt.
Für CISOs und IT-Leiter bringt das Ganze jedoch auch neue Denksportaufgaben. Copilot Cowork respektiert zwar alle vorhandenen Microsoft 365-Sicherheitsrichtlinien und greift nur auf Daten zu, die der jeweilige Nutzer auch sehen darf, und ist mit Microsoft Purview für Audits integriert. Dass Cowork jedoch für eine Aufgabe gleichzeitig auf Daten in SharePoint, Outlook und Excel zugreifen kann, bedeutet auch, dass die firmeninternen Berechtigungskonzepte absolut wasserdicht sein müssen – ein neues Governance-Risiko .
Wettbewerblich betrachtet ist der Schwenk zu DeepSeek ein massives Signal. Ein Open-Source-Modell als erstklassige Option in der weltweit führenden Produktivitäts-Suite zu platzieren, setzt Konkurrenten wie Google Gemini und Slack AI erheblich unter Preisdruck. Das Rennen bei Enterprise-KI entscheidet sich demnach nicht mehr nur über schiere Modell-Power, sondern mindestens ebenso sehr über die Kosten pro Aufgabe.