Der Status des All-Glas-iPhones ist jedoch heftig umstritten. Bereits am 11. August 2026 berichtete Bloombergs Apple-Experte Mark Gurman, dass Apple weiterhin an einem Glas-zentrierten Redesign für das 20-jährige Jubiläum arbeite und widersprach damit direkt der Darstellung von Jefferies . Eingeweihte Kreise bestätigten Bloomberg, dass das Unternehmen auch im nächsten Jahr iPhone Pro-Modelle mit einem neuen Glas-Look auf den Markt bringen will . Es bleibt unklar, ob Lees Informationen das Ende des gesamten Jubiläums-Redesigns oder nur einer bestimmten Display-Komponente beschrieben .
Parallel zu den Unsicherheiten um das Glas-iPhone steigen die Preise für Speicherchips drastisch. Apple hatte bereits im Januar 2026 gewarnt, dass die massiv gestiegenen DRAM- und NAND-Preise die Profitabilität belasten. Der Grund: KI-Rechenzentren entziehen dem Konsumentenmarkt die Speicherkapazitäten . Die Vertragspreise für konventionelles DRAM stiegen bis Mitte 2026 um 93 bis 98 Prozent . Tim Cook bezeichnete diese Entwicklung als „100-Jahr-Flut“ und erhöhte daraufhin die Preise für Mac und iPad um bis zu 20 Prozent – mit der klaren Ansage, dass Preiserhöhungen auch beim iPhone unvermeidbar seien . Das eingestellte All-Glas-iPhone hätte als Rechtfertigung für diese höheren Preise dienen können; ohne dieses Flaggschiff wird es für Apple noch schwerer, die Speicherkosten an die Kunden weiterzugeben. Apples Finanzchef hatte bereits angedeutet, dass steigende Komponentenkosten die Bruttomargen in der zweiten Jahreshälfte 2026 belasten würden .
Als direkte Folge der Herabstufung reduzierte Jefferies die Gewinn-pro-Aktie-Schätzungen (EPS) für die Geschäftsjahre 2028 und 2029 um 2,1 % bzw. 3,4 % . Lee warnte zudem, dass höhere Inzahlungnahmeprämien die künftige Nachfrage schwächen könnten und Apples Fähigkeit, Premiumpreise durchzusetzen, erodiere . Unabhängig davon bereitet Apple ein faltbares iPhone vor, mit einem Produktionsziel von rund 10 Millionen Einheiten im vierten Quartal 2026 . Morgan Stanleys optimistisches Kursziel von 378 US-Dollar basiert unter anderem auf einer 89-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass ein faltbares iPhone noch vor 2027 ausgeliefert wird . Jefferies hingegen sieht das faltbare Modell als unzureichenden Ersatz für das Premium-Glas-Modell an und argumentiert, dass die Einführung neuer Formfaktoren zur Steigerung der Durchschnittserlöse schwieriger sei als erwartet . Das iPhone 18 Fold wird Berichten zufolge für das 256 GB-Modell bei rund 2.199 US-Dollar starten, während die 2 TB-Version bis zu 3.099 US-Dollar kosten könnte .
Der bekannte Apple-Bulle Gene Munster (Loup Ventures) verteidigte die Apple-Aktie öffentlich nach der Herabstufung und argumentierte, der Markt reagiere überzogen auf die Nachrichten zum Glas-iPhone . Munster verwies auf das Umsatzwachstum von 16 % im dritten Fiskalquartal 2026, das wachsende Dienstleistungsgeschäft und das bevorstehende faltbare iPhone. Er bleibt damit eine bemerkenswerte Gegenstimme zum wachsenden bearishen Konsens: Der durchschnittliche Analyst sieht das Kursziel bei rund 329 US-Dollar und stuft die Aktie mit „Moderate Buy“ ein, während Jefferies mit „Underperform“ eine Einzelmeinung darstellt .
Die Unsicherheit um die Nachfolge von Tim Cook belastet die Stimmung zusätzlich. Cook, der Apple seit 2011 führt, hat öffentlich einen bevorstehenden Wechsel angedeutet. Apples Hardware-Chef John Ternus gilt als aussichtsreichster interner Kandidat, da er maßgeblich den Übergang zu Apple Silicon und die iPhone-Entwicklung der letzten Jahre verantwortet hat. Ein konkreter Zeitplan für den Führungswechsel wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.
Fazit: Die Herabstufung von Jefferies ist das Ergebnis mehrerer Faktoren: die angebliche Einstellung eines hochpreisigen Flaggschiff-Modells (wenn auch von Bloomberg bestritten), die massiv gestiegenen Speicherkosten, die Apple nicht mehr absorbieren kann, schwächeres EPS-Wachstum und das Risiko eines Führungswechsels. Die Investmentbank erwartet, dass der Aktienkurs aufgrund dieser Belastungen auf rund 263 US-Dollar fallen wird. Gene Munster und Morgan Stanley hingegen setzen auf die Dynamik des faltbaren iPhones und die Widerstandsfähigkeit des Apple-Ökosystems mit seinen über 2,5 Milliarden aktiven Geräten .