Diese Dividende war zuvor von Vorstand und Aufsichtsrat empfohlen worden. Gegenüber der für das Geschäftsjahr 2024 gezahlten Dividende entspricht sie einem Plus von 0,15 Euro beziehungsweise 6,4 Prozent .
Wichtig ist die Trennung: Die Hauptversammlung liefert den formalen Aktionärsbeschluss. Die Nachrichten zu Dremio und Prior Labs stehen zwar zeitlich im selben Umfeld, wurden aber als eigenständige Übernahmevereinbarungen kommuniziert .
Dremio passt in SAPs KI-Strategie auf der Datenschicht. SAP teilte mit, eine Übernahme von Dremio vereinbart zu haben. Das Unternehmen beschreibt Dremio als offene, leistungsstarke Data-Lakehouse-Plattform, die agentische KI beschleunigen und die SAP Business Data Cloud dabei stärken soll, SAP- und Nicht-SAP-Daten für analytische und KI-Workloads in Echtzeit zusammenzuführen .
Das adressierte Problem ist in vielen Unternehmen naheliegend: Daten liegen verteilt in unterschiedlichen Anwendungen, Systemen und Formaten. SAP erklärt, Dremio solle die SAP Business Data Cloud und SAP HANA Cloud ergänzen und dabei helfen, Datenfragmentierung sowie Integrationsaufwand über SAP- und Nicht-SAP-Daten hinweg zu verringern .
Für Kunden lautet die Zielrichtung damit: KI- und Analyseanwendungen sollen nicht nur aus einzelnen SAP-Systemen gespeist werden, sondern auf eine breitere, besser verbundene Datenbasis zugreifen können. Genau diese Grundlage ist zentral, wenn KI-Agenten oder analytische Anwendungen verlässlich mit Unternehmensdaten arbeiten sollen.
Prior Labs sitzt an einer anderen Stelle der KI-Wertschöpfung: bei den Modellen. SAP und Prior Labs gaben eine verbindliche Vereinbarung bekannt, nach der SAP Prior Labs kaufen will. SAP bezeichnet Prior Labs als Pionier bei Tabular Foundation Models, kurz TFMs . Gemeint sind Modelle, die auf tabellarische beziehungsweise strukturierte Daten ausgerichtet sind – also genau auf jene Datenform, die in vielen Geschäftsprozessen eine zentrale Rolle spielt.
SAP erklärte außerdem, Prior Labs solle weiterhin als unabhängige Einheit arbeiten. Zugleich will SAP über vier Jahre mehr als 1 Milliarde Euro investieren, um Prior Labs zu einem führenden Frontier-AI-Lab für strukturierte Geschäftsdaten auszubauen .
Damit unterscheidet sich Prior Labs strategisch deutlich von Dremio. Dremio soll den Zugang zu Daten und deren Integration verbessern. Prior Labs soll SAP bei KI-Modellen stärken, die speziell mit strukturierten Unternehmensdaten umgehen.
Zusammen betrachtet zielen Dremio und Prior Labs auf zwei Engpässe von Enterprise-KI: Erstens müssen nutzbare Daten systemübergreifend verfügbar sein. Zweitens braucht es Modelle, die auf strukturierten Geschäftsdaten gut funktionieren. SAPinsider ordnete die geplanten Übernahmen entsprechend als koordinierten Enterprise-KI-Vorstoß ein, der fragmentierte Datenlandschaften und schwache Modellleistung bei strukturierten Geschäftsdaten adressiert .
SAPs eigene Mitteilungen zeigen in dieselbe Richtung. Dremio soll der SAP Business Data Cloud helfen, SAP- und Nicht-SAP-Daten für Analyse- und KI-Workloads zusammenzuführen . Prior Labs soll SAPs Arbeit an Tabular Foundation Models für strukturierte Daten stärken
. Vereinfacht gesagt: Dremio liefert das Datenfundament, Prior Labs die spezialisierte Modellschicht, die darauf aufbauen soll.
Für Aktionäre ist das unmittelbare Ergebnis der Hauptversammlung klar: SAP bestätigte alle Beschlüsse, darunter die Gewinnverwendung mit einer Dividende von 2,50 Euro je dividendenberechtigter Aktie . Für Kunden und Partner liegt das wichtigere Zukunftssignal in der KI-Ausrichtung: SAP will die Business Data Cloud über reine SAP-Daten hinaus stärken und diese Datenbasis mit Modellen für strukturierte Unternehmensinformationen verbinden
.
Der Vorbehalt bleibt der Zeitplan. Die Dremio- und Prior-Labs-Transaktionen waren zum Zeitpunkt der Ankündigung noch nicht abgeschlossen; Berichten zufolge sollten beide Deals vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen im zweiten oder dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden, finanzielle Details wurden nicht genannt . Bis die Übernahmen vollzogen und die Technologien tatsächlich integriert sind, ist ihre Bedeutung vor allem strategisch – noch nicht vollständig im Produktstack eingelöst.