Wladimir Putin ließ in seiner Grundsatzrede keinen Zweifel an der wirtschaftspolitischen Zeitenwende. Sein zentrales Argument: Die BRICS-Gruppe, ursprünglich ein Börsenkürzel für aufstrebende Schwellenländer, hat sich zum führenden Wirtschaftsblock entwickelt. Nach seinen Angaben entfallen auf die BRICS-Staaten bereits 40 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts, gemessen an der Kaufkraftparität. Die G7 bringe es dagegen nur noch auf weniger als 29 Prozent. Den Wendepunkt datierte Putin auf das Jahr 2020 .
„Die Wachstumsstruktur verschiebt sich unumkehrbar hin zu neuen Entwicklungszentren im Globalen Süden“, erklärte der russische Präsident und präsentierte sein Land als verlässlichen Partner für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit jenseits westlicher Dominanz . Damit unterstrich er das inoffizielle Motto des Treffens: den Aufbau eines sanktionsresistenten, multipolaren Wirtschaftssystems.
Einen überraschend großen Raum in Putins Rede nahm Indien ein – ein klares Signal an die Weltgemeinschaft, dass die Partnerschaft zwischen Moskau und Neu-Delhi trotz aller westlichen Annäherungsversuche an Indien intakt ist. Putin lobte das Land als „souveränen Akteur“, der seine Entscheidungen konsequent an nationalen Interessen ausrichte, und hob Indiens IT-Branche als globalen Spitzenreiter hervor .
Besonders brisant war Putins Reaktion auf die Frage nach möglichen US-Sanktionen gegenüber Indien. Jegliche Drohungen in diese Richtung würden unter der Führung von Premierminister Narendra Modi „sofort wie ein Bumerang zurückkommen“ . Diese martialische Wortwahl war wohlkalkuliert: Sie untermauerte die vertiefte Verteidigungspartnerschaft beider Länder – Putin verwies explizit auf die gemeinsame Arbeit am Kampfjet Su-57 und am BrahMos-Raketenprogramm – und stilisierte Indiens außenpolitischen Spielraum zugleich zum Bollwerk gegen westlichen Druck
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Während der Fokus oft auf Asien liegt, nutzte die tansanische Präsidentin Samia Suluhu Hassan das Podium für eine beeindruckende Investitions-Roadshow. Sie präsentierte Afrika nicht als Entwicklungsgeschichte, sondern als knallharte Renditechance. Ihr stärkstes Argument: die Demografie. Bis 2050 werde jeder vierte Mensch auf der Erde Afrikaner sein. Zusammen mit der neu geschaffenen Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (AfCFTA) mache dies den Kontinent zu einem unausweichlichen Motor des künftigen globalen Wachstums .
Konkret lud sie russische Unternehmen ein, in Tansanias Rohstoffsektor zu investieren. Das Land verfügt über bedeutende Vorkommen an Uran, Nickel, Graphit, Helium und Seltenen Erden – genau jene strategischen Mineralien, die für die globale Energiewende und die Technologieproduktion unverzichtbar sind . Zudem warb sie für die Sonderwirtschaftszone Bagamoyo (BSEZ) und große Hafenprojekte, die das Land zu einer Logistikdrehscheibe Ostafrikas machen sollen
. Dieser Auftritt spiegelte ein übergreifendes Motiv des Forums wider: Afrikanische Nationen sind zunehmend bereit, ihre internationalen Partnerschaften zu diversifizieren und sich nicht mehr nur auf traditionelle westliche Geldgeber zu verlassen.
Anton Kobjakow, Exekutivsekretär des Organisationskomitees, zog eine positive Bilanz. Die Teilnahme von Vertretern aus 142 Ländern werteten die Organisatoren als Beweis dafür, dass die westlichen Bemühungen, Russland ökonomisch zu isolieren, gescheitert sind . Das offizielle Motto „Pragmatischer Dialog: Der Weg in eine stabile Zukunft“ war Programm: Das SPIEF 2026 inszenierte sich erfolgreich als zentrale Handelsplattform für eine Welt, die sich anschickt, ihre Geschäfte jenseits der alten Machtzentren zu regeln
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