Trustly plant Berichten zufolge den Abbau von rund 200 bis 205 Arbeitsplätzen weltweit. Das entspricht ungefähr einem Viertel der Belegschaft. Der in Stockholm ansässige Anbieter von Bank-zu-Bank-Zahlungen will Abläufe vereinfachen, Entscheidungen beschleunigen und Mittel auf priorisierte Wachstumsbereiche konzentrieren.
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Brasilien laut Berichten besonders betroffen
Der Stellenabbau betrifft den Angaben zufolge die globale Organisation. Nach Informationen von Tech.eu dürften vor allem Trustlys Teams in Brasilien betroffen sein. Schwedische Medien nennen die Zahl von 205 Beschäftigten und berichten, das Management sehe zu viel organisatorische Komplexität, Doppelarbeit und unklare Verantwortlichkeiten.
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Wichtig ist: Trustly hat bislang keine öffentlich überprüfbare Aufteilung der aktuellen Kürzungen nach Ländern, Büros oder Tätigkeitsbereichen veröffentlicht. Brasilien ist damit der deutlichste Hinweis aus der Berichterstattung – aber keine vollständige, offiziell bestätigte Übersicht.
Warum Trustly umstrukturiert
Nach Darstellung des Unternehmens geht es vor allem um eine klarere, einfacher steuerbare Organisation. Investitionen sollen stärker dorthin fließen, wo Trustly skalierbares Wachstum erwartet. Das passt zu einer zuvor angekündigten Strategie, die Aktivitäten stärker auf Europa und Amerika auszurichten sowie das geografische und produktseitige Angebot auf Kernmärkte für Kontozu-Konto-Zahlungen zu fokussieren.
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Auch die Geschäftszahlen liefern Kontext: Für 2025 wurden Erlöse von 2,427 Milliarden schwedischen Kronen und ein Verlust von 534 Millionen Kronen berichtet, nach 401 Millionen Kronen Verlust im Vorjahr. Ein Finanzbericht weist für das Gesamtjahr 2,4277 Milliarden Kronen Umsatz, ein bereinigtes EBITDA von 353 Millionen Kronen und einen Verlust nach Steuern von 565 Millionen Kronen aus.
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Trustly hatte zudem erklärt, langwierige Verhandlungen mit zwei großen Händlern hätten Wachstum und Margen während eines Großteils des Jahres 2025 belastet.
10 Das Unternehmen stellt den Stellenabbau allerdings nicht ausdrücklich als reine Reaktion auf diese Verluste dar, sondern als strategische Vereinfachung und Neuausrichtung von Investitionen.
Was Trustly anbietet
Trustly betreibt Zahlungsdienste nach dem Prinzip „Pay by Bank“: Über Open Banking wird das Bankkonto eines Kunden direkt mit einem Händler verbunden. Damit ist eine Zahlung ohne klassische Kartenzahlung möglich; die Infrastruktur kann unter anderem für Bezahlvorgänge, Einzahlungen und Auszahlungen genutzt werden.
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Zu den von Trustly genannten Kunden in Europa gehören PayPal, eBay und Hargreaves Lansdown. In Nordamerika nennt das Unternehmen FanDuel, T-Mobile und Coinbase.
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Größe, Standorte und Eigentümer
Trustly gibt an, mehr als 9.000 Händler in 33 Märkten auf drei Kontinenten zu bedienen. Das Netzwerk umfasse mehr als 12.000 Banken und erreiche rund 650 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher; das jährliche Transaktionsvolumen beziffert das Unternehmen auf etwa 100 Milliarden US-Dollar.
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Vor den nun berichteten Kürzungen nannte Trustly mehr als 900 Beschäftigte. Nordic Capital führte für 2025 910 Mitarbeitende auf. Der Hauptsitz liegt in Stockholm; weitere Büros gibt es unter anderem in Örebro, Gżira, London, Helsinki, Barcelona, Lausanne, Luxemburg, Lissabon, Izmir, Ottawa, San Carlos und Vitória.
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Trustly wurde 2008 in Stockholm gegründet. Seit 2018 ist die Beteiligungsgesellschaft Nordic Capital der führende Investor und Mehrheitsaktionär. BlackRock Private Equity Partners sowie weitere institutionelle Investoren halten Minderheitsanteile.
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Johan Tjärnberg ist seit Januar 2022 CEO. Laut Investor-Relations-Seite ist Morten Hübbe Vorsitzender des Verwaltungsrats; Tjärnberg und der frühere CEO Oscar Berglund gehören dem Gremium ebenfalls an. Nordic Capital nennt Adam Miller als CFO.
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Amerika als Wachstumsfeld
Die Märkte in Nord- und Südamerika stehen sichtbar im Fokus. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Gesamtumsatz laut Trustly um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 634,2 Millionen schwedische Kronen. In Amerika legte der Umsatz währungsbereinigt um 24 Prozent auf 388,1 Millionen Kronen zu.
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Das bedeutet nicht, dass Trustly sich aus Europa zurückzieht. Die Strategie zielt vielmehr darauf, die regionalen und produktbezogenen Aktivitäten auf Kernmärkte zu konzentrieren und mit agileren Führungsstrukturen für Europa und Amerika zu arbeiten.
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Unterm Strich handelt es sich um einen erheblichen Einschnitt: Rund 200 bis 205 Stellen sollen wegfallen. Brasilien gilt in den bisherigen Berichten als am stärksten betroffener Standort, eine detaillierte Bestätigung durch Trustly steht aber aus. Der Konzern verbindet die Kürzungen mit dem Ziel, Komplexität abzubauen und seine Pay-by-Bank-Angebote in den aussichtsreichsten Märkten auszubauen – besonders in Amerika.
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