Diese Anweisung verstößt offen gegen die Bedingungen der Waffenruhe vom Oktober 2025. Das Abkommen erlaubte Israel nur eine vorübergehende Besetzung von 53 % des Gebiets . Anfang Juni lag die effektive Kontrolle Israels bereits bei schätzungsweise 64 % – weit über dem vereinbarten Limit . Der Schritt wird als „dreister Bruch“ des Abkommens gewertet, das zudem vorsah, dass sich die israelischen Truppen auf eine festgelegte „Gelbe Linie“ zurückziehen sollten .
Die Direktive traf just in dem Moment ein, als ägyptische Vermittler versuchten, die festgefahrene Waffenruhe zu retten. Eine Hamas-Delegation unter Führung von Khalil Al-Hayya, dem Chef der Gruppe in Gaza, traf am 5. Juni zu einer neuen, mehrtägigen Gesprächsrunde in Kairo ein . Zu der Delegation gehörten auch die hochrangigen Funktionäre Zaher Jabarin, Hossam Badran und Ghazi Hamad .
Die Gespräche sollten die Umsetzung der Waffenruhe voranbringen, insbesondere den Übergang zur entscheidenden zweiten Phase, die die Entwaffnung der Hamas und einen vollständigen israelischen Abzug vorsieht . Kairo hatte bereits innerhalb von weniger als zwei Monaten mindestens fünf solcher Runden ausgerichtet, was die Dringlichkeit der Lage unterstreicht .
Netanjahus Expansionskurs hat diese Bemühungen direkt untergraben. Die Hamas stellte ausdrücklich klar, dass die Treffen in Kairo als Reaktion auf Israels „Androhung, 70 Prozent des Gazastreifens zu kontrollieren, in Missachtung der Waffenruhe“ stattfanden . Die Ausweitungsanweisung, von Beobachtern als „vollständige Zerstörung des ursprünglichen Oktober-2025-Abkommens“ bezeichnet, erschwert es Ägypten massiv, zwischen den beiden Seiten zu vermitteln . Der Konflikt fordert weiterhin steigende Opferzahlen: Eine Einschätzung geht davon aus, dass seit Inkrafttreten der Waffenruhe mehr als 700 Palästinenser getötet wurden .
Die internationale Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, allen voran die Stimme Deutschlands. Am 29. und 30. Mai äußerte Berlin formale „Besorgnis“ über die Expansionspläne und warnte vor den direkten negativen Auswirkungen auf die humanitäre Lage .
„Wir sehen diese Ankündigungen und die Berichte darüber mit Sorge“, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Kathrin Deschauer. „Sollte dies geschehen, würde es unsere Bemühungen erschweren – insbesondere die Bereitstellung weiterer lebenswichtiger humanitärer Hilfe für die Bevölkerung“ . Deschauer bekräftigte zudem, dass Deutschland jede dauerhafte Teilung des palästinensischen Gebiets ablehnt . Diese Kritik reiht sich ein in eine zunehmend deutliche Haltung Berlins zum Konflikt; zuvor hatten bereits Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul die Militärstrategie als „völlig falsch“ und die Verweigerung von Hilfslieferungen als „inakzeptabel“ bezeichnet .
Die 70-Prozent-Direktive ist nicht nur ein Verstoß gegen ein diplomatisches Abkommen, sondern ein kalkulierter Schritt, der den Boden für einen ohnehin kritischen Friedensprozess entzogen hat. Während die Vermittler in Kairo versuchen, einen totalen Zusammenbruch der Waffenruhe zu verhindern, stehen sie nun vor der zusätzlichen Herausforderung, eine von Israel einseitig geschaffene neue territoriale Realität bewältigen zu müssen.
Diese Anweisung verstößt offen gegen die Bedingungen der Waffenruhe vom Oktober 2025. Das Abkommen erlaubte Israel nur eine vorübergehende Besetzung von 53 % des Gebiets . Anfang Juni lag die effektive Kontrolle Israels bereits bei schätzungsweise 64 % – weit über dem vereinbarten Limit . Der Schritt wird als „dreister Bruch“ des Abkommens gewertet, das zudem vorsah, dass sich die israelischen Truppen auf eine festgelegte „Gelbe Linie“ zurückziehen sollten .
Die Direktive traf just in dem Moment ein, als ägyptische Vermittler versuchten, die festgefahrene Waffenruhe zu retten. Eine Hamas-Delegation unter Führung von Khalil Al-Hayya, dem Chef der Gruppe in Gaza, traf am 5. Juni zu einer neuen, mehrtägigen Gesprächsrunde in Kairo ein . Zu der Delegation gehörten auch die hochrangigen Funktionäre Zaher Jabarin, Hossam Badran und Ghazi Hamad .
Die Gespräche sollten die Umsetzung der Waffenruhe voranbringen, insbesondere den Übergang zur entscheidenden zweiten Phase, die die Entwaffnung der Hamas und einen vollständigen israelischen Abzug vorsieht . Kairo hatte bereits innerhalb von weniger als zwei Monaten mindestens fünf solcher Runden ausgerichtet, was die Dringlichkeit der Lage unterstreicht .
Netanjahus Expansionskurs hat diese Bemühungen direkt untergraben. Die Hamas stellte ausdrücklich klar, dass die Treffen in Kairo als Reaktion auf Israels „Androhung, 70 Prozent des Gazastreifens zu kontrollieren, in Missachtung der Waffenruhe“ stattfanden . Die Ausweitungsanweisung, von Beobachtern als „vollständige Zerstörung des ursprünglichen Oktober-2025-Abkommens“ bezeichnet, erschwert es Ägypten massiv, zwischen den beiden Seiten zu vermitteln . Der Konflikt fordert weiterhin steigende Opferzahlen: Eine Einschätzung geht davon aus, dass seit Inkrafttreten der Waffenruhe mehr als 700 Palästinenser getötet wurden .
Die internationale Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, allen voran die Stimme Deutschlands. Am 29. und 30. Mai äußerte Berlin formale „Besorgnis“ über die Expansionspläne und warnte vor den direkten negativen Auswirkungen auf die humanitäre Lage .
„Wir sehen diese Ankündigungen und die Berichte darüber mit Sorge“, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Kathrin Deschauer. „Sollte dies geschehen, würde es unsere Bemühungen erschweren – insbesondere die Bereitstellung weiterer lebenswichtiger humanitärer Hilfe für die Bevölkerung“ . Deschauer bekräftigte zudem, dass Deutschland jede dauerhafte Teilung des palästinensischen Gebiets ablehnt . Diese Kritik reiht sich ein in eine zunehmend deutliche Haltung Berlins zum Konflikt; zuvor hatten bereits Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul die Militärstrategie als „völlig falsch“ und die Verweigerung von Hilfslieferungen als „inakzeptabel“ bezeichnet .
Die 70-Prozent-Direktive ist nicht nur ein Verstoß gegen ein diplomatisches Abkommen, sondern ein kalkulierter Schritt, der den Boden für einen ohnehin kritischen Friedensprozess entzogen hat. Während die Vermittler in Kairo versuchen, einen totalen Zusammenbruch der Waffenruhe zu verhindern, stehen sie nun vor der zusätzlichen Herausforderung, eine von Israel einseitig geschaffene neue territoriale Realität bewältigen zu müssen.