Vietnams Government Cipher Committee und der Telekommunikationskonzern Viettel haben VGC v1.0 am 3. November 2026 vorgestellt. Der Sicherheitschip ist das erste Produkt einer im Land entwickelten Halbleiterplattform für Sicherheitsanwendungen. Im Kern geht es darum, Vietnams Verschlüsselungsalgorithmus MKV direkt in die Chip-Hardware einzubauen. Das ist ein wichtiger Schritt beim Design eigener Sicherheitstechnik – aber kein Beleg dafür, dass Vietnam bereits alle Stufen der Halbleiterproduktion im eigenen Land beherrscht.
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Was ist VGC v1.0?
VGC v1.0 wurde gemeinsam vom Government Cipher Committee und Viettel entwickelt. Anders als bei einer reinen Softwarelösung findet die kryptografische Verarbeitung direkt in der Hardware statt. Der Algorithmus MKV wurde vom Government Cipher Committee entwickelt und als vietnamesischer nationaler Standard TCVN 14263:2024 veröffentlicht.
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Berichten zufolge ist das Gehäuse 10 × 10 Millimeter groß; der Chip enthält rund 300 Millionen Transistoren und wird im 28-Nanometer-CMOS-Verfahren gefertigt. Als Architektur wird der offene Befehlssatz RISC-V genannt.
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Was bedeutet die behauptete 15-fache Geschwindigkeit?
Laut veröffentlichten Berichten ver- und entschlüsselt VGC v1.0 Daten ungefähr 15-mal schneller als eine reine Softwarelösung bei denselben Aufgaben. Das ist ein berichtetes Testergebnis. Die hier vorliegenden Angaben nennen jedoch weder einen unabhängigen Benchmark noch ausreichend Einzelheiten zu den Testbedingungen, um beurteilen zu können, wie weit sich der Vergleich verallgemeinern lässt.
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Der technische Kern der Ankündigung ist die Umsetzung der Kryptografie in Hardware: Der Chip führt die Verschlüsselung also nicht lediglich als Software auf einem allgemeinen Prozessor aus.
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Wer hat den Chip entwickelt – und was wurde geprüft?
Die M2-Einheit des Government Cipher Committee legte die Sicherheitsanforderungen fest, entwickelte die kryptografischen Algorithmen und bestimmte die Bewertungskriterien. Viettels Halbleiterzentrum übernahm Chipdesign und Entwicklung.
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Die erste Chipcharge soll im ersten Quartal 2026 technische Prüfungen bestanden und eine Zertifizierung für sozioökonomische Anwendungen erhalten haben. Berichte nennen sichere USB-Speicher als einen ersten Einsatzbereich, unter anderem für Einrichtungen von Partei, Staat und Verteidigung. Das beschreibt einen bestimmten Zertifizierungsumfang und eine erste Anwendung – keine pauschale Freigabe für jedes sensible System.
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Designfortschritt ist nicht gleich vollständige Chipfertigung
VGC v1.0 erweitert Vietnams Kontrolle über das Design von Sicherheitshardware und die darin eingesetzte Kryptografie. Das Chipdesign ist jedoch nur ein Teil der Halbleiterproduktion. FPT nahm am 3. November 2026 in der Provinz Bac Ninh den Probebetrieb einer Anlage für Chiptests und -verpackung auf. Damit kommen Aktivitäten in diesen Bereichen der Lieferkette hinzu.
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Die Fertigung von Wafern ist eine andere Fähigkeit. Reuters berichtete im Oktober, Vietnam werde sein Ziel, 2027 den Probebetrieb des ersten Halbleiterwerks aufzunehmen, voraussichtlich verfehlen. Eine Vereinbarung über den Kauf von Anlagen des Chipmaschinenherstellers ASML sei noch nicht zustande gekommen.
1 Die Vorstellung von VGC und der Probebetrieb der FPT-Anlage zeigen somit Fortschritte bei Chipdesign sowie Test und Verpackung. Eine vollständig eigenständige heimische Fertigungskette belegen sie nicht.
Die belastbare Aussage ist enger gefasst: VGC v1.0 bringt einen in Vietnam entwickelten Verschlüsselungsalgorithmus in einen dort designten Sicherheitschip. Die erste Charge wurde nach vorliegenden Berichten geprüft; als frühe Anwendung wird sicheres USB-Speichern genannt. Den berichteten Geschwindigkeitsvorteil sollte man angesichts der begrenzten veröffentlichten Testdetails vorsichtig einordnen. Und die Frage, ob Vietnam Wafer im eigenen Land fertigen kann, beantwortet der Chip nicht.
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