Tesla und SpaceX sind bei der Fusionsprüfung einen Schritt weiter: Beide Unternehmen haben unabhängige Ausschüsse eingesetzt, die einen möglichen Zusammenschluss erörtern sollen. Eine Einigung über Bedingungen gibt es aber nicht – und Elon Musk hat ausdrücklich gesagt, dass eine Fusion nicht sicher ist. Die optimistischen Prognosen an der Wall Street sind daher Erwartungen, keine Bestätigung eines Deals.
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Was bisher passiert ist – und was nicht
Musk machte die Ausschüsse am 20. Oktober öffentlich. Sie seien auf Wunsch von Aktionären eingerichtet worden. Er bezeichnete sich als befangen und sagte, er könne an den Beratungen nicht teilnehmen. Zugleich unterstützte er grundsätzlich die Idee, betonte aber, dass die Entscheidung bei den Ausschüssen und den Aktionären liege.
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Dass nun unabhängige Gremien die Möglichkeit prüfen, verleiht den Fusionsgesprächen mehr Substanz als bloßer Marktspekulation. Reuters berichtete, viele an der Wall Street hielten einen Zusammenschluss inzwischen für wahrscheinlicher. Musk selbst sagte jedoch, er sei keineswegs gewiss.
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Bislang sind weder ein Kaufpreis noch ein Umtauschverhältnis oder ein verbindlicher Fusionsvertrag bekannt. Die Einsetzung der Ausschüsse bedeutet außerdem nicht, dass Aktionäre oder Behörden einem Deal bereits zugestimmt hätten.
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Was die Aufschlags-Prognosen in Zahlen bedeuten
Die veröffentlichten Einschätzungen dazu, welchen Aufschlag Tesla-Aktionäre erhalten könnten, reichen von wenig oder gar keinem bis zu 35 Prozent.
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12 Rechnet man mit einer Tesla-Bewertung von rund 1,5 Billionen US-Dollar und hält diese als Vergleichsbasis konstant, ergibt sich folgende Illustration:
| Rechnerischer Aufschlag |
Zusätzlicher Wert gegenüber 1,5 Bio. US-Dollar |
Daraus abgeleiteter Wert für Tesla |
| 0 % |
0 US-Dollar |
1,500 Bio. US-Dollar |
| 15 % |
225 Mrd. US-Dollar |
1,725 Bio. US-Dollar |
| 20 % |
300 Mrd. US-Dollar |
1,800 Bio. US-Dollar |
| 30 % |
450 Mrd. US-Dollar |
1,950 Bio. US-Dollar |
| 35 % |
525 Mrd. US-Dollar |
2,025 Bio. US-Dollar |
Das sind Rechenbeispiele, keine ausgehandelten Konditionen und keine Rechnung, die zwingend in bar beglichen würde. Bei einer reinen Aktientransaktion würde ein Aufschlag vor allem darin bestehen, dass Tesla-Aktionäre einen größeren Anteil am fusionierten Unternehmen erhalten. Daraus entsteht nicht automatisch ein gleich hoher zusätzlicher Unternehmenswert. Auch die häufig genannte Bewertung von rund 3,5 Billionen US-Dollar für das kombinierte Unternehmen ist eine Schätzung, keine vereinbarte Transaktionsbewertung.
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Ein von RBC Capital Markets beschriebenes Szenario setzt einen hypothetischen Kaufpreis von 480 US-Dollar je Tesla-Aktie an – laut Bericht rund 30 Prozent über dem damaligen Referenzwert. Vorgesehen wäre dabei ein Aktientausch. Es handelt sich um ein Analystenszenario, nicht um ein von Tesla oder SpaceX vorgelegtes Angebot.
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Warum der Preis umstritten ist
Die Frage lautet nicht nur, ob ein Aufschlag hoch klingt. Tesla-Aktionäre würden ihren Anteil an Tesla gegen Anteile am gemeinsamen Unternehmen tauschen; SpaceX-Aktionäre müssten abwägen, wie viel von ihrem Unternehmen sie dafür abgeben. Ein Preis müsste für beide Aktionärsgruppen akzeptabel sein. Die Prognosen von Analysten sagen nicht voraus, worauf sich die Beteiligten tatsächlich einigen.
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Analysten haben auch eine Übernahme von Tesla durch SpaceX gegen Aktien als mögliche Struktur ins Spiel gebracht. Vereinbart ist sie nicht. Eine Barclays-Analyse nannte beispielhaft ein Umtauschverhältnis von 0,7 SpaceX-Aktien je Tesla-Aktie. Welchem Wert das entspräche, hinge von den späteren Aktienwerten und den konkreten Bedingungen ab.
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Zustimmung und nächste wichtige Signale
Musk zufolge müsste bei Tesla eine Mehrheit von 50 Prozent aller Aktien zustimmen – nicht bloß eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Er bezeichnete diese Schwelle als hohe Hürde.
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8 Damit ist die Unterstützung der Aktionäre neben der Bewertung und der möglichen Struktur eine zentrale offene Frage. Auch eine Prüfung durch die zuständigen Behörden wäre erforderlich.
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Zusätzliche Unsicherheit bringt Musks öffentliche Unterstützung für den Zusammenschluss: Reuters berichtete unter Berufung auf eine mit den Gesprächen vertraute Person, seine Äußerungen könnten mehr Aufmerksamkeit von Aktionären auslösen und die Gespräche um mehrere Wochen verzögern.
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Aufschlussreich wären nun vor allem veröffentlichte Bedingungen, ein verbindlicher Vertrag, behördliche Unterlagen und konkrete Abstimmungsunterlagen für die Aktionäre. Bis dahin gilt: Tesla und SpaceX prüfen eine mögliche Fusion. Ein vereinbarter oder sicherer Zusammenschluss ist es noch nicht.