Doch das Investment ist mehr als nur ein Rettungsanker für das Retourendesaster eines einzelnen Unternehmens. Es signalisiert einen grundlegenden Wandel: Große Händler kaufen nicht länger einfach standardisierte Roboter, sondern investieren zunehmend in die KI-Plattformebene, die die Lagerautomatisierung von morgen prägen könnte . Sereact, 2021 von Ralf Gulde und Marc Tuscher als Spin-off der Universität Stuttgart gegründet, hat damit insgesamt über 145 Millionen Dollar eingesammelt .
Das Herzstück von Sereact ist Cortex – ein hardwareunabhängiges KI-Betriebssystem, das auf einem Vision-Language-Action-Modell (VLA) basiert . Statt selbst Roboter zu bauen, verkauft Sereact eine Software, die in vorhandene Maschinen integriert werden kann – von einfachen Einarm-Zellen über humanoide Roboter bis hin zu fest installierten Automationsinseln . Cortex interpretiert visuelle Daten, versteht natürlichsprachliche Befehle und führt Manipulationsaufgaben völlig autonom aus. Bediener können den Roboter so per Sprachbefehl auf eine neue Aufgabe umleiten, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen .
Sereacts zweiamige Roboterstation wurde speziell für den Retouren-Workflow entwickelt – jenen kostspieligen manuellen Engpass, der die Branche seit Jahren plagt. Das System öffnet eigenständig Pakete, entnimmt die Ware, prüft und bewertet ihren Zustand, faltet Kleidungsstücke und sortiert sie zurück ins Lager – alles ohne menschliches Eingreifen . Angetrieben von Cortex nutzt die Station zudem „Sereact Lens“, eine 3D-Wahrnehmungsschicht für die visuelle Inspektion und Qualitätsbewertung . Laut Sereact liefert die Station über alle Schichten hinweg einen konstanten Durchsatz – und das ohne manuelle Sortierung .
Der Effekt ist messbar: Dank eines Preismodells pro bearbeitetem Artikel lassen sich die Retourenkosten im Vergleich zur manuellen Bearbeitung um schätzungsweise 30 Prozent senken . Für ein Unternehmen wie Zalando, bei dem Retouren einen riesigen Kostenblock darstellen, bedeutet das eine radikale Effizienzsteigerung.
Sereacts Systeme haben in Europa bereits über eine Milliarde reale Kommissionierungen in mehr als 200 installierten Anlagen durchgeführt . Bemerkenswert: Nur etwa jeder 53.000ste Griff erfordert einen manuellen Eingriff aus der Ferne. Die Erfolgsquote liegt bei über 99 Prozent bei einem typischen Durchsatz von 300 bis 450 Einheiten pro Stunde und Zelle . (Anmerkung: Sereacts eigene Website nennt aktuell „500M+ Real production picks“, während die Series-B-Ankündigung von „1B+“ spricht; dies könnte auf einen rollierenden Zähler oder unterschiedliche Zählmethoden zurückzuführen sein .)
Diese Echtdaten sind der Treibstoff des Systems: Jeder einzelne Pick trainiert und verbessert das Modell und erschafft einen mächtigen Daten-Flywheel, den reine Laborlösungen nicht replizieren können . Zu den Kunden zählen unter anderem Active Ants, die Österreichische Post, BMW, bol., Daimler Truck, DeltiLog, Mercedes-Benz, Monta, MS Direct, PepsiCo und die Rohlik Group .
Cortex 2.0, veröffentlicht im Februar 2026, ist die nächste Generation des Modells. Es führt auf Basis des bestehenden VLA-Stacks eine Weltmodell-basierte Planung ein . Während frühere Versionen nach dem Prinzip „Sehen und Handeln“ arbeiteten, bewertet Cortex 2.0 mehrere mögliche Zukünfte, bevor es eine Bewegung ausführt. Jede Option wird nach Fortschritt, Stabilität, Risiko und Effizienz bewertet . Dieser vorausschauende, entscheidungsorientierte Ansatz soll kostspielige Fehler, Wiederholungen und Notfall-Eingriffe in Hochdurchsatz-Umgebungen drastisch reduzieren .
Die Series-B-Mittel – inklusive Zalandos Beitrag – sind explizit für die Skalierung von Cortex 2.0 und die internationale Expansion vorgesehen, unter anderem für ein erstes US-Büro in Boston .
Sereact baut ein universelles, sich selbst verbesserndes Roboter-Gehirn für physische Aufgaben. Zalandos Investition ist der Beleg dafür, dass die Technologie das Laborstadium hinter sich gelassen hat und in der Produktion mit einer Ausfallrate von etwa 1 zu 53.000 Picks zuverlässig funktioniert. Die zweiamige Retourenstation greift das milliardenschwere Retourenproblem der Modebranche direkt an, während Cortex 2.0 mit seiner Weltmodell-Architektur die Lagerrobotik von reaktiver Automation zu echter, skalierbarer Entscheidungsautonomie führen soll.
Das strategische Signal ist klar: Die nächste Stufe der E-Commerce-Effizienz wird nicht von immer schnelleren Greifern kommen, sondern von KI-Gehirnen, die planen, aus jeder Interaktion lernen und mit jeder Roboter-Hardware arbeiten können.
Doch das Investment ist mehr als nur ein Rettungsanker für das Retourendesaster eines einzelnen Unternehmens. Es signalisiert einen grundlegenden Wandel: Große Händler kaufen nicht länger einfach standardisierte Roboter, sondern investieren zunehmend in die KI-Plattformebene, die die Lagerautomatisierung von morgen prägen könnte . Sereact, 2021 von Ralf Gulde und Marc Tuscher als Spin-off der Universität Stuttgart gegründet, hat damit insgesamt über 145 Millionen Dollar eingesammelt .
Das Herzstück von Sereact ist Cortex – ein hardwareunabhängiges KI-Betriebssystem, das auf einem Vision-Language-Action-Modell (VLA) basiert . Statt selbst Roboter zu bauen, verkauft Sereact eine Software, die in vorhandene Maschinen integriert werden kann – von einfachen Einarm-Zellen über humanoide Roboter bis hin zu fest installierten Automationsinseln . Cortex interpretiert visuelle Daten, versteht natürlichsprachliche Befehle und führt Manipulationsaufgaben völlig autonom aus. Bediener können den Roboter so per Sprachbefehl auf eine neue Aufgabe umleiten, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen .
Sereacts zweiamige Roboterstation wurde speziell für den Retouren-Workflow entwickelt – jenen kostspieligen manuellen Engpass, der die Branche seit Jahren plagt. Das System öffnet eigenständig Pakete, entnimmt die Ware, prüft und bewertet ihren Zustand, faltet Kleidungsstücke und sortiert sie zurück ins Lager – alles ohne menschliches Eingreifen . Angetrieben von Cortex nutzt die Station zudem „Sereact Lens“, eine 3D-Wahrnehmungsschicht für die visuelle Inspektion und Qualitätsbewertung . Laut Sereact liefert die Station über alle Schichten hinweg einen konstanten Durchsatz – und das ohne manuelle Sortierung .
Der Effekt ist messbar: Dank eines Preismodells pro bearbeitetem Artikel lassen sich die Retourenkosten im Vergleich zur manuellen Bearbeitung um schätzungsweise 30 Prozent senken . Für ein Unternehmen wie Zalando, bei dem Retouren einen riesigen Kostenblock darstellen, bedeutet das eine radikale Effizienzsteigerung.
Sereacts Systeme haben in Europa bereits über eine Milliarde reale Kommissionierungen in mehr als 200 installierten Anlagen durchgeführt . Bemerkenswert: Nur etwa jeder 53.000ste Griff erfordert einen manuellen Eingriff aus der Ferne. Die Erfolgsquote liegt bei über 99 Prozent bei einem typischen Durchsatz von 300 bis 450 Einheiten pro Stunde und Zelle . (Anmerkung: Sereacts eigene Website nennt aktuell „500M+ Real production picks“, während die Series-B-Ankündigung von „1B+“ spricht; dies könnte auf einen rollierenden Zähler oder unterschiedliche Zählmethoden zurückzuführen sein .)
Diese Echtdaten sind der Treibstoff des Systems: Jeder einzelne Pick trainiert und verbessert das Modell und erschafft einen mächtigen Daten-Flywheel, den reine Laborlösungen nicht replizieren können . Zu den Kunden zählen unter anderem Active Ants, die Österreichische Post, BMW, bol., Daimler Truck, DeltiLog, Mercedes-Benz, Monta, MS Direct, PepsiCo und die Rohlik Group .
Cortex 2.0, veröffentlicht im Februar 2026, ist die nächste Generation des Modells. Es führt auf Basis des bestehenden VLA-Stacks eine Weltmodell-basierte Planung ein . Während frühere Versionen nach dem Prinzip „Sehen und Handeln“ arbeiteten, bewertet Cortex 2.0 mehrere mögliche Zukünfte, bevor es eine Bewegung ausführt. Jede Option wird nach Fortschritt, Stabilität, Risiko und Effizienz bewertet . Dieser vorausschauende, entscheidungsorientierte Ansatz soll kostspielige Fehler, Wiederholungen und Notfall-Eingriffe in Hochdurchsatz-Umgebungen drastisch reduzieren .
Die Series-B-Mittel – inklusive Zalandos Beitrag – sind explizit für die Skalierung von Cortex 2.0 und die internationale Expansion vorgesehen, unter anderem für ein erstes US-Büro in Boston .
Sereact baut ein universelles, sich selbst verbesserndes Roboter-Gehirn für physische Aufgaben. Zalandos Investition ist der Beleg dafür, dass die Technologie das Laborstadium hinter sich gelassen hat und in der Produktion mit einer Ausfallrate von etwa 1 zu 53.000 Picks zuverlässig funktioniert. Die zweiamige Retourenstation greift das milliardenschwere Retourenproblem der Modebranche direkt an, während Cortex 2.0 mit seiner Weltmodell-Architektur die Lagerrobotik von reaktiver Automation zu echter, skalierbarer Entscheidungsautonomie führen soll.
Das strategische Signal ist klar: Die nächste Stufe der E-Commerce-Effizienz wird nicht von immer schnelleren Greifern kommen, sondern von KI-Gehirnen, die planen, aus jeder Interaktion lernen und mit jeder Roboter-Hardware arbeiten können.