Branchenkreisen zufolge begann der Kontakt zwischen Nvidia und Jiaxian Communications bereits im Jahr 2025. Seit mehr als einem halben Jahr arbeiten die Unternehmen nun intensiv an der gemeinsamen Entwicklung . Ein spezielles gemeinsames Arbeitsteam – mit rund zehn oder mehr Nvidia-Mitarbeitern aus Singapur, Hongkong und dem chinesischen Festland – wurde gebildet .
Die technische Basis bildet Nvidias CUDA-Ökosystem und quelloffene CUDA-Systeme . Der Grundgedanke der sogenannten AI-RAN-Technologie ist einfach, aber tiefgreifend: Basisstationen werden nicht nur zu Datendurchlauferhitzern, sondern zu vollwertigen KI-Rechenzentren am Netzrand, die eigenständig KI-Modelle trainieren und Inferenzen durchführen können .
Der Zeitplan ist nach Einschätzung von Branchenkennern „recht dringend“. Nvidia will die Basisstationen so schnell wie möglich in die Testnetze der globalen Netzbetreiber bringen. Ein erster Prototyp der KI-Basisstation soll noch Ende 2026 fertig sein, gefolgt von einer Markteinführung ein bis zwei Jahre später nach erfolgreicher Verifikation . Das offizielle Ziel: Ab 2027 oder 2028 in Pilotnetzen laufen .
Medienberichten zufolge loten die Partner die Gründung einer gemeinsamen kommerziellen Einheit für den Auslandsmarkt aus . Eine formelle Gründung steht jedoch noch aus. In diesem Zusammenhang sorgte eine Klarstellung von Tongyu Communications für Aufsehen. Tongyu hatte zuvor eine Beteiligung an Jiaxian vorgeschlagen und erklärte am 6. August 2026, dass Jiaxian auf Unternehmensebene keine F&E-Vereinbarung mit Nvidia habe und es keinerlei Investitionen von Nvidia gebe . Zudem bestätigte der Shenzhener Hersteller selbst, dass Nvidia nicht plane, komplette Basisstationen zu fertigen oder zu verkaufen. Stattdessen liefere der US-Konzern die GPU-Chips und das Technologie-Ökosystem, während Jiaxian die Hardware basierend auf CUDA entwickle und vertreibe .
Ein zentraler Punkt: Die Basisstationen sind explizit für die Anforderungen ausländischer Märkte konzipiert – eine Stationierung im chinesischen Heimatmarkt ist nicht vorgesehen . Nvidia sieht darin einen Hebel, um globalen Telekommunikationsanbietern den Umstieg von 5G auf KI-gestützte 6G-Infrastruktur zu ermöglichen.
Die Zusammenarbeit mit Jiaxian ist nur ein Puzzlestück in einer weitaus größeren Strategie. Parallel dazu baut Nvidia eine Allianz der Giganten auf:
Nvidias übergeordnetes Ziel ist es, das CUDA-Ökosystem und die GPU-beschleunigte AI-RAN-Plattform (AI Aerial) zur grundlegenden Rechenlage aller 6G-Netze zu machen . Der chinesische Hardware-Pfad – verkörpert durch Jiaxian – liefert das kostengünstige Engineering und die Fertigungskapazitäten für die Basisstationen, die dann weltweit an Netzbetreiber verkauft werden. Der Koalitions-Pfad mit Nokia, Ericsson, T-Mobile und anderen sichert die direkte Integration in die bestehende Netzinfrastruktur und die Live-Testnetze.