Für das noch junge Robotikunternehmen ist die Kooperation mit einem globalen Industriekonzern ein entscheidender Hebel, um Produktion und Vertrieb in Europa schnell zu skalieren.
Vor dem Produktionsabkommen führte Humanoid mehrere Proof‑of‑Concept‑Tests in industriellen Logistikumgebungen durch. Dabei zeigte der Roboter, dass er reale Intralogistik‑Workflows autonom ausführen kann – also typische Aufgaben innerhalb von Fabriken oder Lagerhallen.
Zu den getesteten Fähigkeiten gehören unter anderem:
In einem Beispielworkflow navigierte der Roboter selbstständig zu einer Palette, nahm eine Transportbox auf und brachte sie zu einem bereitstehenden Wagen – anschließend wiederholte er den Vorgang als Teil eines kontinuierlichen Logistikprozesses.
Die Koordination solcher Aufgaben übernimmt KinetIQ, das hauseigene KI‑Framework von Humanoid. Die Plattform orchestriert ganze Roboterflotten, steuert Wahrnehmung, Bewegung und Manipulation und kann unterschiedliche Robotertypen – etwa mobile Manipulatoren auf Rädern oder zweibeinige Humanoide – innerhalb eines Systems koordinieren.
Neben Bosch spielt auch Schaeffler eine zentrale Rolle im entstehenden Ökosystem rund um die HMND‑01‑Roboter.
Das deutsche Motion‑Technology‑Unternehmen hat eine Vereinbarung mit Humanoid geschlossen, die mehrere Elemente umfasst:
Zusätzlich wird Schaeffler bevorzugter Lieferant für Aktuatoren, also zentrale Antriebskomponenten der Roboter. Damit ist das Unternehmen gleichzeitig einer der ersten Großkunden und ein wichtiger Teil der Hardware‑Lieferkette.
Viele Robotik‑Startups scheitern nicht an der Technologie, sondern an zwei praktischen Hürden: Produktion und reale Einsatzfelder. Die aktuellen Partnerschaften von Humanoid adressieren beide Punkte gleichzeitig.
Diese Kombination schafft eine direkte Pipeline von Entwicklung über Produktion bis zum Einsatz im Werk.
Humanoide Roboter gelten seit Jahren als mögliche nächste Stufe der Automatisierung, doch ihre breite Einführung wurde bislang durch Kosten, Zuverlässigkeit und Produktionskapazitäten gebremst.
Die Strategie von Humanoid folgt einem klaren Branchentrend: Zuerst Logistik‑ und Fertigungsaufgaben automatisieren, bei denen repetitive körperliche Arbeit und Fachkräftemangel besonders stark ins Gewicht fallen.
Wenn die aktuellen Pläne umgesetzt werden, könnten die ersten HMND‑01‑Roboter bereits ab Ende 2026 in deutschen Fabriken im regulären Betrieb arbeiten – mit weiterer Expansion in den folgenden Jahren.
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