Die zentrale Software‑ und Elektronikarchitektur von Stellantis heißt STLA Brain. Sie bildet gewissermaßen das Betriebssystem und die Steuerzentrale moderner Stellantis‑Fahrzeuge.
Qualcomms Technologien sollen darin folgende Rollen übernehmen:
In dieser Struktur liefert Qualcomm die Rechenplattform und ADAS‑Technologie, während Stellantis darauf eigene Softwaredienste und markenspezifische Benutzererlebnisse aufsetzt.
Das Ziel ist, einheitliche Fahrerassistenzfunktionen über mehrere Marken und Fahrzeugsegmente hinweg bereitzustellen, ohne dass jede Marke eine komplett eigene technische Basis entwickeln muss.
Allerdings haben die Unternehmen bislang keine Details zu Sensorik, Redundanzarchitektur oder den ersten Fahrzeugmodellen veröffentlicht, die diese Level‑2+‑Funktionen erhalten sollen.
Die aktuelle Erweiterung baut auf einer mehrjährigen Vereinbarung aus dem Jahr 2022 auf. Damals wurde beschlossen, Qualcomms Snapdragon‑Automotive‑Plattformen als Hochleistungsrechner für STLA Brain und STLA SmartCockpit einzusetzen.
Der ursprüngliche Plan sah vor:
Die Vereinbarung zielte darauf ab, Millionen Fahrzeuge mit vernetzten, per Software aktualisierbaren Funktionen auszustatten.
Die Ankündigung von 2026 erweitert diese Strategie, indem Qualcomm stärker in mehrere Fahrzeugdomänen integriert wird.
Ein weiterer Baustein im Technologie‑Ökosystem ist aiMotive, ein Unternehmen für KI‑basierte autonome Fahrsysteme, das Stellantis 2022 übernommen hat.
Die Technologie von aiMotive umfasst unter anderem:
Diese Fähigkeiten sollen die Entwicklung der Plattform STLA AutoDrive beschleunigen, Stellantis’ eigenes System für automatisiertes Fahren.
In der Branche gibt es Spekulationen über eine mögliche stärkere Integration der aiMotive‑Technologie mit Qualcomms ADAS‑Plattformen. Öffentlich verfügbare Informationen bestätigen jedoch keine Übertragung von aiMotive an Qualcomm und keine konkrete Rolle im Rahmen der 2026‑Partnerschaft. Nach aktuellem Stand bleibt das Unternehmen Teil der autonomen Fahrstrategie von Stellantis.
Die vertiefte Kooperation passt in die langfristige Unternehmensstrategie „faSTLAne 2030“, die Stellantis auf seinem Investor Day 2026 vorgestellt hat. Das Programm sieht Investitionen von 60 Milliarden Euro vor, um Wachstum, Profitabilität und technologische Transformation zu beschleunigen.
Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie sind strategische Technologiepartnerschaften. Durch Kooperationen mit Unternehmen wie Qualcomm will Stellantis:
Weitere Partnerschaften – etwa mit Applied Intuition für Simulation und Softwareentwicklung rund um STLA Brain – zeigen, dass Stellantis ein breites Technologie‑Ökosystem aufbaut.
Trotz klarer strategischer Ziele bleiben einige technische Details unklar. Dazu gehören:
Fest steht jedoch: Stellantis bewegt sich konsequent in Richtung zentralisierter Fahrzeugsoftware und Hochleistungsrechner, wobei Qualcomms Snapdragon‑Technologien eine zentrale Rolle in der nächsten Generation seiner Fahrzeuge spielen sollen.
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