BlackRocks Bericht The Machine-Native Economy beschreibt eine mögliche nächste Entwicklungsstufe des digitalen Handels: Autonome KI-Agenten könnten Daten, Softwarezugänge und Rechenleistung bei anderen Diensten einkaufen – und programmierbare digitale Vermögenswerte könnten ihnen die Zahlung erleichtern. Als mögliche Richtung für die Zahlungsinfrastruktur ist das plausibel. Dass solche Geschäfte zwischen Agenten bereits in großem Umfang stattfinden, zeigen die verfügbaren Daten jedoch nicht.
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Warum Stablecoins für KI-Agenten interessant sein könnten
Ein KI-Agent könnte bei der Erledigung einer Aufgabe selbstständig kleine Beträge zahlen müssen – etwa für einen API-Zugriff oder einen Datenstrom. BlackRocks Argument: Zahlungssysteme, die sich von Software aus ansteuern lassen, könnten solche Transaktionen leichter automatisch auslösen und abwickeln. Herkömmliche Zahlungswege sind damit nicht grundsätzlich ausgeschlossen; der Bericht spricht auch davon, sie an Abläufe mit KI-Agenten anzupassen.
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Stablecoins gelten als mögliche Option, weil sie im Vergleich zu stark schwankenden Kryptowährungen auf einen relativ stabilen Wert ausgelegt sind und zugleich auf Blockchain-Netzwerken genutzt werden können. Das könnte es einer Software erleichtern, die Kosten eines Einkaufs einzuschätzen. Risikofrei sind Stablecoins deshalb nicht: Risiken rund um Herausgeber, Regulierung und Blockchain bleiben bestehen.
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Es geht also nicht schlicht um „Blockchain statt klassischer Zahlungssysteme“. BlackRock beschreibt sowohl neue Blockchain-Protokolle als auch mögliche Anpassungen bestehender Zahlungswege. Die übergeordnete These lautet, dass Geschäfte zwischen Maschinen von einer Infrastruktur profitieren könnten, die Software ohne menschliche Abwicklung einzelner Zahlungen nutzen kann.
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Welche Rolle Ethereum, Arc und x402 spielen könnten
Die genannten Projekte sind mögliche Bausteine der Infrastruktur – keine bereits feststehenden Gewinner.
- Ethereum wird als mögliche Blockchain für programmierbare Abwicklungen und digitale Vermögenswerte genannt.
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- Circles Arc ist eine weitere mögliche Zahlungsinfrastruktur mit Fokus auf Stablecoins. Die Erwähnung bedeutet nicht, dass Arc zu einem dominierenden Netzwerk wird.
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- Coinbases x402 knüpft an den Web-Mechanismus „Payment Required“ an. Damit kann Software eine Ressource anfordern und die Zahlung in denselben Ablauf einbinden. So ließen sich etwa API- oder Datenzugriffe mit einer von einer Maschine ausgelösten Zahlung verbinden.
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Der Bericht nennt außerdem Rechenleistung als möglichen Anwendungsfall für digitale Vermögenswerte. Würden Ansprüche auf Rechenkapazität standardisiert und tokenisiert, könnten sie womöglich programmatisch gekauft, finanziert oder abgerechnet werden. Das ist ein denkbares Marktmodell – keine Aussage, dass die Umsätze von Cloud-Anbietern selbst tokenisiert werden.
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Was die Marktzahlen zeigen – und was nicht
BlackRock nennt eine Stablecoin-Marktkapitalisierung von mehr als 300 Milliarden US-Dollar sowie ein bereinigtes Transaktionsvolumen von über 11 Billionen US-Dollar im Jahr 2025. Das zeigt, dass Stablecoins bereits eine erhebliche Marktaktivität aufweisen. Das bereinigte Volumen ist jedoch nicht direkt mit den Zahlungsvolumina traditioneller Netzwerke vergleichbar. Keine der beiden Zahlen misst, wie viel KI-Agenten tatsächlich zahlen.
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Der Bericht verweist zudem auf eine Prognose von rund 1,1 Billionen US-Dollar Umsatz im Jahr 2030 für AWS, Google Cloud und Microsoft Intelligent Cloud zusammen. Das verdeutlicht die mögliche Größenordnung des Cloud-Geschäfts, in dessen Umfeld sich Märkte für Rechenleistung entwickeln könnten. Es zeigt aber weder, wie viel Rechenleistung Agenten kaufen werden, noch welcher Anteil davon tokenisiert werden könnte.
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Die Beweislücke: Zahlungen durch Agenten sind bislang selten
Berichte über x402 und Stablecoin-Zahlungsinfrastruktur zeigen, dass Unternehmen Wege für softwaregesteuerte Transaktionen erproben. Auch Meldungen über Agenten auf dem XRP Ledger, die Ripple USD (RLUSD) nutzen, veranschaulichen, warum ein Agent für Zahlungen einen wertstabilen Vermögenswert einer schwankenden Kryptowährung vorziehen könnte. Sie belegen aber keine breite Nutzung über KI-Agenten oder Zahlungsnetzwerke hinweg.
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Ein direkterer Prüfstein ist eine Analyse von TRM Labs zu x402. Das Unternehmen schätzte, dass wahrscheinlich autonome Agenten 0,6 bis 7,5 Prozent des untersuchten Zahlungswerts über x402 ausmachten. Diese Spanne bezieht sich auf Aktivitäten eines einzelnen Protokolls und erfasst nicht sämtliche Zahlungen von KI-Agenten. Sie macht dennoch deutlich, wie viel an der größeren These bisher unbewiesen ist.
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Am treffendsten lässt sich BlackRocks Bericht daher als Prognose lesen: Welche Zahlungsinfrastruktur könnte nützlich werden, falls autonome Agenten künftig weit verbreitet Transaktionen durchführen? Stablecoins, Blockchain-Abwicklung, Protokolle wie x402 und tokenisierte Rechenleistung könnten dabei eine Rolle spielen. Die heutigen Marktzahlen belegen eine vorhandene Infrastruktur und einen großen Cloud-Sektor – einen Handel zwischen Agenten in großem Maßstab weisen sie bislang nicht nach.