Apple hat das Produkt bislang nicht offiziell angekündigt. Name, technische Daten, Preis und konkreter Veröffentlichungstermin sind daher weiterhin unbestätigt.
Apple soll parallel an zwei Varianten von AirPods mit Kameras arbeiten:
B790 und B798 sind interne Codenamen und keine bestätigten Verkaufsbezeichnungen. Die Unterscheidung ist entscheidend, weil sich manche früheren Meldungen über einen möglichen Start 2026 offenbar auf B790 bezogen, während die Verschiebung auf 2027 das Projekt B798 betraf. Nach dem neuesten Stand ist nun keine der beiden Varianten für 2026 bereit.
Das geleakte Video vermittelt bislang den klarsten Eindruck vom geplanten Nutzungsszenario. Darin trägt eine Person die AirPods und hält ein Buch hoch. Die Kameras der Ohrhörer liefern visuelle Informationen an Visual Intelligence, woraufhin Siri anbietet, den Gegenstand für später zu speichern.
Die Kameras hätten damit eine andere Aufgabe als die Kamera eines iPhones. Berichten zufolge wären sie niedrigauflösend und nach außen gerichtet. Sie sollen Siri Kontext über die Umgebung der tragenden Person geben – nicht als normale Kameras zum Fotografieren oder Filmen dienen.
Denkbar wären unter anderem folgende Funktionen:
Im macOS-Release Candidate soll außerdem ein Verweis auf einen „image stream“ enthalten sein. Eine weitere Meldung warnt offenbar davor, die AirPods etwa durch Haare zu verdecken, wenn die Umgebung möglichst zuverlässig analysiert werden soll.
Die Demo zeigt damit ein überzeugendes Softwarekonzept. Sie beweist jedoch nicht, dass Hardware, Fertigung, Zulassung, Datenschutzfunktionen und die finale Software bereits für Kunden bereit sind.
Die öffentliche Berichterstattung liefert eine grobe Erklärung, aber keine vollständig bestätigte Liste einzelner Probleme.
Dem jüngsten Bericht zufolge arbeitet Apple weiterhin an Herausforderungen in Lieferkette und Software. Frühere Meldungen brachten die Verzögerung außerdem mit Apples langwieriger Entwicklung von Apple Intelligence und Siri in Verbindung.
Nicht belegt ist dagegen, ob ein bestimmter Komponentenengpass, ein konkrentes fehlgeschlagenes Testverfahren oder ein einzelner Siri-Fehler ausschlaggebend war. Berichte über Designvalidierung und Tests kursieren zwar, doch die vorliegenden Informationen reichen nicht aus, um sie als bestätigte Gründe für die Verschiebung darzustellen.
Die vorsichtigste Schlussfolgerung lautet daher: Das Projekt ist weit genug fortgeschritten, dass Apple bereits eine Demo erstellen und in Software ausliefern konnte. Gleichzeitig sind die verbleibenden Arbeiten an Hardware, Lieferkette und KI-Software offenbar noch umfangreich genug, um einen Marktstart im Jahr 2026 auszuschließen.
Die Kamera-AirPods sollen Teil einer größeren Initiative für KI-Wearables sein. Dazu könnten auch intelligente Brillen und ein tragbares KI-Pendant gehören. Bei diesen Produkten handelt es sich jedoch um Entwicklungsprojekte und nicht um bestätigte Markteinführungen. Die verfügbaren Berichte belegen außerdem nicht, dass sie gemeinsam mit den AirPods vorgestellt werden.
Die übergeordnete Idee ist dennoch erkennbar: Apple untersucht Geräte, die seinem KI-System kontinuierlich mehr Kontext über die Umgebung der Nutzer liefern. Welche Produkte tatsächlich erscheinen und in welcher Reihenfolge, bleibt offen.
Ohrhörer mit Kameras würden eine schwierigere Datenschutzfrage aufwerfen als eine Smartphone-Kamera. Wer ein Handy hochhält, signalisiert in der Regel sichtbar, dass möglicherweise fotografiert oder gefilmt wird. Kleine Kameras in Ohrhörern könnten die Umgebung dagegen beobachten oder analysieren, ohne dass für andere Menschen ein ähnlich eindeutiger Hinweis erkennbar ist.
Auch eine niedrige Auflösung würde dieses Problem nicht vollständig lösen. Selbst wenn die Sensoren ausschließlich Kontext für Visual Intelligence liefern sollen, würden sie visuelle Informationen über Personen, Orte, Gegenstände und Texte erfassen. Engadget bezeichnete das Konzept aus genau diesem Grund als potenzielles Überwachungsgerät.
Bevor ein solches Produkt breite Akzeptanz finden könnte, müsste Apple mindestens vier Punkte klar erklären:
Die vorliegenden Berichte beantworten diese Fragen nicht. Datenschutzvorkehrungen sind daher bislang eine offene Produktanforderung und kein bestätigter Bestandteil der Ausstattung.
Die Kamera-AirPods sind mehr als ein reines Gerücht: Im macOS-Tahoe-26.7-Release Candidate sollen sich sowohl ein Produktvideo als auch Verweise auf B790 finden. Der Leak zeigt jedoch einen Funktionsprototyp – keinen Starttermin.
Nach der neuesten gemeldeten Roadmap sind sowohl B790 als auch B798 nicht Teil von Apples Produktneuheiten für 2026. Die AirPods mit Kameras bleiben auf 2027 verschoben. Der mögliche Nutzen ist interessant: Siri könnte niedrigauflösende visuelle Informationen aus der Umgebung verwenden, ohne dass man das iPhone aus der Tasche holen muss. Bis daraus ein Verbraucherprodukt wird, muss Apple allerdings noch Hürden bei Fertigung, Software, Tests und Datenschutz überwinden.