Tesla Fahrer in China montieren 10–30 Dollar teure Plastikpuppenköpfe von Prominenten wie Messi, Ronaldo und 'The Rock' neben den Rückspiegel, um der Innenraumkamera ein aufmerksames Gesicht vorzugaukeln [1][4][5]. Der Trend begann mit einem chinesischen Tesla Besitzer, der die Figuren auf Online Plattformen als ang...

Mitte Juni 2026 tauchten Berichte über einen ebenso skurrilen wie gefährlichen Trend unter Tesla-Besitzern in China auf: Sie kaufen winzige Plastikpuppenköpfe von Prominenten – darunter die Fußball-Weltstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sowie Dwayne "The Rock" Johnson – und nutzen diese, um die Fahrerüberwachungskamera ihrer Fahrzeuge zu täuschen . Was wie ein schlechter Scherz klingt, hat ernste Konsequenzen. Der Hack verwandelt eine wichtige Sicherheitsvorkehrung in eine Staffage und erlaubt es Fahrern, den Blick von der Straße zu nehmen, ihr Smartphone zu bedienen oder sogar einzuschlafen, während die Assistenzsysteme aktiv sind.
Tesla-Fahrzeuge, die mit dem Autopiloten oder „Full Self-Driving (Supervised)" ausgestattet sind, nutzen eine kleine Kamera über dem Rückspiegel, um die Aufmerksamkeit des Fahrers zu überwachen . Das System erkennt, ob die Augen auf die Straße gerichtet sind, und gibt eskaliert Warnungen aus – bis hin zur Deaktivierung der Funktion, wenn der Fahrer abgelenkt wirkt
.
Der Workaround ist verblüffend primitiv. Indem man einen kleinen Plastikkopf mit Saugnapf direkt vor der Kamera platziert, präsentiert man dem System ein statisches „Gesicht", das als menschlicher Kopf interpretiert wird, der brav die Straße beobachtet . Da die Puppe niemals wegschaut, löst das System keine Unaufmerksamkeitswarnung aus. Ein Tesla Model 3-Besitzer berichtete dem Magazin Wired, er habe mit so einer Figur eine rund 30-minütige Fahrt ohne jede Warnung absolviert
.
Diese Methode ist Teil einer laut Wired im Juni 2026 beschriebenen, breiteren „Heimindustrie" von DIY-Gadgets – darunter blinkende Bildschirme und ausgedruckte Fotos –, die allesamt darauf abzielen, Teslas Ablenkungskontrollen zu umgehen .
Der Trend geht offenbar auf einen einzelnen Tesla-Besitzer in China zurück, der begann, die Miniaturköpfe auf chinesischen E-Commerce-Seiten herzustellen und zu verkaufen . Die Produkte werden oft harmlos als „Reisebegleiter" oder „Armaturenbrett-Dekoration" beworben, um einer genauen Prüfung zu entgehen
.
Die Preise variieren je nach Quelle, sind aber durchweg gering:
Das US-Technologiemagazin Wired gehörte Mitte Juni 2026 zu den ersten englischsprachigen Medien, die ausführlich über das Phänomen berichteten. Es bezeichnete den Trend als „Heimindustrie aus Promi-Figuren, blinkenden Bildschirmen und anderen DIY-Gadgets" und als ernstes Sicherheitsrisiko, das das Kernversprechen der überwachten Automation untergräbt: dass ein Mensch jederzeit bereit ist, die Kontrolle zu übernehmen .
Das auf Elektromobilität spezialisierte Portal Elektrek bestätigte am 15. Juni 2026, dass die Geräte für umgerechnet nur 18 bis 46 Euro auf chinesischen E-Commerce-Plattformen verkauft werden . Das Magazin kommentierte, dies sei nur die jüngste Eskalation in einem fortwährenden Wettrüsten zwischen Teslas Fahrerüberwachung und Zubehörherstellern, die entschlossen sind, diese zu besiegen. Elektrek erinnerte auch an Teslas frühere Gegenmaßnahmen – das Unternehmen hatte Fahrern, die ähnliche Geräte nutzten, den Full Self-Driving-Zugang per Fernzugriff gesperrt und ihnen mitgeteilt, sie hafteten „zu 100 % für jeden Unfall", der bei Nutzung des Geräts passiere
.
Beide Publikationen bezeichneten die Praxis als unglaublich gefährlich, weil sie die einzige sinnvolle Rückfallebene für den Fall eines Fehlers des Level-2-Systems entfernt. Full Self-Driving (Supervised) ist, trotz seines Namens, kein autonomes System, sondern erfordert ständige menschliche Überwachung und die Fähigkeit zum sofortigen Eingreifen . Ein Plastikpuppenkopf gewährleistet beides nicht. In Deutschland wären solche Manipulationen zudem ein klarer Verstoß gegen die für die Typgenehmigung relevanten UNECE-Regelungen, die eine funktionierende Fahrerüberwachung zwingend vorschreiben.
Der Puppenkopf-Hack ist spezifisch darauf ausgelegt, die Fahrerüberwachung zu täuschen, die aktiv wird, wenn Full Self-Driving (Supervised) eingeschaltet ist. In Deutschland und der gesamten EU ist dieses System im öffentlichen Straßenverkehr noch nicht verfügbar.
Die Freigabe solch hochautomatisierter Fahrfunktionen ist in Europa ein komplexer Prozess. Im Gegensatz zu den USA, wo FSD von den einzelnen Bundesstaaten freigegeben wird, oder China, wo das System bereits verfügbar ist, müssen Fahrerassistenzsysteme auf diesem Niveau in der EU strenge Typgenehmigungsverfahren gemäß den Vorschriften der UNECE (Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa) durchlaufen. Stand Mitte 2026 hat noch keine europäische Zulassungsbehörde grünes Licht für Teslas Full Self-Driving auf öffentlichen Straßen gegeben .
Während Tesla-Fahrzeuge auch in Europa über Innenraumkameras zur Aufmerksamkeitsüberwachung für andere Systeme wie den Autopiloten verfügen, bleibt der spezifische FSD-Überwachungskreislauf, den die Köpfe ausnutzen, bis zu einer behördlichen Genehmigung inaktiv .
Das bedeutet: Auch wenn solche Figuren auf einem deutschen Armaturenbrett für den einen oder anderen Lacher sorgen würden – eine praktische Täuschungsfunktion erfüllen sie hierzulande zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht.
Studio Global AI
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Tesla Fahrer in China montieren 10–30 Dollar teure Plastikpuppenköpfe von Prominenten wie Messi, Ronaldo und 'The Rock' neben den Rückspiegel, um der Innenraumkamera ein aufmerksames Gesicht vorzugaukeln [1][4][5].
Tesla Fahrer in China montieren 10–30 Dollar teure Plastikpuppenköpfe von Prominenten wie Messi, Ronaldo und 'The Rock' neben den Rückspiegel, um der Innenraumkamera ein aufmerksames Gesicht vorzugaukeln [1][4][5]. Der Trend begann mit einem chinesischen Tesla Besitzer, der die Figuren auf Online Plattformen als angebliche 'Reisebegleiter' vertreibt.
In Deutschland hat der Hack aktuell keine praktische Relevanz, da die Funktion 'Full Self Driving (Supervised)' hier – anders als in den USA oder China – noch nicht für den öffentlichen Straßenverkehr freigegeben ist...
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