Gilbert verpackte die Ankündigung in seinen typischen Humor: „Ich habe gute und schlechte Nachrichten. Zuerst die gute Nachricht: Wir haben gerade mit der Produktion von Thimbleweed Park 2 begonnen, das Anfang 2028 erscheinen soll.“ Die schlechte Nachricht? „Es gibt keine schlechte Nachricht. Es sind alles gute Nachrichten“ .
Für Fans des ersten Teils dürfte die Besetzung der wichtigste Punkt sein. Laut Gilbert kehren zahlreiche zentrale Mitglieder des ursprünglichen Entwicklerteams zurück :
Gilbert will außerdem den Entwicklungsblog wiederbeleben, den er bereits während der Entstehung des ersten Thimbleweed Park führte. Dort sollen regelmäßig neue Informationen zum Fortschritt erscheinen .
Der Finanzierungsweg unterscheidet sich deutlich vom Vorgänger. Thimbleweed Park sammelte 2014 über Kickstarter insgesamt 626.250 US-Dollar – deutlich mehr als das ursprüngliche Ziel von 375.000 US-Dollar .
Für die Fortsetzung schließt Gilbert Crowdfunding jedoch ausdrücklich aus. In einem Gespräch mit Ars Technica bezeichnete er Kickstarter Ende 2025 als „im Grunde tot“, wenn es darum gehe, Videospiele zu finanzieren. Die Plattform habe sich seiner Einschätzung nach von einer Quelle für Entwicklungskapital eher zu einem Marketinginstrument entwickelt .
Thimbleweed Park 2 wird deshalb von Gilberts Studio Terrible Toybox selbst veröffentlicht und von einem einzelnen privaten Investor unterstützt. Wer dieser Investor ist und wie hoch die Finanzierung ausfällt, wurde nicht bekannt gegeben .
Gilbert erklärte zudem, dass die Entwicklung des ersten Spiels insgesamt rund 1,1 Millionen US-Dollar gekostet habe: etwa 600.000 US-Dollar kamen von Kickstarter-Unterstützern, weitere 500.000 US-Dollar von privaten Investoren. Seiner Einschätzung nach ließe sich eine vergleichbare Summe heute nicht mehr über Kickstarter einnehmen .
Dass Thimbleweed Park 2 nun tatsächlich entsteht, ist auch deshalb bemerkenswert, weil Gilbert kurz zuvor mit erheblichen Finanzierungsproblemen zu kämpfen hatte. Ende 2025 stellte er ein ambitioniertes Top-down-RPG ein, das klassische Zelda-Elemente mit Diablo und Thimbleweed Park verbinden sollte. Publisher oder Investoren ließen sich für das Projekt nicht finden .
Gilbert arbeitete etwa ein Jahr lang mit einem dreiköpfigen Team an dem Spiel, darunter ein Künstler und ein Designer. Schließlich kam er zu dem Schluss, dass ihm für ein großes Open-World-Spiel sowohl die finanziellen Mittel als auch die nötige Zeit fehlten . Die Angebote von Publishern bezeichnete er als „horrible“ und kritisierte, dass Unternehmen stark auf Analysen und erwartete Kennzahlen fixiert seien, statt originelle Spiele mittlerer Größe zu finanzieren .
Die offiziellen Informationen fallen bislang knapp aus. Der nächste Mord geschieht demnach im Edmund Mansion. Die FBI-ähnlichen Ermittler Ray und Reyes kehren zurück, um den Fall zu untersuchen – oder vielleicht auch nicht: Die Beschreibung ergänzt augenzwinkernd „oder etwa doch nicht?“ .
Spieler erwartet erneut ein Pixel-Art-Abenteuer im klassischen Point-and-Click-Stil. Terrible Toybox beschreibt das Projekt als „mehr Thimbleweed Park als je zuvor“ . Das bedeutet: eine skurrile Kleinstadt-Atmosphäre, schräge Figuren, zahlreiche Rätsel und ein Mystery-Ton, der schon den ersten Teil an Twin Peaks und Akte X erinnerte .
Konsolenversionen wurden bisher nicht bestätigt. Das ursprüngliche Thimbleweed Park erschien später allerdings auch für Xbox, PlayStation, Switch, iOS und Android .
Bis zum Start ist es noch eine Weile hin. Wer die Entwicklung verfolgen möchte, kann Thimbleweed Park 2 bereits auf Steam vormerken; eine GOG-Version wurde ebenfalls bestätigt .