EU-Klimapaket Juli 2026: Was der CO2-Preis für Langstreckenflüge für Passagiere und Airlines bedeutet
Die EU Kommission wird voraussichtlich im Juli 2026 vorschlagen, den EU Emissionshandel (EU ETS) ab 2027 auf alle abfliegenden internationalen Flüge auszuweiten – eine Verdopplung der erfassten Emissionen. Europäische Airline Chefs warnten in einem Brandbrief vor höheren Ticketpreisen und Wettbewerbsnachteilen gegen...
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Die EU Kommission wird voraussichtlich im Juli 2026 vorschlagen, den EU Emissionshandel (EU ETS) ab 2027 auf alle abfliegenden internationalen Flüge auszuweiten – eine Verdopplung der erfassten Emissionen.
Europäische Airline Chefs warnten in einem Brandbrief vor höheren Ticketpreisen und Wettbewerbsnachteilen gegenüber außereuropäischen Konkurrenten.
Hintergrund ist ein Rekordwert von 195 Millionen Tonnen CO2 durch den europäischen Flugverkehr 2025, wobei 68 Prozent der Emissionen abfliegender Maschinen derzeit noch keinen CO2 Preis haben.
Analysen beziffern die möglichen Mehrkosten pro Ticket auf 19 Euro für einen Flug von Amsterdam nach Istanbul und 40 Euro für die Strecke nach Hongkong, bei einem Zertifikatspreis zwischen 70 und 100 Euro pro Tonne.
What is the European Commission's plan to extend carbon pricing (EU ETS) to long-haul international flights departing from Europe, what optiEuropean airlines face a potential expansion of carbon costs to all long-haul departing flights, a core part of the EU's July 2026 climate package.
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openai.com
Es ist eine Entscheidung mit potenziell weitreichenden Folgen für jeden Fernreisenden: Die Europäische Kommission muss in weniger als einem Monat, genauer bis Juli 2026, bewerten, ob das EU-Klimaschutzinstrument für den Luftverkehr ausgeweitet wird. Konkret geht es darum, den EU-Emissionshandel (EU ETS) auf internationale Flüge auszudehnen, die von Europa aus starten. Das Vorhaben ist ein zentraler Baustein der ambitionierten europäischen Klimaagenda, stößt jedoch auf erbitterten Widerstand der Luftverkehrsbranche. Airlines warnen vor steigenden Flugpreisen, Wettbewerbsverzerrungen und einem drohenden Konflikt mit einem alternativen, globalen Mechanismus .
Seit 2012 gilt der CO₂-Zertifikatehandel im Flugverkehr bewusst nur für Flüge innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Diese Ausnahmeregelung, die sogenannte „Stop-the-Clock“-Regelung, sollte dem globalen Klimaschutzsystem für den internationalen Luftverkehr, CORSIA, Zeit zur Entwicklung geben. Sie läuft jedoch am 31. Dezember 2026 aus, und die EU-Kommission ist gesetzlich verpflichtet, jetzt über die Zeit danach zu entscheiden .
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Wie lautet die kurze Antwort auf „EU-Klimapaket Juli 2026: Was der CO2-Preis für Langstreckenflüge für Passagiere und Airlines bedeutet“?
Die EU Kommission wird voraussichtlich im Juli 2026 vorschlagen, den EU Emissionshandel (EU ETS) ab 2027 auf alle abfliegenden internationalen Flüge auszuweiten – eine Verdopplung der erfassten Emissionen.
Was sind die wichtigsten Punkte, die zuerst validiert werden müssen?
Die EU Kommission wird voraussichtlich im Juli 2026 vorschlagen, den EU Emissionshandel (EU ETS) ab 2027 auf alle abfliegenden internationalen Flüge auszuweiten – eine Verdopplung der erfassten Emissionen. Europäische Airline Chefs warnten in einem Brandbrief vor höheren Ticketpreisen und Wettbewerbsnachteilen gegenüber außereuropäischen Konkurrenten.
Was soll ich als nächstes in der Praxis tun?
Hintergrund ist ein Rekordwert von 195 Millionen Tonnen CO2 durch den europäischen Flugverkehr 2025, wobei 68 Prozent der Emissionen abfliegender Maschinen derzeit noch keinen CO2 Preis haben.
EU-Klimapaket Juli 2026: Was der CO2-Preis für Langstreckenflüge für Passagiere und Airlines bedeutet
Die EU Kommission wird voraussichtlich im Juli 2026 vorschlagen, den EU Emissionshandel (EU ETS) ab 2027 auf alle abfliegenden internationalen Flüge auszuweiten – eine Verdopplung der erfassten Emissionen. Europäische Airline Chefs warnten in einem Brandbrief vor höheren Ticketpreisen und Wettbewerbsnachteilen gegen...
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Die EU Kommission wird voraussichtlich im Juli 2026 vorschlagen, den EU Emissionshandel (EU ETS) ab 2027 auf alle abfliegenden internationalen Flüge auszuweiten – eine Verdopplung der erfassten Emissionen.
Europäische Airline Chefs warnten in einem Brandbrief vor höheren Ticketpreisen und Wettbewerbsnachteilen gegenüber außereuropäischen Konkurrenten.
Hintergrund ist ein Rekordwert von 195 Millionen Tonnen CO2 durch den europäischen Flugverkehr 2025, wobei 68 Prozent der Emissionen abfliegender Maschinen derzeit noch keinen CO2 Preis haben.
Analysen beziffern die möglichen Mehrkosten pro Ticket auf 19 Euro für einen Flug von Amsterdam nach Istanbul und 40 Euro für die Strecke nach Hongkong, bei einem Zertifikatspreis zwischen 70 und 100 Euro pro Tonne.
What is the European Commission's plan to extend carbon pricing (EU ETS) to long-haul international flights departing from Europe, what optiEuropean airlines face a potential expansion of carbon costs to all long-haul departing flights, a core part of the EU's July 2026 climate package.
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Es ist eine Entscheidung mit potenziell weitreichenden Folgen für jeden Fernreisenden: Die Europäische Kommission muss in weniger als einem Monat, genauer bis Juli 2026, bewerten, ob das EU-Klimaschutzinstrument für den Luftverkehr ausgeweitet wird. Konkret geht es darum, den EU-Emissionshandel (EU ETS) auf internationale Flüge auszudehnen, die von Europa aus starten. Das Vorhaben ist ein zentraler Baustein der ambitionierten europäischen Klimaagenda, stößt jedoch auf erbitterten Widerstand der Luftverkehrsbranche. Airlines warnen vor steigenden Flugpreisen, Wettbewerbsverzerrungen und einem drohenden Konflikt mit einem alternativen, globalen Mechanismus .
Seit 2012 gilt der CO₂-Zertifikatehandel im Flugverkehr bewusst nur für Flüge innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Diese Ausnahmeregelung, die sogenannte „Stop-the-Clock“-Regelung, sollte dem globalen Klimaschutzsystem für den internationalen Luftverkehr, CORSIA, Zeit zur Entwicklung geben. Sie läuft jedoch am 31. Dezember 2026 aus, und die EU-Kommission ist gesetzlich verpflichtet, jetzt über die Zeit danach zu entscheiden .
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Die EU Kommission wird voraussichtlich im Juli 2026 vorschlagen, den EU Emissionshandel (EU ETS) ab 2027 auf alle abfliegenden internationalen Flüge auszuweiten – eine Verdopplung der erfassten Emissionen.
Was sind die wichtigsten Punkte, die zuerst validiert werden müssen?
Die EU Kommission wird voraussichtlich im Juli 2026 vorschlagen, den EU Emissionshandel (EU ETS) ab 2027 auf alle abfliegenden internationalen Flüge auszuweiten – eine Verdopplung der erfassten Emissionen. Europäische Airline Chefs warnten in einem Brandbrief vor höheren Ticketpreisen und Wettbewerbsnachteilen gegenüber außereuropäischen Konkurrenten.
Was soll ich als nächstes in der Praxis tun?
Hintergrund ist ein Rekordwert von 195 Millionen Tonnen CO2 durch den europäischen Flugverkehr 2025, wobei 68 Prozent der Emissionen abfliegender Maschinen derzeit noch keinen CO2 Preis haben.
Die politischen Optionen: Vom Status quo bis zur Vollausweitung
Die Brüsseler Behörde prüft nicht einfach nur ein Entweder-oder zwischen ihrem eigenen System und dem globalen Pendant. Auf dem Tisch liegen mehrere Varianten, wobei sich eine klare Stoßrichtung der EU-Institutionen abzeichnet :
Volle Ausweitung auf abfliegende Flüge: Die wahrscheinlichste Option ist, alle internationalen Flüge, die aus dem EWR starten, dem EU ETS zu unterstellen. Dies würde das Volumen der vom System erfassten Luftverkehrsemissionen um schätzungsweise 109 Prozent erhöhen .
Der „Beide-Strecken“-Vollumfang: Ein noch aggressiverer Ansatz wäre, sowohl abfliegende als auch ankommende internationale Flüge einzubeziehen. Das würde die größtmögliche Emissionsmenge abdecken, aber auch maximale internationale Spannungen hervorrufen .
Ein Hybridmodell: Ein Kompromiss könnte vorsehen, den EU ETS nur auf abfliegende Flüge anzuwenden, während das CORSIA-System für ankommende Flüge zuständig wäre, oder umgekehrt.
Status quo mit CORSIA: Die unwahrscheinlichste Option ist ein Festhalten an CORSIA allein, das in Brüssel weithin als unzureichend für die europäischen Klimaziele gilt .
Diese Entscheidung fällt nicht im luftleeren Raum. Der Legislativvorschlag im Juli ist Teil einer umfassenden Überarbeitung des gesamten EU-Emissionshandels, um ihn mit dem rechtsverbindlichen EU-Klimaziel für 2040 in Einklang zu bringen – einer Netto-Emissionsreduktion von 90 Prozent gegenüber 1990 . Die Gesamtobergrenze für Emissionen im Kohlenstoffmarkt sinkt bereits drastisch, und der Luftfahrtsektor hat seine kostenlosen Zertifikate vollständig verloren. Von 2026 an sind Fluggesellschaften auf den erfassten Strecken den vollen CO₂-Kosten ausgesetzt .
Die Kostenrechnung: Rekordemissionen und hohe CO₂-Preise
Die Brisanz des Themas wird durch die aktuellen Marktbedingungen massiv verschärft.
Rekordemissionen: Die CO2-Emissionen des europäischen Luftverkehrs erreichten 2025 mit 195 Millionen Tonnen einen historischen Höchststand. Entscheidend dabei: 68 Prozent dieser Emissionen aus abfliegenden Flügen sind unter der geltenden EWR-Beschränkung derzeit nicht bepreist .
Hohe CO₂-Preise: Die Preise für EU-Emissionszertifikate (EUA) schwankten 2025-2026 zwischen 70 und 100 Euro pro Tonne. Das macht die finanziellen Auswirkungen einer Ausweitung des Anwendungsbereichs substanziell. Eine detaillierte Analyse der Denkfabrik CE Delft im Auftrag von Transport & Environment schätzt, dass ein Ticket für einen Flug von Amsterdam nach Hongkong im Jahr 2030 mit Zusatzkosten von 40 Euro belastet werden könnte, während ein Flug nach Istanbul um 19 Euro teurer würde .
Der Aufstand der Branche: „Europäische Passagiere werden weiter bestraft“
Die Pläne der Kommission treffen auf eine koordinierte und massive Gegenoffensive der Luftfahrtindustrie. Die Kernargumente drehen sich um Wettbewerbsfähigkeit, Handel und die Integrität des globalen CORSIA-Rahmenwerks.
Der Brandbrief der Airline-Chefs
Am 8. Juni 2026 schickten die Vorstandsvorsitzenden der größten europäischen Fluggesellschaften – darunter Air France-KLM, IAG (Eigentümerin von British Airways), Lufthansa und Ryanair – einen gemeinsamen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Botschaft des Reuters vorliegenden Schreibens war unmissverständlich: „Eine Ausweitung der EU-CO₂-Bepreisung auf Flüge außerhalb des EWR wird europäische Passagiere und Unternehmen weiter bestrafen, indem sie die Kosten für Flugreisen erhöht“ .
Die Airline-Chefs skizzierten drei zentrale Warnungen :
Höhere Ticketpreise: Unvermeidbare Auswirkungen auf die Verbraucherkosten auf der Langstrecke.
Wettbewerbsnachteil: Außereuropäische Fluggesellschaften auf denselben Routen würden nicht mit denselben CO₂-Kosten belastet, was ihnen einen entscheidenden kommerziellen Vorteil verschafft.
Gefahr von Handelsvergeltung: Die Maßnahme droht, einen internationalen Streit wie 2012 neu zu entfachen, als Drittstaaten, darunter China, die USA und die Golfstaaten, sich massiv gegen die erstmalige Einbeziehung des Luftverkehrs in den EU ETS stemmten und teils mit Handelsreaktionen drohten.
Das Schreiben argumentiert zudem, dass eine einseitige ETS-Ausweitung das globale CORSIA-System direkt untergräbt, dessen verpflichtende Phase 2027 beginnt. Die Branche fürchtet eine Marktfragmentierung, bei der sich Airlines zwei überlappenden und widersprüchlichen Systemen gegenübersehen .
IATA drängt auf globale Lösung
Der Internationale Luftverkehrsverband IATA ist der lautstärkste institutionelle Gegner. In einer Stellungnahme vom März 2026 forderte er die EU auf, die „vollständige Umsetzung von CORSIA für alle internationalen Flüge, einschließlich Flügen innerhalb des EWR“ sicherzustellen, um eine „schädliche regulatorische Fragmentierung“ zu verhindern . Die IATA wirft der EU vor, „CORSIA zu kapern“, und warnt, die ETS-Ausweitung würde den „internationalen Konsens“ zur CO₂-Reduktion im Luftverkehr destabilisieren . Die IATA-Lobbyarbeit seit 2025 konzentrierte sich darauf, die ETS-Abdeckung von Intra-EWR-Flügen durch CORSIA zu ersetzen – ein Schritt, der nach Meinung von Analysten die Emissionsminderungen deutlich abschwächen würde .
Breite Luftfahrt-Allianz warnt vor Handelskrieg
Ein noch breiteres Bündnis europäischer Luftfahrtverbände, darunter Airlines for Europe (A4E) und der Airports Council International (ACI) Europe, veröffentlichte am 5. Juni 2026 einen offenen Brief. Darin warnt die Allianz, die ETS-Ausweitung könne einen „aggressiven Handelskrieg“ auslösen und „kontinentale Airlines lahmlegen“ . Die Allianz unterstreicht, dass die derzeitige CORSIA-Ausnahmeregelung Ende 2026 ausläuft und ihre automatische Verlängerung ohne den neuen Vorschlag bereits zu einer Ausweitung des EU ETS führen würde .
Risse im Konsens der Mitgliedstaaten
Die politische Dynamik im EU-Ministerrat ist komplex. Zwar gibt es keine definitive öffentliche Liste, aber eine Koalition aus neun Mitgliedstaaten hat sich in vorbereitenden Verhandlungen Berichten zufolge gegen die Ausweitung gestemmt. Historische Aufzeichnungen aus den Verhandlungen zum „Fit for 55“-Paket zeigen, dass Irland Bedenken hinsichtlich der Subsidiarität geäußert hat und der tschechische Senat förmlich eine Bewertung des Risikos von Kostensteigerungen einforderte . Bedenken hinsichtlich der Anbindung von Rand- und Überseegebieten sind ebenfalls prominent.
Umgekehrt drängt ein Block klimaehrgeiziger Staaten, angeführt von Frankreich und den Niederlanden, in die entgegengesetzte Richtung und unterstützt die Ausweitung des EU ETS auf alle abfliegenden Flüge .
So geht es weiter: Der Fahrplan
Der Zeitplan ist straff und der legislative Weg klar vorgezeichnet:
Juli 2026: Die Europäische Kommission veröffentlicht ihre Folgenabschätzung und den Legislativvorschlag als Teil eines umfassenderen Klimapakets .
31. Dezember 2026: Die geltende Ausnahmeregelung, die Flüge außerhalb des EWR vor dem EU ETS schützt, läuft aus .
1. Januar 2027: Die verpflichtende Phase von CORSIA beginnt weltweit, parallel zum Start der vollen Versteigerung von Luftverkehrszertifikaten im bestehenden EU ETS .
Der Vorschlag der Kommission ist nur der Anfang. Sobald er auf dem Tisch liegt, wird er Ende 2026 und bis ins Jahr 2027 hinein Gegenstand intensiver Verhandlungen und möglicher Änderungen sowohl im Rat (der die Mitgliedstaaten vertritt) als auch im Europäischen Parlament sein. Das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob die CO₂-Kosten für Flüge ab Europa eine regionale Angelegenheit bleiben oder globale Dimensionen annehmen.
uploads.transportenvironment.org[PDF] Expanding the EU's carbon market for aviation
Die politischen Optionen: Vom Status quo bis zur Vollausweitung
Die Brüsseler Behörde prüft nicht einfach nur ein Entweder-oder zwischen ihrem eigenen System und dem globalen Pendant. Auf dem Tisch liegen mehrere Varianten, wobei sich eine klare Stoßrichtung der EU-Institutionen abzeichnet :
Volle Ausweitung auf abfliegende Flüge: Die wahrscheinlichste Option ist, alle internationalen Flüge, die aus dem EWR starten, dem EU ETS zu unterstellen. Dies würde das Volumen der vom System erfassten Luftverkehrsemissionen um schätzungsweise 109 Prozent erhöhen .
Der „Beide-Strecken“-Vollumfang: Ein noch aggressiverer Ansatz wäre, sowohl abfliegende als auch ankommende internationale Flüge einzubeziehen. Das würde die größtmögliche Emissionsmenge abdecken, aber auch maximale internationale Spannungen hervorrufen .
Ein Hybridmodell: Ein Kompromiss könnte vorsehen, den EU ETS nur auf abfliegende Flüge anzuwenden, während das CORSIA-System für ankommende Flüge zuständig wäre, oder umgekehrt.
Status quo mit CORSIA: Die unwahrscheinlichste Option ist ein Festhalten an CORSIA allein, das in Brüssel weithin als unzureichend für die europäischen Klimaziele gilt .
Diese Entscheidung fällt nicht im luftleeren Raum. Der Legislativvorschlag im Juli ist Teil einer umfassenden Überarbeitung des gesamten EU-Emissionshandels, um ihn mit dem rechtsverbindlichen EU-Klimaziel für 2040 in Einklang zu bringen – einer Netto-Emissionsreduktion von 90 Prozent gegenüber 1990 . Die Gesamtobergrenze für Emissionen im Kohlenstoffmarkt sinkt bereits drastisch, und der Luftfahrtsektor hat seine kostenlosen Zertifikate vollständig verloren. Von 2026 an sind Fluggesellschaften auf den erfassten Strecken den vollen CO₂-Kosten ausgesetzt .
Die Kostenrechnung: Rekordemissionen und hohe CO₂-Preise
Die Brisanz des Themas wird durch die aktuellen Marktbedingungen massiv verschärft.
Rekordemissionen: Die CO2-Emissionen des europäischen Luftverkehrs erreichten 2025 mit 195 Millionen Tonnen einen historischen Höchststand. Entscheidend dabei: 68 Prozent dieser Emissionen aus abfliegenden Flügen sind unter der geltenden EWR-Beschränkung derzeit nicht bepreist .
Hohe CO₂-Preise: Die Preise für EU-Emissionszertifikate (EUA) schwankten 2025-2026 zwischen 70 und 100 Euro pro Tonne. Das macht die finanziellen Auswirkungen einer Ausweitung des Anwendungsbereichs substanziell. Eine detaillierte Analyse der Denkfabrik CE Delft im Auftrag von Transport & Environment schätzt, dass ein Ticket für einen Flug von Amsterdam nach Hongkong im Jahr 2030 mit Zusatzkosten von 40 Euro belastet werden könnte, während ein Flug nach Istanbul um 19 Euro teurer würde .
Der Aufstand der Branche: „Europäische Passagiere werden weiter bestraft“
Die Pläne der Kommission treffen auf eine koordinierte und massive Gegenoffensive der Luftfahrtindustrie. Die Kernargumente drehen sich um Wettbewerbsfähigkeit, Handel und die Integrität des globalen CORSIA-Rahmenwerks.
Der Brandbrief der Airline-Chefs
Am 8. Juni 2026 schickten die Vorstandsvorsitzenden der größten europäischen Fluggesellschaften – darunter Air France-KLM, IAG (Eigentümerin von British Airways), Lufthansa und Ryanair – einen gemeinsamen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Botschaft des Reuters vorliegenden Schreibens war unmissverständlich: „Eine Ausweitung der EU-CO₂-Bepreisung auf Flüge außerhalb des EWR wird europäische Passagiere und Unternehmen weiter bestrafen, indem sie die Kosten für Flugreisen erhöht“ .
Die Airline-Chefs skizzierten drei zentrale Warnungen :
Höhere Ticketpreise: Unvermeidbare Auswirkungen auf die Verbraucherkosten auf der Langstrecke.
Wettbewerbsnachteil: Außereuropäische Fluggesellschaften auf denselben Routen würden nicht mit denselben CO₂-Kosten belastet, was ihnen einen entscheidenden kommerziellen Vorteil verschafft.
Gefahr von Handelsvergeltung: Die Maßnahme droht, einen internationalen Streit wie 2012 neu zu entfachen, als Drittstaaten, darunter China, die USA und die Golfstaaten, sich massiv gegen die erstmalige Einbeziehung des Luftverkehrs in den EU ETS stemmten und teils mit Handelsreaktionen drohten.
Das Schreiben argumentiert zudem, dass eine einseitige ETS-Ausweitung das globale CORSIA-System direkt untergräbt, dessen verpflichtende Phase 2027 beginnt. Die Branche fürchtet eine Marktfragmentierung, bei der sich Airlines zwei überlappenden und widersprüchlichen Systemen gegenübersehen .
IATA drängt auf globale Lösung
Der Internationale Luftverkehrsverband IATA ist der lautstärkste institutionelle Gegner. In einer Stellungnahme vom März 2026 forderte er die EU auf, die „vollständige Umsetzung von CORSIA für alle internationalen Flüge, einschließlich Flügen innerhalb des EWR“ sicherzustellen, um eine „schädliche regulatorische Fragmentierung“ zu verhindern . Die IATA wirft der EU vor, „CORSIA zu kapern“, und warnt, die ETS-Ausweitung würde den „internationalen Konsens“ zur CO₂-Reduktion im Luftverkehr destabilisieren . Die IATA-Lobbyarbeit seit 2025 konzentrierte sich darauf, die ETS-Abdeckung von Intra-EWR-Flügen durch CORSIA zu ersetzen – ein Schritt, der nach Meinung von Analysten die Emissionsminderungen deutlich abschwächen würde .
Breite Luftfahrt-Allianz warnt vor Handelskrieg
Ein noch breiteres Bündnis europäischer Luftfahrtverbände, darunter Airlines for Europe (A4E) und der Airports Council International (ACI) Europe, veröffentlichte am 5. Juni 2026 einen offenen Brief. Darin warnt die Allianz, die ETS-Ausweitung könne einen „aggressiven Handelskrieg“ auslösen und „kontinentale Airlines lahmlegen“ . Die Allianz unterstreicht, dass die derzeitige CORSIA-Ausnahmeregelung Ende 2026 ausläuft und ihre automatische Verlängerung ohne den neuen Vorschlag bereits zu einer Ausweitung des EU ETS führen würde .
Risse im Konsens der Mitgliedstaaten
Die politische Dynamik im EU-Ministerrat ist komplex. Zwar gibt es keine definitive öffentliche Liste, aber eine Koalition aus neun Mitgliedstaaten hat sich in vorbereitenden Verhandlungen Berichten zufolge gegen die Ausweitung gestemmt. Historische Aufzeichnungen aus den Verhandlungen zum „Fit for 55“-Paket zeigen, dass Irland Bedenken hinsichtlich der Subsidiarität geäußert hat und der tschechische Senat förmlich eine Bewertung des Risikos von Kostensteigerungen einforderte . Bedenken hinsichtlich der Anbindung von Rand- und Überseegebieten sind ebenfalls prominent.
Umgekehrt drängt ein Block klimaehrgeiziger Staaten, angeführt von Frankreich und den Niederlanden, in die entgegengesetzte Richtung und unterstützt die Ausweitung des EU ETS auf alle abfliegenden Flüge .
So geht es weiter: Der Fahrplan
Der Zeitplan ist straff und der legislative Weg klar vorgezeichnet:
Juli 2026: Die Europäische Kommission veröffentlicht ihre Folgenabschätzung und den Legislativvorschlag als Teil eines umfassenderen Klimapakets .
31. Dezember 2026: Die geltende Ausnahmeregelung, die Flüge außerhalb des EWR vor dem EU ETS schützt, läuft aus .
1. Januar 2027: Die verpflichtende Phase von CORSIA beginnt weltweit, parallel zum Start der vollen Versteigerung von Luftverkehrszertifikaten im bestehenden EU ETS .
Der Vorschlag der Kommission ist nur der Anfang. Sobald er auf dem Tisch liegt, wird er Ende 2026 und bis ins Jahr 2027 hinein Gegenstand intensiver Verhandlungen und möglicher Änderungen sowohl im Rat (der die Mitgliedstaaten vertritt) als auch im Europäischen Parlament sein. Das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob die CO₂-Kosten für Flüge ab Europa eine regionale Angelegenheit bleiben oder globale Dimensionen annehmen.
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