Die EU will besser nachvollziehen können, ob Aktivitäten zur sogenannten Solar Radiation Modification (SRM) stattfinden und welche Folgen sie haben könnten. Ein entsprechendes Thema im Forschungsprogramm Horizon Europe fördert Erkennung, Überwachung und Folgenabschätzung – nicht die Erprobung oder den Einsatz von Technologien, die Sonnenlicht zurück ins All reflektieren sollen. Anträge müssen bis zum 16. Februar 2027 eingereicht werden.
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Wofür die Förderung gedacht ist
SRM ist ein Sammelbegriff für vorgeschlagene Verfahren, die mehr Sonnenlicht ins All zurückwerfen oder mehr Wärmestrahlung entweichen lassen könnten. Ziel wäre ein kühlender Effekt auf das Erdklima. Welche Folgen solche Eingriffe hätten und wie groß die Risiken wären, ist jedoch weiterhin unsicher.
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Das Horizon-Europe-Thema HORIZON-BRIDGING-2027-04-11 soll die Fähigkeit verbessern, SRM-bezogene Forschung, Innovation oder mögliche Einsätze zu erkennen und zu beobachten. Außerdem geht es um bessere Klimamodelle: Sie sollen dabei helfen, Veränderungen der Strahlungsbilanz der Erde möglichen Eingriffen zuzuordnen und Auswirkungen auf Klima und Ökosysteme zu bewerten.
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Ein belastbares Monitoring könnte dokumentieren, welche Aktivitäten stattfinden. Modellierung und Zuordnung könnten wiederum helfen einzuschätzen, ob beobachtete Veränderungen mit einem Eingriff zusammenhängen oder andere Ursachen haben. Eine lückenlose Erkennung oder Verhinderung jeder Aktivität verspricht der Aufruf damit nicht.
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35 Millionen Euro sind nicht allein für SRM vorgesehen
Die 35 Millionen Euro bezeichnen das indikative Gesamtbudget des betreffenden Horizon-Europe-Aufrufs. Das SRM-Thema ist darin separat aufgeführt; dafür ist ein Beitrag von rund 10 Millionen Euro vorgesehen. Die beiden Beträge beziehen sich also auf unterschiedliche Fördersummen: Das Gesamtbudget ist nicht ausschließlich für die Überwachung von SRM bestimmt.
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Die Frist für Anträge zum SRM-Thema ist der 16. Februar 2027.
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Was der Aufruf ausdrücklich ausschließt
Die Förderung darf nicht für SRM-Feldversuche oder technische und operative SRM-Forschung eingesetzt werden. Auch Projekte, die die Entwicklung von SRM befürworten, fördern oder unterstützen, sind ausgeschlossen. Im Mittelpunkt stehen also das Beobachten möglicher Aktivitäten und die Bewertung ihrer Auswirkungen – nicht das Durchführen eines Eingriffs.
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Diese Abgrenzung fällt in eine breitere Debatte über Regeln und Aufsicht. Die EU hat bereits Forschung zu Governance-Fragen rund um SRM gefördert, darunter mögliche Leitlinien für den Umgang mit vorgeschlagenen Feldversuchen.
5 Ein Briefing des Europäischen Parlaments hält fest, dass es keinen umfassenden internationalen Rechtsrahmen für SRM gibt; zugleich wird über Governance und Moratoriumsvorschläge diskutiert.
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Forschung ist keine Freigabe für den Einsatz
Wissenschaftliche Berater der Europäischen Kommission halten verantwortungsvolle Forschung zu den Auswirkungen von SRM für nötig. Zugleich warnen sie, dass die Technologien nicht einsatzbereit sind und Emissionssenkungen nicht ersetzen können.
19 Ihre Einschätzung verweist außerdem auf Unsicherheiten zu möglichen Risiken und Folgen für Klima und Ökosysteme.
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Der Förderaufruf setzt an dieser Unterscheidung an: mögliche Aktivitäten und ihre Folgen zu untersuchen, ist nicht dasselbe, wie einen Einsatz zu genehmigen oder durchzuführen. Die Ausschlüsse legen fest, was mit den Fördermitteln unterstützt werden darf. Die grundsätzliche Debatte über Regeln für SRM entscheiden sie damit nicht.
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