Studien zeigen laut Unternehmensangaben, dass Patienten nach einer Konsultation häufig nur 20 bis 40 Prozent der Informationen erinnern – besonders wenn sie gestresst sind oder schwierige Diagnosen erhalten.
Das kann zu Missverständnissen führen: Anweisungen werden falsch verstanden, Behandlungsschritte vergessen oder Entscheidungen ohne vollständige Information getroffen.
Ditto setzt genau hier an und versucht, medizinische Kommunikation für Patienten transparenter und nachvollziehbarer zu machen.
Die Plattform nutzt KI, um medizinische Inhalte automatisch aufzubereiten. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:
Das Ergebnis ist eine Art persönliches Protokoll des Arztbesuchs. Patienten können später noch einmal nachlesen, was besprochen wurde, wichtige Details überprüfen oder Informationen mit Angehörigen teilen.
Ditto wurde von Tobias Polak, Bart Voorn und Merlijn van Breugel gegründet.
Berichten zufolge entstand die Idee aus einer persönlichen Erfahrung: Einer der Gründer begleitete einen schwerkranken Freund zu einem Onkologie‑Termin – und beide verließen die Praxis mit völlig unterschiedlichen Erinnerungen daran, was der Arzt gesagt hatte.
Die App wurde im Sommer 2025 in den Niederlanden gestartet.
Seitdem ist das Interesse schnell gewachsen. Laut Berichten wurde Ditto seit dem Launch fast 100.000‑mal heruntergeladen.
Auch Institutionen im niederländischen Gesundheitssystem zeigen Interesse: Die Niederländische Patientenföderation unterstützt die Initiative, und der Krankenversicherer Menzis empfiehlt die App seinen Versicherten.
Um das Wachstum zu beschleunigen, hat Ditto 7,6 Millionen Euro Seed‑Finanzierung eingesammelt.
Die Runde wurde vom Berliner Healthtech‑Investor Heal Capital angeführt. Weitere Investoren sind Rubio Impact Ventures und Optiverder.
Mit dem Kapital plant das Startup:
Zu den Zielmärkten gehören Deutschland, das Vereinigte Königreich und Spanien.
In vielen Gesundheitssystemen besteht eine Kommunikationslücke zwischen Ärzten und Patienten. Konsultationen sind kurz, medizinische Sprache komplex und Patienten befinden sich oft in emotional belastenden Situationen.
KI‑basierte Tools wie Ditto versuchen, diese Lücke zu schließen. Indem Gespräche automatisch dokumentiert, strukturiert und vereinfacht werden, können Patienten ihre Behandlung besser nachvollziehen – und informiertere Entscheidungen treffen.
Sollte sich dieser Ansatz durchsetzen, könnten Apps wie Ditto künftig zu einem festen Bestandteil von Arztbesuchen werden: als persönliches Gedächtnis und Übersetzer für medizinische Informationen.