Am 14. Juni 2026 war es endlich so weit: Lewis Hamilton gewann seinen ersten Grand Prix für Ferrari. Beim Großen Preis von Spanien in Barcelona-Catalunya feierte der Rekordweltmeister seinen 31. Einsatz im roten Auto. Der Sieg beendete Antonellis Serie von fünf Siegen in Folge und machte Hamilton mit 41 Jahren zum ältesten F1-Sieger seit 1970. Das Rennen endete dramatisch, als Antonelli nur vier Runden vor Schluss von Platz zwei mit einem Motorschaden ausfiel und Hamilton kampflos den Sieg überließ. Es war Ferraris erster Sieg seit dem Jahr 2024 und die erste Niederlage für Mercedes in dieser Saison. Erstmals seit 1968 standen drei Briten auf dem Podium: Hamilton vor George Russell und Lando Norris.
Mercedes leidet unter einer Reihe schwerer Antriebsprobleme, die beide Fahrer betreffen. Die Liste der Defekte in der ersten Saisonhälfte ist lang :
Mercedes‘ stellvertretender Teamchef Bradley Lord hat eingeräumt, dass Grid-Strafen für beide Fahrer „so gut wie unvermeidbar“ sind. Grund ist die Überschreitung der erlaubten Anzahl von Antriebskomponenten. Teamchef Toto Wolff bestätigte, dass das Team bereits plane, wo die Strafen abgesessen werden sollen. Monza, Antonellis Heimrennen, wird als möglicher Ort genannt, um „den Druck von ihm zu nehmen“. Schätzungen gehen davon aus, dass bereits über 25 Punkte allein in der ersten Saisonhälfte durch Zuverlässigkeitsprobleme verloren gegangen sind.
Der zweifache Weltmeister Emerson Fittipaldi hat sich öffentlich hinter Hamiltons Titelhoffnungen gestellt. Er lobte Hamiltons Wiedererstarken bei Ferrari und argumentiert, dass die neuen Regeln für 2026 – mit kleineren, leichteren Autos und weniger Abtrieb – Hamiltons Stärken entgegenkommen. Der siebenmalige Champion habe seine Kritiker Lügen gestraft. Fittipaldi bezeichnete die Meisterschaft als „fantastische Entwicklung“ mit fünf verschiedenen Siegern in den letzten fünf Rennen und erwartet, dass Hamilton in der zweiten Saisonhälfte ein „echter Kandidat“ ist, um Mercedes den Titel zu entreißen.
Die Dynamik der Meisterschaft hat sich vor dem zweiten Teil der Saison grundlegend verschoben. Es stehen zwölf Rennen an, beginnend mit dem Großen Preis der Niederlande vom 21. bis 23. August.
Die große Unbekannte: Der 50-Punkte-Rückstand von Hamilton entspricht mehr als zwei Rennsiegen. Hamilton bräuchte eine starke eigene Serie und mehrere Strafen-Wochenenden für Mercedes, um aufzuschließen. Fittipaldis Optimismus ist nicht unbegründet – die neuen Regeln haben für Variabilität gesorgt. Wenn sich die Motorenprobleme von Mercedes verschärfen, könnte der Titelkampf tatsächlich in Abu Dhabi entschieden werden.