In den meisten Bars gibt es zum Getränk kostenloses WLAN. In der AGI Bar in Peking ist das Angebot ungewöhnlicher: Wer etwas bestellt, erhält zusätzlich Zugang zu KI-Rechenleistung und Tokens – also Einheiten, mit denen die Nutzung von KI-Modellen abgerechnet wird.
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Das Lokal liegt in Zhongguancun im Pekinger Bezirk Haidian, einem wichtigen Technologiezentrum mit Start-ups, Unternehmen und Universitäten. Dort treffen sich Entwickler, Studierende, Investoren und Beschäftigte aus der Gründerszene nicht nur auf ein Bier, sondern auch zum Programmieren, Testen von Projekten und Austausch über die KI-Branche.
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Was ist die AGI Bar?
Eröffnet wurde die Bar von dem unabhängigen KI-Entwickler Song De. Der Name AGI steht für Artificial General Intelligence, auf Deutsch etwa „künstliche allgemeine Intelligenz“. Gemeint ist die bislang vor allem theoretische Vorstellung von KI-Systemen, die eine große Bandbreite von Aufgaben auf menschlichem oder sogar höherem Niveau erledigen können.
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Die Technik ist dabei kein bloßes Dekorationsthema. Gäste sitzen mit ihren Laptops an den Tischen, hören Musik, trinken und arbeiten an ihren Code- oder KI-Projekten. So wird aus der Bar eine Mischung aus Kneipe, informellem Coworking-Space und Szene-Treffpunkt. Berichten zufolge kommen an einem Tisch Menschen aus unterschiedlichen Unternehmen, Forschungslaboren und Hochschulen miteinander ins Gespräch.
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Wie erhalten Gäste die kostenlosen KI-Tokens?
Der Ablauf ist vergleichsweise unkompliziert:
- Ein Getränk bestellen: Voraussetzung ist ein Kauf im Lokal.
- Mit dem WLAN verbinden: Danach verbindet sich der Gast mit dem Netzwerk der Bar.
- Zugang einrichten: Die Bar stellt die nötigen Verbindungsdaten für ihren KI-Dienst bereit. Je nach verwendeter Entwicklungsumgebung müssen Gäste diese Daten eintragen oder ein kompatibles Plug-in installieren.
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Berichte nennen insbesondere den Zugang zu DeepSeek. Andere Darstellungen sprechen von Tokens für mehr als ein Dutzend KI-Modelle beziehungsweise für beliebige Modelle, sofern der Gast die entsprechende Erweiterung installiert.
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Es geht also nicht einfach um Gratis-WLAN. Während des Aufenthalts stellt die Bar ihren Gästen Zugriff auf KI-Infrastruktur zur Verfügung. Entwickler können damit programmieren oder Anwendungen testen, ohne dafür eine herkömmliche API-Rechnung begleichen zu müssen.
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Warum ist Zhongguancun der passende Standort?
Zhongguancun gilt als eines der wichtigsten Technologieviertel Pekings und wird häufig mit dem Silicon Valley verglichen. In der Umgebung befinden sich Büros von Technologieunternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen sowie die Universitäten Tsinghua und Peking. Damit sitzt die AGI Bar mitten in der Zielgruppe, die ihr Angebot nutzen soll.
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Auch die Einrichtung und Speisekarte greifen den KI-Hype auf: Logos chinesischer KI-Labore und Anspielungen auf Fachbegriffe machen künstliche Intelligenz zum Teil der Identität des Lokals.
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Wann wurde die AGI Bar eröffnet?
Die Bar öffnete im Juni 2025, wie die South China Morning Post berichtet. Andere Berichte aus dem August 2026 sprechen davon, dass sie „im vergangenen Jahr“ eröffnet wurde – das passt zum Start im Jahr 2025.
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Was kostet das AGI-Bier?
Das namensgebende Getränk AGI kostet 9,90 Yuan, in den zitierten Berichten etwa 1,50 US-Dollar. Serviert wird ein Glas, das auffällig stark mit Bierschaum gefüllt ist. Der Schaum ist ein augenzwinkernder Kommentar zum aufgeblähten Hype rund um künstliche Intelligenz.
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Der niedrige Preis ist dabei nur der sichtbare Teil des Geschäftsmodells: Gäste bezahlen ihren Barbesuch und erhalten den KI-Zugang als zusätzlichen Vorteil.
Ein ungewöhnliches Geschäftsmodell mit Kostenrisiko
Die AGI Bar zeigt, wie KI aus dem klassischen Software-Abonnement in einen physischen Konsumort wandert. Wo Cafés und Bars normalerweise WLAN als Service anbieten, macht dieses Lokal den Zugang zu KI-Modellen zum Bestandteil des Besuchs.
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Das Konzept ist allerdings wirtschaftlich riskant. Je intensiver die Gäste die Modelle verwenden, desto höher kann die benötigte Rechenleistung ausfallen. Der Betreiber soll eingeräumt haben, dass die Bar Geld verliert; ein Bericht beschreibt das Geschäft sogar als „komplett verlustreich“.
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Der eigentliche Anziehungspunkt könnte deshalb ebenso sehr die Gemeinschaft wie der kostenlose Zugang sein. Die Tokens locken Laptop-Nutzer an – Getränke, Musik und die gemeinsame Atmosphäre geben ihnen einen Grund zu bleiben, Kontakte zu knüpfen und Ideen persönlich auszutauschen.