Teslas Emergency Drive Away ist eine Notfallfunktion: Berechtigte Fahrzeuge können damit in den Fahrmodus wechseln, obwohl das Supercharger-Kabel noch angeschlossen ist. Sie soll helfen, wenn es sicherer erscheint, sofort wegzufahren, statt auszusteigen und den Stecker zu lösen. Für den normalen Abschluss eines Ladevorgangs ist sie nicht gedacht – Tesla warnt, dass dabei sowohl das Auto als auch der Supercharger beschädigt werden.
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Welche Fahrzeuge können die Funktion nutzen?
Tesla kündigte Emergency Drive Away am 1. Oktober 2026 als Teil des kostenlosen Over-the-Air-Updates 2026.38.3 an. Derzeit ist die Funktion auf Supercharger in den USA beschränkt und setzt ein kompatibles Fahrzeug mit installiertem Update voraus. Model S und Model X, die vor 2021 gebaut wurden, sind ausgeschlossen.
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So wird Emergency Drive Away aktiviert
Wenn das Fahrzeug noch angeschlossen ist, den Bremse treten und in D (Drive) schalten. Auf dem Bildschirm erscheint dann die Abfrage für Emergency Drive Away. Die Bremse weiter gedrückt halten, auf dem Touchscreen „Activate“ antippen und erst dann losfahren.
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Im Normalbetrieb verhindert die Ladeverbindung, dass das Auto aus der Parkstellung fährt, solange der Stecker angeschlossen ist. Die Notfallfunktion hebt diese Sperre auf. Sie sollte daher nur genutzt werden, wenn unmittelbare Gefahr besteht und ein sofortiges Wegfahren wichtiger ist als mögliche Schäden.
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Schäden und mögliche Sanktionen
Tesla warnt ausdrücklich: Die Nutzung beschädigt das Fahrzeug und den Supercharger. Ein Bericht, der sich auf Teslas Angaben stützt, nennt für elektrische und bauliche Reparaturen an einer Ladesäule mögliche Kosten von bis zu 25.000 US-Dollar, abhängig vom Standort. Auch das Fahrzeug muss demnach zum Service. Diese Zahl beschreibt einen möglichen Schaden – sie belegt keine automatische Gebühr von 25.000 US-Dollar bei jeder Nutzung.
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Tesla kündigt außerdem „additional penalties“ – also weitere Sanktionen – bei absichtlichem Missbrauch an. Welche Folgen damit konkret gemeint sind, wurde in der zitierten Ankündigung nicht erläutert.
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Der Sicherheitskontext: Twin Falls und ein alternatives Produkt
Die Einführung erfolgte rund zwei Monate nach einem Schusswaffenangriff nahe einem Supercharger in Twin Falls im US-Bundesstaat Idaho. Berichte über den Angriff lenkten die Aufmerksamkeit darauf, dass Fahrerinnen und Fahrer bei angeschlossenem, verriegeltem Ladekabel normalerweise erst aussteigen und den Stecker lösen müssen, bevor sie wegfahren können.
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Tesla erklärte, bei der Standortwahl auf Sicherheit zu achten und als unsicher eingestufte Standorte zu verlegen. Das Unternehmen sagte außerdem, es habe die Idee, mit angeschlossenem Kabel wegzufahren, schon seit Jahren diskutiert. Der zeitliche Zusammenhang macht den Angriff zu wichtigem Kontext; aus den verfügbaren Informationen geht aber nicht hervor, dass er der alleinige Auslöser für die Entwicklung war.
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Auch der EVject Escape Connector greift dieselbe Sicherheitsfrage auf: Das separate Produkt soll als Sollbruchverbindung das Wegfahren ermöglichen, ohne vorher auszusteigen und den Stecker zu lösen. Es ist eine alternative technische Lösung – nicht dasselbe wie Teslas softwarebasierte Notfallfunktion.
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Der entscheidende Kompromiss: Emergency Drive Away kann in einer akuten Gefahrensituation einen Fluchtweg eröffnen, doch das Losfahren mit angeschlossenem Kabel ist laut Tesla mit Schäden verbunden. Die Funktion ist deshalb für den Ausnahmefall gedacht, nicht als bequemere Methode, einen Ladevorgang zu beenden.
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