Entscheidend ist dabei die Zwischenstation: Die südostasiatische Käuferin wurde von den Ermittlern laut Berichten als „Company-1“ bezeichnet. Bloomberg identifizierte diese Käuferin demnach als die in Bangkok ansässige OBON Corp.
SiamAI kommt über die Thailand-Verbindung in die Geschichte. Öffentliche Berichte beschreiben den mutmaßlichen Vermittler als mit Thailands nationalen KI-Ambitionen verbunden; separate Berichte schreiben zudem, OBON habe am Start von Siam AI mitgewirkt.
SiamAI selbst formuliert den Zusammenhang enger: Das Unternehmen erklärte, jüngere Presseberichte versuchten, SiamAI mit bestimmten Versandvorgängen zu verknüpfen, die Grundlage einer anhängigen US-Bundesanklage im Southern District of New York seien und mehrere ehemals mit Super Micro Computer verbundene Personen beträfen.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Eine solche Berichterstattung ist nicht gleichbedeutend mit einer öffentlichen Verurteilung oder einer direkten Anklage gegen SiamAI in den hier zitierten Materialien.
SiamAI reagierte mit einer klaren Zurückweisung. In seiner Stellungnahme zum Bloomberg-Bericht vom 8. Mai 2026 schrieb das Unternehmen im englischen Original: “To be clear, SiamAI has not engaged in the export of AI servers to China.”
Das Unternehmen erklärte außerdem, es sei bereit, in gutem Glauben mit Anfragen oder Untersuchungen der US-Regierung zu kooperieren. SiamAI betonte zudem, sich vollständig an anwendbare US-Exportkontrollen und Re-Exportkontrollen halten zu wollen, einschließlich Beschränkungen für sensible KI-Hardware und den Transfer von Halbleitertechnologie.
HK01 berichtete die Position ebenfalls als Dementi, dass SiamAI KI-Server nach China exportiert habe, verbunden mit dem Hinweis auf die Einhaltung von US-Export- und Re-Exportregeln.
Bei dieser Affäre kommt es stark auf die genaue Benennung an. Benzinga schrieb in einer Zusammenfassung, die Anklage selbst nenne weder OBON noch Alibaba; US-Behörden hätten keines der beiden Unternehmen öffentlich eines Fehlverhaltens beschuldigt. Thairath berichtete zudem, Alibaba habe eine Beteiligung zurückgewiesen.
Damit bleibt die belastbarste Lesart vorsichtig: Die zitierten Berichte belegen nicht, dass SiamAI des Schmuggels von Nvidia-Chips überführt wurde. Sie zeigen, dass Ermittlungen und Berichterstattung der Frage nachgehen, ob Super-Micro-Server mit Nvidia-Chips über eine Thailand-Verbindung nach China umgeleitet wurden, während SiamAI genau solche KI-Serverexporte nach China bestreitet.
Die Vorwürfe treffen einen ohnehin angespannten Bereich der Technologiepolitik. Seit 2022 beschränken die USA die Ausfuhr fortgeschrittener Nvidia-Chips nach China; Behörden prüfen, wie beschränkte KI-Hardware trotz solcher Regeln chinesische Käufer oder Institutionen erreichen kann.
Für Unternehmen in globalen Lieferketten geht es deshalb nicht nur um den ersten Verkauf, sondern auch um Wiederausfuhr, Endverbleib und die Frage, wer am Ende Zugriff auf besonders leistungsfähige KI-Hardware bekommt. Für Thailands KI-Sektor ist die Angelegenheit zugleich eine Reputationsfrage: Die Berichte stellen eine Verbindung zu nationalen KI-Ambitionen her, während SiamAI Kooperationsbereitschaft gegenüber US-Behörden und die Einhaltung von Exportkontrollen betont.
SiamAI wird in Berichten mit Vorwürfen verknüpft, wonach ein Thailand-naher Vermittler geholfen haben soll, Super-Micro-Server mit fortgeschrittenen Nvidia-Chips nach China umzuleiten; Alibaba wurde dabei als einer der Endkunden genannt. Die Position des Unternehmens lautet dagegen: keine KI-Serverexporte nach China, Kooperationsbereitschaft gegenüber US-Anfragen und Einhaltung der US-Regeln für Export und Wiederausfuhr.
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