Allerdings befindet sich die Technologie noch in der Entwicklung und wurde bisher nicht in großen klinischen Studien am Menschen bestätigt.
Der geplante Eingriff ähnelt medizinisch einer Gastroskopie (Magenspiegelung). Das bedeutet: Der Katheter wird über Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt, ohne chirurgische Schnitte.
Der Ablauf ist laut bisherigen Beschreibungen ungefähr folgender:
Der Vagusnerv ist eine der wichtigsten Nervenverbindungen zwischen Verdauungssystem und Gehirn. Über ihn werden Informationen über Magenfüllung, Verdauungsaktivität und Sättigung weitergegeben.
Indem bestimmte Magenäste dieses Nervs gezielt beeinflusst werden, versucht Sedivention, den Hungerimpuls an seiner Quelle zu verändern. Während Medikamente chemisch in Stoffwechselprozesse eingreifen, zielt dieser Ansatz darauf ab, die zugrunde liegende neuronale Signalübertragung zu modifizieren.
Ähnliche Konzepte existieren bereits – etwa implantierte Geräte, die vagale Signale elektrisch blockieren. Sediventions Ansatz unterscheidet sich jedoch dadurch, dass keine dauerhafte Hardware im Körper verbleibt.
Viele etablierte Therapien gegen Adipositas haben deutliche Nachteile:
Sedivention positioniert seine Technologie als möglichen Mittelweg. Das Konzept verspricht mehrere potenzielle Vorteile:
Im Jahr 2026 hat Sedivention 2,9 Millionen Euro Seed‑Kapital eingesammelt. Die Runde wurde von bmp Ventures zusammen mit den IBG‑Fonds angeführt. Weitere Investoren sind unter anderem:
Das Kapital soll mehrere entscheidende Entwicklungsschritte finanzieren:
Diese Schritte sind notwendig, bevor das Verfahren später im klinischen Alltag eingesetzt werden kann.
Trotz des Investoreninteresses befindet sich die Therapie derzeit noch in einer frühen Entwicklungsphase. Berichte ordnen das Projekt im präklinischen oder frühen klinischen Vorbereitungsstadium ein.
Erst zukünftige Studien werden zeigen, ob die gezielte Kryoablation der Vagusnerven im Magen tatsächlich zuverlässig den Appetit senken und langfristig beim Abnehmen helfen kann. Sollte sich der Ansatz bewähren, könnte er eine neue Kategorie minimalinvasiver Adipositas‑Behandlungen eröffnen.
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