Oasis: Don’t Look Back in Anger ist keine lückenlose Aufarbeitung des Zerwürfnisses der Gallagher-Brüder, sondern vor allem ein großer, emotionaler Film über die Rückkehr von Oasis. Die Doku-Konzertfilm-Mischung begleitet die Reunion-Tour Live ’25 mit Aufnahmen von der Bühne, aus dem Backstage-Bereich und aus Proben – ergänzt um zuvor unveröffentlichtes Material und die ersten gemeinsamen Interviews von Liam und Noel Gallagher seit mehr als 25 Jahren.
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Die offizielle Festivalangabe nennt eine Laufzeit von 122 Minuten, nicht 123. Regie führten Dylan Southern und Will Lovelace, das Drehbuch stammt von Steven Knight, dem Schöpfer von Peaky Blinders.
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Worum es in der Doku geht
Im Zentrum stehen die Energie der Comeback-Konzerte und die besondere Bindung zwischen Oasis und ihrem Publikum. Southern und Lovelace wollten nach eigener Aussage sowohl von der Versöhnung zweier Brüder mit berüchtigt konfliktreicher Beziehung erzählen als auch davon, wie die Songs der Band über die Jahre für Hörerinnen und Hörer weitergelebt haben.
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Damit richtet sich der Film klar an Menschen, die die Dimension und das Gemeinschaftsgefühl der Reunion noch einmal erleben wollen. Das offizielle Material verspricht außergewöhnlichen Zugang und bisher ungesehene Szenen; die Biennale von Venedig hebt insbesondere die gemeinsamen Interviews der Brüder und das unveröffentlichte Material hervor.
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Weltpremiere in Venedig: acht Minuten Applaus
Seine Weltpremiere feierte der Film am 5. September 2026 außer Konkurrenz bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Liam und Noel Gallagher erschienen gemeinsam zur Vorführung. Nach dem Film nahmen sie sich an den Händen und reckten die Arme hoch, während das Publikum acht Minuten lang stehend applaudierte.
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Auch während der Vorführung war die Stimmung ungewöhnlich lebhaft: Laut Variety klatschte das Publikum nach vielen der Konzertsequenzen, sang bei „Champagne Supernova“ mit – und bei einigen Anwesenden waren hörbar Tränen im Spiel.
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Kritiken: mitreißend für Fans, zurückhaltend beim Konflikt
Die euphorische Reaktion im Saal bedeutete nicht, dass alle Kritiken vorbehaltlos ausfielen. Variety schrieb, der Film stelle die Trennung zwar an den Anfang, dringe aber kaum zu den möglicherweise fortbestehenden Spannungen zwischen den Brüdern vor. Kritisiert wurde zudem der als zu pathetisch empfundene Ansatz von Drehbuchautor Steven Knight.
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Andere Stimmen würdigten vor allem die emotionale Wirkung: The Guardian nannte die Doku ein ausgesprochen vergnügliches, stark auf Fans zugeschnittenes Porträt der Reunion-Euphorie. The Hollywood Reporter sah überzeugend vermittelt, welche Bedeutung Oasis für Menschen weltweit hat.
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Die praktische Einordnung lautet daher: Wer neue Details über die lange Entfremdung oder eine genaue Erklärung der Versöhnung erwartet, könnte den Film als zurückhaltend empfinden. Wer die Songs, die Größenordnung der Tour und das kollektive Gefühl der Rückkehr sucht, dürfte eher auf seine Kosten kommen.
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Wer steckt hinter dem Film?
Oasis: Don’t Look Back in Anger wurde von Magna Studios produziert und von Sony Music Vision in Zusammenarbeit mit Sony Music Entertainment UK präsentiert. Produzenten sind Sam Bridger und Guy Heeley. Disney+ kündigt den Kinostart als besonderen Kinostart eines Hulu-Originalfilms an.
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Die wichtigsten Beteiligten:
- Regie: Dylan Southern und Will Lovelace
- Drehbuch: Steven Knight
- Kamera: Haris Zambarloukos
- Schnitt: George Cragg und Martina Zamolo
- Musik: Zebedee Budworth
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Kinostart und Streaming
Disney führt den Film mit Kinostart am 11. September 2026. Geplant sind ausgewählte IMAX-Vorführungen und reguläre Kinovorstellungen.
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Nach dem Kinofenster soll die Dokumentation noch 2026 ins Streaming kommen: in Großbritannien exklusiv bei Disney+, in den USA bei Hulu und Disney+. Ein konkretes Streamingdatum nennt das verfügbare offizielle Material bislang nicht.
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Für Oasis-Fans liegt der Reiz also weniger in einer schonungslosen Konfliktanalyse. Der Film dokumentiert vor allem den seltenen, öffentlich erlebbaren Moment, in dem Liam und Noel Gallagher wieder gemeinsam auf einer Bühne standen – und die Resonanz, die Live ’25 weit über eine gewöhnliche Reunion-Tour hinausheben sollte.
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