Da die Elektroden auf der Oberfläche liegen, könnten sie mehrere Vorteile bieten:
Parallel baut Neurosoft eine Neural‑Data‑Plattform sowie ein „Foundation Model“ des menschlichen Cortex auf. Dieses KI‑Modell soll mit den von den Implantaten aufgezeichneten neuronalen Daten trainiert werden und künftig helfen, Gehirnsignale präziser zu interpretieren – etwa für medizinische oder assistive Anwendungen.
Im Mai 2026 gab Neurosoft bekannt, eine überzeichnete Seed‑Finanzierungsrunde über 7,5 Millionen US‑Dollar abgeschlossen zu haben.
Angeführt wurde die Runde von Skybound Venture Capital. Weitere Investoren sind PL Capital, IAG Capital Partners und Connecticut Innovations sowie zusätzliche Geldgeber.
Nach Angaben des Unternehmens beläuft sich das insgesamt eingesammelte Kapital damit auf mehr als 20 Millionen US‑Dollar.
Die neuen Mittel sollen vor allem eingesetzt werden, um:
Die Technologie wird bereits in ersten Studien mit Menschen getestet. Nach Unternehmensangaben kamen die Geräte bisher bei 10 Patienten in zwei laufenden klinischen Studien zum Einsatz.
Diese Studien finden statt an:
Eine Studie nutzt ein 64‑Kanal‑Interface aus weichen, dehnbaren Elektroden, das bei Epilepsie‑Operationen eingesetzt wird. Ziel ist es, jene Hirnregionen präziser zu identifizieren, in denen epileptische Anfälle entstehen.
Darüber hinaus hat das Unternehmen:
Aus der Technologieplattform entstehen mehrere medizinische und assistive Systeme.
SOFT ECoG ist eine Familie subduraler Elektrodenarrays, die während neurochirurgischer Eingriffe oder zur kurzzeitigen Überwachung eingesetzt werden können (bis etwa 30 Tage).
Mögliche Anwendungen:
MINDZ ist ein minimalinvasives Brain‑Interface‑System, das über ein spezielles Einbringungssystem auf der Gehirnoberfläche implantiert werden soll.
Die erste Zielanwendung ist die Lokalisierung epileptischer Herde bei Patienten mit medikamentenresistenter Epilepsie – möglicherweise über kleinere chirurgische Öffnungen statt einer klassischen Schädelöffnung.
Beim Projekt Synapsuit geht es darum, Gehirnsignale zu entschlüsseln und damit einen weichen tragbaren Exosuit zu steuern.
Der Anzug könnte Menschen mit schweren motorischen Einschränkungen unterstützen, indem er Arm‑ und Handbewegungen in Echtzeit verstärkt oder ermöglicht. Die Steuerung würde direkt über kortikale Signale erfolgen.
Trotz der vielversprechenden ersten Studien befinden sich die Geräte noch in der klinischen Erprobung und sind weder in den USA noch in Europa zum Verkauf zugelassen.
Der nächste Schritt für Neurosoft besteht darin, die klinische Evidenz zu erweitern und minimalinvasive Implantationsmethoden zu demonstrieren. Gelingt dies und folgen regulatorische Zulassungen, könnte eine neue Kategorie von oberflächenbasierten Brain‑Computer‑Interfaces entstehen – entwickelt für sicherere und breiter einsetzbare Interaktionen zwischen Mensch und Maschine.
Im internationalen Wettbewerb der Neurotechnologie, in dem andere Unternehmen auf tiefer eindringende Implantate setzen, wettet Neurosoft darauf, dass weiche, anpassungsfähige Elektronik auf der Gehirnoberfläche ein praktikablerer Weg zur klinischen Anwendung sein könnte.
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