Der Schritt ist Teil einer größeren Überarbeitung der Anmelde- und Registrierungsabläufe. Laut BleepingComputer begann Microsoft bereits im März 2025 damit, neue Web- und Mobil-Flows auszurollen, die auf passwortlose und passkey-orientierte Anmeldung optimiert sind .
Kurz gesagt: Wer heute ein neues Microsoft-Konto erstellt, soll nicht mehr zuerst ein Passwort erfinden, speichern und später wiederherstellen müssen.
Passkeys sind der Kern von Microsofts passwortloser Strategie. Microsoft beschreibt sie als standardbasierte, phishing-resistente Authentifizierungsmethode, die gemeinsam mit der FIDO Alliance und Plattformpartnern entwickelt wurde, um Passwörter zu ersetzen .
Statt ein wiederverwendbares Passwort einzutippen, meldet man sich bei unterstützten Apps oder Websites mit einem Passkey an – etwa per Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder PIN . Einige Berichte beschreiben Passkeys als WebAuthn-basierte Zugangsdaten, die mit einem öffentlichen und einem privaten kryptografischen Schlüssel arbeiten; der private Schlüssel bleibt dabei auf dem Gerät der Nutzerin oder des Nutzers .
Je nach Gerät und Dienst können Microsofts passwortlose Optionen Passkeys, Windows-Hello-Anmeldung per Biometrie oder PIN, die Microsoft-Authenticator-App sowie physische Sicherheitsschlüssel umfassen .
Bestehende Microsoft-Konten verlieren dadurch nicht automatisch ihre Passwort-Anmeldung. Die Änderung betrifft vor allem brandneue beziehungsweise neu erstellte Microsoft-Konten .
Wer schon ein Microsoft-Konto nutzt, kann aber freiwillig in dieselbe Richtung gehen. Microsoft erklärt, dass bestehende Nutzerinnen und Nutzer ihr Passwort in den Kontoeinstellungen löschen können, und wirbt zugleich dafür, Passkeys dort einzusetzen, wo sie unterstützt werden .
Wichtig ist dabei die praktische Seite: Microsoft beschreibt Passkeys als Anmeldemethode für unterstützte Apps und Websites . Bevor man ein bestehendes Passwort entfernt, sollte also sichergestellt sein, dass Passkey-Zugriff und Wiederherstellungsoptionen zuverlässig funktionieren.
Microsofts Sicherheitsargument ist klar: Passwörter sind ein beliebtes Angriffsziel. Die Umstellung wird mit dem Schutz vor passwortbasierten Angriffen wie Phishing, Brute-Force-Attacken und Credential Stuffing begründet .
Passkeys sollen dieses Risiko verringern, weil sie nicht auf einem gemeinsam genutzten, wiederverwendbaren Geheimnis beruhen, das man auf einer gefälschten Website eintippen könnte. Microsoft bezeichnet sie deshalb als phishing-resistente Alternative zu Passwörtern .
Auch die Bedienbarkeit spielt eine Rolle. RCPmag berichtete über Microsofts Aussage, dass Passkey-Anmeldungen in rund 98 Prozent der Fälle erfolgreich seien – gegenüber etwa 32 Prozent bei Passwort-Anmeldungen .
Bei neuen Microsoft-Konten dürfte der Registrierungsprozess künftig deutlich stärker in Richtung passwortloser Anmeldung führen. Für bestehende Konten ist die Änderung eher eine Einladung als eine automatische Sperre: Passkey einrichten, Wiederherstellung prüfen und erst dann überlegen, ob das Passwort aus den Kontoeinstellungen entfernt werden soll .
Die Richtung ist dennoch eindeutig. Microsoft unterstützt Passkeys nicht mehr nur als Zusatzoption – für neue Konten werden passwortlose Anmeldungen zum Standardweg .