Die Meldung über einen ausgelesenen Firmware-Dump der Nintendo Switch 2 kam am 25. Oktober – kurz nach der gemeldeten Veröffentlichung von ns2jb am 22. Oktober, dem ersten öffentlichen Software-Jailbreak für die Konsole. Entscheidend ist die Einschränkung: Den Berichten zufolge sind manche Dateien analysierbar, andere scheinen verschlüsselt zu sein. Das ist nicht gleichbedeutend mit einem bestätigten, vollständigen und entschlüsselten Firmware-Abbild – und auch kein Beleg dafür, dass die Sicherheit der Konsole insgesamt ausgehebelt wurde.
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Was über den Firmware-Extrakt bekannt ist
Der Bericht vom 25. Oktober schreibt den Extrakt dem Content Creator Senhor Linguica und einem von Kurumuz entwickelten Werkzeug zu. Das ausgelesene Material könnte Forschenden dabei helfen, das Betriebssystem der Switch 2 mit dem der ursprünglichen Switch zu vergleichen und mögliche Schwachstellen zu untersuchen. Das sind denkbare Forschungsansätze – keine Bestätigung, dass bereits neue Sicherheitslücken gefunden wurden.
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Unabhängig davon berichtete ein Nutzer im GBAtemp-Forum, ein Kurumuz-Fork von ns2jb habe rund 223 MB Binärdaten erzeugt. Das ist ein Community-Bericht über einen Test, keine unabhängige Bestätigung, dass die gesamte Firmware ausgelesen oder entschlüsselt wurde.
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Ein Extrakt kann also durchaus nützliche Systemdateien enthalten, ohne alle geschützten Komponenten offenzulegen. Die vorliegenden Berichte belegen kein vollständiges, entschlüsseltes Firmware-Abbild.
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Was ns2jb laut Berichten ermöglicht
Der Sicherheitsforscher Sammy „pepsipu“ Hajhamid veröffentlichte ns2jb am 22. Oktober. Der Jailbreak soll mit Firmware 23.0.1 funktionieren. Er kommt ohne Modchip aus, ist aber „tethered“: Nach einem Neustart muss der Exploit erneut ausgeführt werden. Berichte nennen OpenAI Codex als Unterstützung bei der Recherche. Sie belegen jedoch nicht, dass die KI den Jailbreak autonom mit einem einzigen Prompt entwickelt hat.
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Die gemeldete Exploit-Kette beginnt mit einem 32-Bit-Integer-Overflow im abwärtskompatiblen SmileBASIC-4-Interpreter und führt anschließend zum Dateisystemdienst der Konsole. Der so erreichte Zugriff wurde genutzt, um nativen Code, Homebrew und Spielmodifikationen auszuführen sowie Teile von Spieldaten und System-Binärdateien auszulesen. Das ist Zugriff auf der Nutzer- beziehungsweise Systemdienste-Ebene – kein nachgewiesener Jailbreak des Kernels.
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SmileBASIC 4 wurde später Berichten zufolge aus dem eShop genommen. Die verfügbaren Quellen belegen nicht, dass die Anwendung ausdrücklich sowohl aus dem US-amerikanischen als auch aus dem europäischen eShop entfernt wurde.
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Ausgelesene Spieldateien sind nicht automatisch spielbare Dumps
Berichte nennen Dateien und Inhalte aus Deltarune, Kapitel 1 bis 4, sowie aus einer Beta von The Duskbloods. Außerdem wurde eine Modifikation von Mario Kart World mit ns2jb demonstriert. Das zeigt Aktivitäten rund um Dateiextraktion und Modding. Es belegt nicht, dass vollständige, spielbare Abbilder kommerzieller Spiele unabhängig verifiziert oder öffentlich veröffentlicht wurden.
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Auch bei der Verschlüsselung ist die Unterscheidung wichtig: Einige Firmware-Dateien sollen verschlüsselt sein. Zudem berichten Quellen, dass sich Spiel-Backups ohne die Verschlüsselungsschlüssel der Konsole nicht in Emulatoren ausführen lassen. Dass ns2jb diese Schlüssel ausliest, zeigen die Quellen nicht.
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Emulator-Aussagen sind nicht unabhängig bestätigt
Das GitHub-Projekt ounce-core beschreibt sich als in Rust entwickelten, quelloffenen Emulator für die Switch 2 und behauptet, native Programme sowie aufgezeichneten Firmware-Code ausführen zu können. Das sind Angaben des Projekts selbst. Das bereitgestellte Material bestätigt nicht unabhängig, dass kommerzielle Switch-2-Spiele auf einem öffentlich verfügbaren Emulator laufen.
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Dateien auszulesen und eine Konsole zu emulieren sind zwei unterschiedliche Aufgaben: Ein Emulator muss das Plattformverhalten nachbilden, das eine Software zum Laufen braucht. Bei verschlüsselten Spieldaten können außerdem die passenden Schlüssel nötig sein. Die verfügbaren Quellen belegen weder, dass die Nachbildung der Hardware das mit Abstand größte Hindernis ist, noch dass der gemeldete Firmware-Extrakt die Verschlüsselungshürde beseitigt hat.
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In Community-Diskussionen ist außerdem von einem möglichen Ansatz über WebKit die Rede. Die Quellen bestätigen jedoch keinen veröffentlichten Ersatz für ns2jb. Berichte über Hajhamids ersten WebKit-Versuch sagen, dass dieser nicht erfolgreich war.
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Derzeit ist die belastbare Aussage also deutlich enger als die Behauptung, die Switch 2 sei vollständig „geknackt“: ns2jb soll vorübergehenden Zugriff auf Systemdienste ermöglichen, und Forschende haben einige Dateien zur Analyse ausgelesen. Der Firmware-Extrakt kann die weitere Untersuchung unterstützen. Für Kernel-Kontrolle, Zugriff auf Verschlüsselungsschlüssel oder spielbare kommerzielle Switch-2-Spiele auf dem PC liefert er für sich genommen aber keinen Beleg.
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