Ein kleiner Bronze-Siegelring zeigt den Leuchtturm von Alexandria – und stammt aus den Ruinen eines Palasts unter Wasser. Archäologen fanden ihn auf Antirhodos, einer versunkenen Insel im östlichen Hafen der ägyptischen Stadt. Die Expedition nennt ihn den ersten bekannten Siegelring mit diesem Motiv. Wann er gefertigt wurde, wem er gehörte und wofür er tatsächlich diente, ist bislang nicht geklärt.
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Fundort im einstigen Königshafen
Antirhodos gehörte einst zum königlichen Viertel Alexandrias im Portus Magnus – dem „Großen Hafen“. Der Ring kam bei Unterwassergrabungen in den Überresten eines dortigen Palasts zutage. Beteiligt waren das Europäische Institut für Unterwasserarchäologie (IEASM) und ägyptische Antikenbehörden.
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Die Bezeichnung „erster bekannter Siegelring“ bezieht sich auf einen Ring mit einer Darstellung des Leuchtturms. Sie bedeutet nicht, dass dies das erste überlieferte Bild des Bauwerks überhaupt ist. Das eingravierte Motiv ähnelt Darstellungen des Leuchtturms auf Münzen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.
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5 Diese Ähnlichkeit ist ein Vergleich mit bekannten Bildmotiven, aber für sich genommen keine verlässliche Datierung des Rings.
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Was über Fund und Bekanntgabe berichtet wird
Die Mitteilung des IEASM zum Fund ist auf den 7. Oktober 2026 datiert. Ein weiterer Bericht besagt, dass Tourismus- und Antikenminister Sherif Fathy die Mission bereits am 5. Oktober besucht habe und der Fund während dieses Besuchs bekanntgegeben worden sei. Die Berichte nennen somit unterschiedliche Zeitpunkte für die Bekanntgabe; wann genau der Ring geborgen wurde, lässt sich daraus nicht ableiten.
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Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Antiken sowie der Oberste Rat für Altertümer werden als Partner der Unterwasserarbeiten genannt. Hisham El-Leithy, Generalsekretär des Rates, berichtete Einzelheiten zum Fund.
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30 Franck Goddio, der die Arbeiten des IEASM leitet, verkündete die Entdeckung über die Kanäle des Instituts.
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Einem Bericht zufolge begleitete Ahmed Rehema den Minister bei einer Inspektion an Bord des Forschungsschiffs. Welche konkrete Rolle Rehema bei der Bergung oder Untersuchung des Rings spielte, geht aus den verfügbaren Berichten nicht hervor.
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Was der Ring bedeuten könnte – und was nicht
Ein Siegelring konnte dazu dienen, ein Motiv in Wachs oder weichen Ton zu drücken – etwa um einen Brief oder einen Behälter zu verschließen oder ein Dokument zu beglaubigen. Das ist eine mögliche Funktion dieser Objektart, aber kein Beleg dafür, wie genau dieser Ring verwendet wurde.
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Der Fund im Palast hat zu der Vermutung geführt, dass der Ort auch Verwaltungsaufgaben im Zusammenhang mit dem Hafen und dessen Wahrzeichen gehabt haben könnte. Der Ring beweist jedoch weder, dass sein Besitzer den Leuchtturm verwaltete, noch, dass sich in dem Palast zuständige Büros befanden.
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Berichte stellen zudem einen historischen Bezug zu Strabo her, der Alexandria um 29 bis 25 v. Chr. besuchte. Dieser Kontext belegt für sich genommen weder, wie lange der Palast Verwaltungsfunktionen hatte, noch, ob seine Bewohner für den Leuchtturm zuständig waren.
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Die Grenzen des bisherigen Wissens sind klar: Die verfügbaren Berichte nennen keine Maße des Rings, keinen Besitzer und kein gesichertes Herstellungsdatum. Auch die Ähnlichkeit mit Münzbildern des 2. Jahrhunderts n. Chr. reicht nicht aus, um diese Fragen zu beantworten.
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Weitere Arbeiten im Hafen
Ein Bericht zur Grabungskampagne nennt vier untersuchte Bereiche im östlichen Hafen von Alexandria: einen Isis-Tempel, Palastreste, einen Obelisken und das Timonium.
27 Ein weiterer Bericht erwähnt Keramik- und Glasfunde aus den umfassenderen Unterwasseruntersuchungen, nennt im verfügbaren Auszug aber keine Datierungen für diese Objekte.
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Der Ring ist daher vor allem ein seltener Fund mit einem markanten Motiv und einem aufschlussreichen Fundort. Als eindeutig datiertes Objekt, das seinen Besitzer identifiziert oder eine direkte Verbindung zur Verwaltung des Leuchtturms belegt, lässt er sich bislang nicht einordnen.