Eine seit Jahren ruhende Bitcoin-Wallet, die On-Chain-Analysten dem verurteilten irischen Drogendealer Clifton Collins zuordnen, hat am 28. August 2026 insgesamt 500 BTC an eine Coinbase-Prime-Adresse transferiert. Zum Zeitpunkt der Meldungen entsprach das einem Wert von etwa 39,56 Millionen US-Dollar. Die Bewegung ist auf der Blockchain nachvollziehbar. Die verfügbaren Belege zeigen jedoch nicht, dass das irische Criminal Assets Bureau (CAB) sie veranlasst hat, dass es sich um eine vierte Rückgewinnung handelt oder dass die Bitcoin verkauft wurden.
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Was geschah am 28. August?
Die Transaktion stammte aus einer Wallet-Gruppe, die mit dem Collins-Fall in Verbindung gebracht wird. Die Summe von 500 BTC ist deshalb bemerkenswert: Berichten zufolge hatte Collins einen deutlich größeren Bestand auf zwölf separate Wallets verteilt, die jeweils ungefähr 500 BTC enthielten. Die passende Größenordnung stimmt mit der ursprünglichen Struktur des Bestands überein. Eine Wallet-Zuordnung auf Grundlage von Blockchain-Analysen ist jedoch nicht dasselbe wie eine offiziell bestätigte Beschlagnahmung.
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Auch bei der Bewertung gibt es in den Berichten leichte Abweichungen. Einige Quellen sprechen gerundet von etwa 38 Millionen US-Dollar, andere nennen rund 39,56 Millionen US-Dollar. Der Unterschied hängt vom verwendeten Bitcoin-Kurs und dem Zeitpunkt der Berechnung ab – nicht von der Menge von 500 BTC.
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Wie der Bestand von 6.000 BTC unzugänglich wurde
Berichten nach Collins’ Festnahme im Jahr 2017 hatte er Ende 2011 und Anfang 2012 rund 6.000 BTC mit Einnahmen aus dem Cannabisgeschäft erworben – zu einer Zeit, als Bitcoin nur wenige Dollar kostete. Anschließend soll er die Coins auf zwölf Wallets verteilt und die zugehörigen Zugangsinformationen auf Papier ausgedruckt haben.
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Das Papier soll in einem Angelrutenkoffer auf einem gemieteten Grundstück im County Galway versteckt gewesen sein. Nach Collins’ Festnahme wurde das Haus geräumt; die Angelausrüstung und offenbar auch die Zugangsdaten sollen dabei entsorgt worden sein. Dadurch hatten die Behörden rechtlich Zugriff auf die beschlagnahmten Vermögenswerte, konnten die Bitcoin aber zunächst nicht bewegen, weil der praktische Zugang zu den Wallets fehlte.
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Was die früheren Rückgewinnungen zeigen
Der jüngste Transfer folgt auf drei öffentlich gemeldete Bewegungen von jeweils 500 BTC aus demselben größeren Fall:
- März 2026: Das CAB teilte mit, mit technischer Unterstützung des European Cybercrime Centre von Europol Zugriff auf eine Wallet mit 500 BTC erhalten zu haben.
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- Mai 2026: Das CAB und Europol sollen weitere 500 BTC aus einer ruhenden Wallet gesichert haben, die vermutlich mit dem Fall in Verbindung stand.
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- Juli 2026: Das CAB meldete die Rückgewinnung weiterer 500 BTC. Damit lag die öffentlich gemeldete Summe zu diesem Zeitpunkt bei 1.500 BTC.
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Diese Vorgeschichte erklärt, warum die Transaktion vom 28. August vielfach als mögliche vierte Rückgewinnung bezeichnet wurde. Gleichzeitig weisen Berichte ausdrücklich darauf hin, dass das CAB und Europol die jüngste Bewegung bislang nicht offiziell als weitere Rückgewinnung bestätigt haben.
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Bedeutet Coinbase Prime, dass die Bitcoin verkauft wurden?
Nein. Die Übertragung an eine Coinbase-Prime-Adresse zeigt zunächst nur, dass die Coins einen institutionellen Coinbase-Dienst erreicht haben. Daraus folgt nicht automatisch, dass ein Verkauf am Markt stattgefunden hat.
Coinbase Prime bietet institutionellen Kunden Verwahrung und fortgeschrittene Handelsdienstleistungen. Der U.S. Marshals Service hat den Dienst ausgewählt, um bestimmte große digitale Vermögenswerte im Zusammenhang mit staatlichen Einziehungen zu verwahren und zu handeln. Ein Transfer zu Coinbase Prime kann daher unter anderem der Verwahrung, einer administrativen Bündelung, der Compliance-Prüfung oder der Vorbereitung einer späteren Transaktion dienen – nicht zwingend einer sofortigen Veräußerung.
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Dasselbe gilt im vorliegenden Fall: Die Blockchain kann die Bewegung und die Zieladresse sichtbar machen. Sie kann aber nicht unabhängig feststellen, welche Person oder Behörde den Transfer autorisiert hat oder ob danach ein Verkauf erfolgte.
Wie viele Bitcoin könnten noch übrig sein?
Wenn die berichtete Struktur von zwölf Wallets mit jeweils ungefähr 500 BTC zutrifft, würden die drei früheren Rückgewinnungen zusammen mit der Bewegung vom 28. August etwa 2.000 BTC ergeben. Damit könnten noch rund 4.000 BTC in acht ähnlich großen Wallets liegen.
Das ist eine einfache Schätzung auf Grundlage der gemeldeten Wallet-Struktur – kein offizielles Bestandsverzeichnis des CAB. Daraus lässt sich weder ableiten, dass alle acht Wallets weiterhin unzugänglich sind, noch dass es zu weiteren Rückgewinnungen kommen wird. Die Transaktion vom 28. August wurde von CAB, Europol, Coinbase oder einem irischen Gericht bislang nicht formell als vierte Sicherstellung bezeichnet.
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Die belastbarste Einordnung
Die am besten belegte Beschreibung ist nüchterner als manche Schlagzeile: 500 BTC aus einer ruhenden Wallet, die Analysten mit dem Clifton-Collins-Fall in Verbindung bringen, wurden am 28. August 2026 an eine als Coinbase Prime gekennzeichnete Adresse transferiert. Der gemeldete Wert lag bei rund 39,56 Millionen US-Dollar.
Die Summe entspricht dem 500-BTC-Muster des ursprünglichen Bestands von 6.000 BTC und folgt auf drei frühere, öffentlich mit CAB und Europol verbundene Rückgewinnungen. Solange jedoch keine offizielle Stellungnahme Absender und Zweck des Transfers benennt, bleibt offen, ob es sich um eine vierte staatliche Rückgewinnung, eine Verwahrungsübertragung oder eine andere autorisierte Bewegung handelte.