Rechnerisch ergibt sich daraus eine Rohkapazität von 9.830,4 TB Flash‑Speicher, weshalb Dell und Kioxia die Lösung als 9,8‑PB‑Server bezeichnen.
Als Rechenplattform kann der Server mit zwei AMD‑EPYC‑Prozessoren der 9005‑Serie ausgestattet werden, die hohe Kernzahlen und große PCIe‑Bandbreite bereitstellen – entscheidend, um viele NVMe‑Laufwerke parallel zu betreiben.
Die extreme Speicherdichte entsteht aus mehreren technischen Faktoren.
Die Kioxia‑LC9‑Serie erreicht bis zu 245,76 TB pro NVMe‑SSD und gehört damit zu den derzeit größten Enterprise‑SSDs. Sie nutzt PCIe‑5.0‑Schnittstellen und ist speziell für Rechenzentrums‑ und KI‑Workloads ausgelegt.
Die Laufwerke basieren auf 3D‑QLC‑NAND‑Flash, der hohe Kapazitäten bei weiterhin geeigneter Performance und Lebensdauer für Enterprise‑Anwendungen ermöglicht.
Die SSDs werden im EDSFF‑E3.L‑Formfaktor eingesetzt. Dieses längliche Modul wurde speziell für Datacenter‑Server entwickelt.
Der Vorteil: Das Gehäuse bietet Platz für mehr NAND‑Chips und erlaubt höhere Leistungs‑ und Kühlungsbudgets als klassische 2,5‑Zoll‑SSDs – eine wichtige Voraussetzung für Laufwerke jenseits der 200‑TB‑Marke.
Der PowerEdge‑Server stellt dank moderner CPU‑Architekturen eine große Zahl an PCIe‑Gen5‑Lanes bereit. NVMe‑SSDs können dadurch direkt an die CPU angebunden werden, wodurch parallele Datenzugriffe mit minimalen Engpässen möglich sind.
Das Ergebnis ist ein System, in dem Dutzende extrem großer NVMe‑Laufwerke gleichzeitig arbeiten können, ohne dass die interne Bandbreite zum Flaschenhals wird.
Großer Speicher bringt nur dann Vorteile, wenn Daten schnell ein‑ und ausgeliefert werden können. Der PowerEdge R7725xd unterstützt deshalb sehr schnelle Netzwerkkonfigurationen.
Beispielsweise sind mehrere Hochgeschwindigkeits‑NICs mit 100‑GbE oder 400‑GbE möglich; in bestimmten Setups können sogar bis zu fünf 400‑Gbps‑Netzwerkkarten eingesetzt werden.
Diese Bandbreite ist entscheidend für typische Einsatzszenarien wie:
Ohne entsprechend schnelle Netzwerke würde ein Server mit mehreren Petabyte Speicher schnell zum Engpass für ein gesamtes Cluster.
KI‑Modelle benötigen enorme Datenmengen: Trainingskorpora, Checkpoints, Feature‑Daten, Logs oder Embeddings. Ultra‑dichte Flash‑Server helfen dabei, diese Daten effizient zu verwalten.
Wenn 9,8 PB Flash in nur 2 Höheneinheiten untergebracht werden können, reduziert sich die Zahl der benötigten Server drastisch. Das spart Rack‑Platz, Verkabelung und Infrastruktur.
Sehr große SSDs können viele kleinere Laufwerke – oder sogar ganze HDD‑Pools – ersetzen. Dadurch sinkt die Anzahl physischer Geräte und häufig auch der Energie‑ und Kühlbedarf eines Systems.
In KI‑Clustern sind GPUs oft die teuerste Ressource. Wenn Storage zu langsam ist, stehen diese Beschleuniger untätig herum. Hochparallele NVMe‑Arrays sollen genau dieses Problem verhindern und Daten schnell genug liefern.
Der 9,8‑PB‑Server ist auch ein Signal für einen größeren Branchentrend: Enterprise‑SSDs im Bereich von 245 TB bis 256 TB werden zum neuen Wettbewerbsschwerpunkt.
Mehrere Hersteller entwickeln derzeit Laufwerke in dieser Kapazitätsklasse. Micron etwa hat eine 245‑TB‑Variante seines 6600‑ION‑Enterprise‑SSDs vorgestellt – ein direkter Konkurrent in diesem Segment.
Die Nachfrage wächst schnell. Laut TrendForce stiegen die Umsätze der fünf größten Enterprise‑SSD‑Hersteller im vierten Quartal 2025 um über 50 % gegenüber dem Vorquartal, vor allem durch den Ausbau von KI‑Infrastruktur.
Auch langfristig wird der Markt stark wachsen: Prognosen sehen den globalen SSD‑Markt von 36,33 Milliarden US‑Dollar im Jahr 2026 auf 76,41 Milliarden US‑Dollar bis 2031 steigen.
Der Dell‑Kioxia‑Server zeigt weniger ein einzelnes Produkt als vielmehr eine Richtung: Einzelne Server entwickeln sich zu Multi‑Petabyte‑Speicherknoten, die ganze KI‑Cluster mit Daten versorgen können.
Wenn SSD‑Kapazitäten weiter steigen – etwa in Richtung 256 TB pro Laufwerk und darüber hinaus – könnten zukünftige 2U‑Systeme sogar über 10 PB oder mehrere Dutzend Petabyte Flash‑Speicher in einem einzigen Chassis erreichen.
Für Hyperscaler, KI‑Labore und große Unternehmen könnte das langfristig verändern, wie Storage‑Cluster – und sogar ganze Rechenzentren – geplant werden.
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