Die drei Manus‑Mitgründer Xiao Hong, Ji Yichao und Zhang Tao sprechen laut Berichten mit Investoren über eine neue Finanzierungsrunde von ungefähr 1 Milliarde US‑Dollar. Ziel ist es, Metas Beteiligung zurückzukaufen und damit die Auflage der chinesischen Behörden zu erfüllen, die Übernahme zu annullieren.
Insidern zufolge könnte die Finanzierung das Unternehmen mindestens auf dem gleichen Niveau bewerten, das Meta gezahlt hat – also rund 2 Milliarden Dollar. Die Gründer könnten zudem eigenes Kapital beisteuern, um den Rückkauf zu ermöglichen.
Sollte der Plan umgesetzt werden, könnte Manus anschließend neu strukturiert werden – etwa als Joint Venture auf dem chinesischen Festland. Langfristig wäre auch ein Börsengang in Hongkong denkbar. Die Gespräche sind jedoch privat, daher sind viele Details noch nicht bestätigt.
Der Eingriff kam von der Nationalen Entwicklungs‑ und Reformkommission (NDRC), einer zentralen Wirtschafts‑ und Planungsbehörde Chinas. Über ihren Sicherheitsprüfmechanismus für ausländische Investitionen ordnete sie im April 2026 an, dass Meta und Manus die Transaktion zurückziehen oder rückabwickeln müssen.
Als Begründung verwiesen die Behörden auf Regeln, die ausländische Investitionen in bestimmte KI‑Projekte untersagen. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken rund um strategische Technologien.
Berichten zufolge prüften die Behörden unter anderem, ob der Deal zu
Besonders bemerkenswert: Manus ist zwar in Singapur ansässig, wurde aber von chinesischen Unternehmern gegründet und hat enge Verbindungen nach China. Dadurch sah sich Peking offenbar berechtigt, den Deal zu prüfen und zu stoppen – trotz des ausländischen Firmensitzes.
Während der Untersuchung durften zwei Mitgründer, Xiao Hong und Ji Yichao, Berichten zufolge China zeitweise nicht verlassen. Das deutet darauf hin, dass die Behörden sicherstellen wollten, dass Schlüsselpersonal und Know‑how im Land verfügbar bleiben, solange der Deal überprüft wurde.
Die geplante Finanzierung hätte vor allem einen Zweck: die wirtschaftliche Trennung von Meta.
Das Kapital könnte unter anderem genutzt werden, um:
Noch offen ist, wie genau der Rückkauf strukturiert würde – etwa der genaue Preis, die Mischung aus Eigen‑ und Fremdkapital oder ob Meta eine kleine Beteiligung oder Partnerschaft behalten könnte.
Das Unternehmen hinter dem KI‑Agenten Manus, Butterfly Effect, hat eine ungewöhnlich schnelle Wachstumsphase erlebt.
Einige Berichte sprechen davon, dass Manus innerhalb weniger Monate rund 100 Millionen Dollar jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) erreichte – vor allem durch Unternehmenskunden, die KI‑Agenten für Aufgaben wie Recherche, Programmierung oder Datenanalyse einsetzen.
Allerdings hat das Unternehmen bislang keine geprüften Finanzzahlen veröffentlicht, sodass viele Details zu Umsatz, Kosten oder Profitabilität unbestätigt bleiben.
Der Fall Manus könnte weitreichende Auswirkungen auf internationale Tech‑Deals haben.
Erstens zeigt er, dass China ausländische Übernahmen von KI‑Firmen mit Bezug zum Land blockieren kann, selbst wenn diese formal im Ausland registriert sind.
Zweitens erhöht er das Risiko für Startups mit Offshore‑Strukturen – etwa Holdinggesellschaften in Singapur oder auf den Cayman‑Inseln – die eigentlich geschaffen wurden, um internationales Kapital anzuziehen.
Und drittens könnte sich die Exit‑Strategie vieler KI‑Startups verändern. Statt an US‑Technologiekonzerne zu verkaufen, könnten Firmen mit China‑Bezug stärker auf Alternativen setzen, etwa:
Der gescheiterte Meta‑Manus‑Deal ist damit mehr als nur eine rückgängig gemachte Übernahme. Er zeigt, wie eng Technologie, nationale Sicherheit und globales Kapital inzwischen miteinander verflochten sind – besonders im strategisch wichtigen Bereich der künstlichen Intelligenz.
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