Arbeitsspeicher und Flash‑Speicher sind inzwischen zentrale Kostentreiber bei Smartphones.
Laut Xiaomi ist der Einkaufspreis für eine Konfiguration mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher um rund 1.500 Yuan gestiegen im Vergleich zu Anfang 2025.
Noch stärker betroffen sind größere Varianten wie 16 GB RAM mit 1 TB Speicher, die bei Premium‑Modellen immer häufiger angeboten werden.
Da Speicher einen erheblichen Anteil an den Produktionskosten ausmacht, schlagen steigende DRAM‑ und NAND‑Preise direkt auf den Endpreis eines Geräts durch.
Der Effekt ist bereits im Markt sichtbar. Mehrere große Smartphone‑Marken in China haben ihre Preise für bestehende Modelle erhöht.
Damit erlebt der chinesische Smartphone‑Markt eine der größten kollektiven Preisrunden seit Jahren, ausgelöst durch steigende Komponentenpreise in der Lieferkette.
Mehrere Trends erhöhen den Kostendruck bei Premium‑Smartphones:
Größere Speicherausstattung
Flaggschiffgeräte bieten heute häufig 12–16 GB RAM und bis zu 1 TB Speicher – deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren.
Immer teurere High‑End‑Komponenten
Auch Prozessoren, Kamerasensoren und spezialisierte KI‑Hardware treiben die Materialkosten nach oben.
Priorisierung von KI‑Servern
Speicherhersteller lenken Produktionskapazitäten zunehmend in Richtung Rechenzentren und KI‑Anwendungen, wo die Margen höher sind.
Vor diesem Hintergrund erwarten Xiaomi‑Manager, dass manche chinesischen Flaggschiff‑Smartphones bis Ende 2026 über die Marke von 10.000 Yuan steigen könnten, vor allem in Varianten mit besonders viel Speicher.
Die Speicherknappheit beeinflusst nicht nur Preise, sondern auch die Marktstruktur.
Nach Prognosen der Marktforschungsfirma IDC könnten die weltweiten Smartphone‑Auslieferungen 2026 um 12,9 % auf rund 1,12 Milliarden Geräte fallen – der niedrigste Wert seit mehr als einem Jahrzehnt.
Gleichzeitig steigen die durchschnittlichen Verkaufspreise. Dieses ungewöhnliche Muster – höhere Preise bei sinkenden Stückzahlen – deutet darauf hin, dass der Markt vor allem durch Bauteilknappheit und steigende Kosten gebremst wird.
Besonders günstige Geräte stehen unter Druck, da Hersteller mit niedrigen Margen steigende Komponentenpreise kaum auffangen können.
Wenn die Speicherpreise hoch bleiben, könnten sich mehrere Trends im Smartphone‑Markt verstärken:
Viele Analysten gehen davon aus, dass das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei Speicherchips bis mindestens 2026 und möglicherweise bis 2027 bestehen bleibt, bevor sich der Markt stabilisiert.
Damit wird die Preisentwicklung bei Smartphones zunehmend von einer Branche beeinflusst, die außerhalb des klassischen Mobilfunkmarkts liegt: der globalen Infrastruktur für künstliche Intelligenz.
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