Wenn mehrere dieser Märkte gleichzeitig wachsen, steigt der Druck auf die vorhandenen Produktionskapazitäten deutlich.
Laut Marktforschungsunternehmen TrendForce könnte die durchschnittliche Auslastung von 8‑Zoll‑Fabriken bei den weltweit größten Foundries bis 2026 auf etwa 90 % steigen und bis 2027 über 80 % bleiben – ein klares Zeichen für anhaltend knappe Kapazitäten im Bereich der reifen Technologien.
Während viele internationale Foundries ihre Ressourcen auf modernste KI‑Chips konzentrieren, suchen Kunden nach Alternativen für die Fertigung älterer Chiptypen.
Hier kommen chinesische Hersteller ins Spiel. Nach Angaben von Branchenvertretern bei SMIC hat die starke KI‑Nachfrage indirekt dazu geführt, dass Power‑Management‑Chips und andere Bauteile aus reifen Prozessen knapper geworden sind, wodurch zusätzliche Aufträge an chinesische Foundries gehen.
Mehrere Faktoren begünstigen diese Verschiebung:
Diese Kombination sorgt dafür, dass chinesische Unternehmen einen wachsenden Teil der sogenannten „Spillover‑Nachfrage“ übernehmen, wenn globale Marktführer ihre Ressourcen auf modernste Technologien konzentrieren.
Die Umverteilung von Aufträgen zeigt sich bereits in den Produktionszahlen.
Bei SMIC stieg die Auslastung der Fabriken deutlich an. Ende 2025 lag sie bei über 93 %, ein Hinweis auf die starke Nachfrage nach den Fertigungskapazitäten des Unternehmens.
Parallel dazu verstärkt der KI‑Boom die Dominanz der führenden Anbieter im High‑End‑Segment. So erreichte TSMC im zweiten Quartal 2025 rund 70 % Marktanteil im globalen Foundry‑Geschäft, angetrieben durch Chips aus modernen Prozessknoten und deren Packaging für KI‑Systeme.
Das Ergebnis ist eine strukturelle Zweiteilung der Branche: Spitzen‑Foundries profitieren massiv vom KI‑Boom bei modernsten Chips, während Hersteller mit Fokus auf ältere Prozesse die ausgelagerten Aufträge aufnehmen.
Vor allem chinesische Foundries profitieren derzeit von dieser Entwicklung.
SMIC meldete zuletzt deutlich steigende Umsätze:
Ein wesentlicher Treiber sind höhere Wafer‑Auslieferungen und eine stark gestiegene Auslastung der Fabriken – beides eng mit der Nachfrage nach Chips aus reifen Prozessknoten verbunden.
Der neue Engpass bei älteren Chiptechnologien ist weniger ein globaler Mangel an Fabriken als vielmehr eine Verschiebung der Prioritäten. KI‑Rechenzentren ziehen enorme Produktionskapazitäten in Richtung modernster Prozesse und HBM‑Speicher.
Da gleichzeitig die Nachfrage nach klassischen Chips in Autos, Industrieanlagen, IoT‑Geräten und Unterhaltungselektronik wächst, entsteht ein Ungleichgewicht. In dieser Situation gewinnen Hersteller mit großen Kapazitäten für ältere Technologien – insbesondere in China – zunehmend an Bedeutung.
Der KI‑Boom verändert damit nicht nur die Spitze der Chipindustrie, sondern auch die Rolle der scheinbar „alten“ Fertigungstechnologien in der globalen Lieferkette.
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