Das erste Quartal 2026 markiert eine deutliche Abkühlung gegenüber der Erholung im Jahr 2025. Damals stiegen die weltweiten Tablet-Auslieferungen laut Omdia um 9,8 % auf 162 Millionen Geräte . Anfang 2026 blieb davon kaum Dynamik übrig: 37,0 Millionen ausgelieferte Tablets bedeuteten nur ein minimales Plus, während die Auslieferungen gegenüber dem Vorquartal saisonüblich zurückgingen .
Regional lief es nicht überall gleich. Laut Omdia führte Lateinamerika das regionale Wachstum an, gefolgt vom Nahen Osten und Afrika . Für den Gesamtmarkt ändert das jedoch wenig: Wenn mehr Geräte vor allem in Vertriebskanäle und Lager wandern, aber die Endnachfrage nicht entsprechend mitzieht, ist das kein starkes Erneuerungssignal.
Der wichtigste Punkt in Omdias Analyse ist der Lageraufbau . Praktisch heißt das: Die 0,1 % Wachstum sollten nicht als Beleg gelesen werden, dass Verbraucherinnen, Verbraucher, Schulen oder Unternehmen massenhaft neue Tablets nachfragen. Es kamen zwar etwas mehr Geräte in den Marktkanal, doch Omdia sieht darunter eine schwächere Endkundennachfrage .
Omdia beschreibt Tablets als weniger wichtig für Margen, Volumen und Gesamtwert . Das verändert die Aufmerksamkeit der Anbieter. PC-Hersteller konzentrieren sich stärker auf Notebooks und Desktops, während Anbieter, die sowohl Smartphones als auch Tablets verkaufen, den Schwerpunkt eher auf Smartphones legen .
Für 2026 sieht Omdia den Herstellerfokus stärker bei Premium-Tablets, weil sich die Nachfrage dort besser gehalten hat als im Massenmarkt . Das günstigere Volumensegment steht dagegen stärker unter Druck: Anbieter haben laut Omdia nur begrenzten Spielraum für weitere Rabattaktionen oder Preiserhöhungen, und Tablets fehlt ein großer Austauschimpuls wie der Windows-10-Supportauslauf, der den PC-Markt beeinflusst .
Der flache Gesamtmarkt verdeckt deutliche Unterschiede zwischen den wichtigsten Herstellern. Apple baute seine Führung aus, Huawei und Lenovo wuchsen stark, während Samsung und Xiaomi Rückgänge verzeichneten .
| Anbieter | Ergebnis in Q1 2026 | Was das signalisiert |
|---|---|---|
| Apple | 14,8 Millionen Auslieferungen, 40,1 % Marktanteil, +7,9 % gegenüber Vorjahr | Apple baute seine Marktführung aus, unterstützt durch eine starke iPad-Air-Performance . |
| Samsung | 5,8 Millionen Auslieferungen, -12,6 % gegenüber Vorjahr | Samsung blieb Nummer zwei, stand aber unter Preisdruck . |
| Huawei | 3,2 Millionen Auslieferungen, +28,1 % gegenüber Vorjahr | Huawei vergrößerte seine Präsenz in der Region Asien-Pazifik . |
| Lenovo | 3,0 Millionen Auslieferungen, +20,0 % gegenüber Vorjahr | Lenovo profitierte von vorgezogenen Auslieferungen und Bildungsprojekten . |
| Xiaomi | 2,7 Millionen Auslieferungen, -13,6 % gegenüber Vorjahr | Xiaomis Rückgang zeigt, dass ein lagergetriebener Markt nicht automatisch allen großen Anbietern hilft . |
Die Branche setzt nicht auf breite Expansion um jeden Preis. Sie positioniert sich selektiver.
Premium-Tablets bekommen mehr Aufmerksamkeit, weil dieser Teil des Marktes laut Omdia widerstandsfähiger ist als das Massensegment . Das hilft zu erklären, warum Apple in einem fast stagnierenden Quartal wachsen konnte, während der Druck im günstigeren Volumenbereich größer blieb .
Gleichzeitig behandeln manche Anbieter Tablets offenbar stärker als Nebenbaustelle. Omdia zufolge konzentrieren sich PC-Anbieter stärker auf Notebooks und Desktops, während Smartphone-und-Tablet-Anbieter mehr Gewicht auf Smartphones legen . Chancen gibt es dennoch – nur gezielter: In den Omdia-Daten fallen etwa Huaweis Expansion in Asien-Pazifik und Lenovos Bildungsprojekte als Wachstumstreiber auf .
Für die zweite Jahreshälfte 2026 bleibt Omdia vorsichtig. Besonders die Volumensegmente dürften beim Auslieferungsvolumen und beim Wert am stärksten unter Druck stehen . Ohne eine echte Belebung der Endkundennachfrage dürfte es im Tablet-Markt kurzfristig weniger um breites Stückzahlenwachstum gehen – und mehr darum, wo Hersteller Margen schützen, Premium-Käufer erreichen oder regionale und bildungsbezogene Nachfrage nutzen können.
Unterm Strich war das Plus von 0,1 % im ersten Quartal 2026 kein Zeichen eines kräftigen Tablet-Neustarts. Es war eher eine lagergetriebene Atempause in einem Markt, in dem Premium-Geräte besser durchhalten als Massenmodelle und große Anbieter zunehmend genauer abwägen, wo sich Einsatz lohnt .