Wenn Kapazitäten bei nicht‑chinesischen Herstellern knapper werden, suchen Unternehmen nach Alternativen – und finden sie zunehmend in China.
SMIC erklärte in seinem Ergebnisgespräch, dass Bestellungen aus dem Ausland steigen, weil der KI‑Boom Produktionskapazitäten bei anderen Foundries absorbiert.
Mehrere Faktoren spielen dabei zusammen:
Das Ergebnis ist eine neue Arbeitsteilung im Markt: Während führende Foundries die modernsten KI‑Chips produzieren, fließen Aufträge für ältere Technologien häufiger zu chinesischen Herstellern.
Die Geschäftszahlen von SMIC zeigen, dass die Nachfrage nach diesen Technologien robust bleibt.
Für Q1 2026 meldete das Unternehmen:
Eine so hohe Auslastung deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach SMIC‑Kapazitäten – insbesondere bei älteren Fertigungsprozessen – weiterhin stark ist.
Auch für das nächste Quartal erwartet das Unternehmen eine deutliche Belebung.
Die offizielle Prognose für Q2 2026 lautet:
Beide Werte liegen über den bisherigen Markterwartungen und deuten auf steigende Auslieferungen sowie bessere Preise hin.
Chinas Halbleiterstrategie konzentriert sich stark auf sogenannte Legacy‑ oder Mature‑Node‑Chips – also grundlegende Halbleiter, die in unzähligen Alltagsprodukten verbaut werden.
Laut einer Analyse des Thinktanks CSIS ist die chinesische Produktionskapazität in diesem Bereich zwischen 2014 und 2025 viermal schneller gewachsen als die weltweite Nachfrage und stellt inzwischen etwa die Hälfte der globalen Kapazität.
Diese Chips sind essenziell für zahlreiche Branchen, darunter:
Da ihre Herstellung weniger stark von den modernsten Lithografieanlagen abhängt, konnten chinesische Hersteller ihre Kapazitäten in diesem Segment trotz Exportbeschränkungen relativ schnell ausbauen.
Zusammengenommen zeichnen diese Entwicklungen ein Bild einer zunehmend segmentierten Halbleiterindustrie.
Chinesische Foundries werden die führenden Hersteller bei modernsten KI‑Chips kurzfristig kaum verdrängen. Doch ihre schnell wachsende Kapazität bei sogenannten Workhorse‑Chips macht sie zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor der globalen Lieferketten.
Mit anderen Worten: Der KI‑Boom verändert nicht nur, welche Chips gebaut werden – sondern auch wo auf der Welt sie produziert werden.
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