Die indonesische Zertifizierung ist deshalb relevant, weil sie darauf hindeutet, dass Huawei mindestens zwei verwandte Funkgeräte-Konfigurationen für eine Markteinführung vorbereitet. Aufgeführt sind:
Wie sich die beiden Varianten unterscheiden, lässt sich aus den verfügbaren Unterlagen jedoch nicht ableiten. Möglich wären etwa regionale Funkvarianten, unterschiedliche Gehäuse- oder Armbandkonfigurationen oder andere Hardware-Abweichungen. Bestätigt ist keine dieser Möglichkeiten.
Der Eintrag verrät weder das Design noch die Gehäusegrößen, Konnektivität, Akkulaufzeit, Gesundheitssensoren oder den Preis. Ebenso ist nicht sicher, dass Huawei den Namen Watch D3 weltweit verwenden wird. Dieser Name wird zwar in mehreren Berichten mit der Zertifizierung verknüpft, eine offizielle Produktseite oder ein Datenblatt von Huawei gibt es bislang nicht.
Huawei hat eine „Innovative Product Launch“ am 2. September 2026 in München bestätigt. Der Teaser deutet auf Wearables hin, und mehrere Berichte erwarten dort die internationale Vorstellung der Watch GT 7 und Watch GT 7 Pro, die zuvor bereits in China erschienen sind.
Der Zeitpunkt wäre auch für die Watch D3 plausibel: Die Zertifizierung wurde kurz vor dem Event bekannt, zudem hatten frühere Berichte ein Startfenster im September genannt. Zwischen einer plausiblen Schlussfolgerung und einer offiziellen Bestätigung liegt aber ein wichtiger Unterschied. Huawei hat bislang nicht gesagt, dass die Watch D3 in München gezeigt wird, und weder einen Veröffentlichungstermin noch konkrete Startmärkte bestätigt.
Das charakteristische Merkmal der Watch-D-Reihe ist eine in das Armband integrierte aufblasbare Manschette beziehungsweise ein Luftkissen. Damit kann die Uhr den Blutdruck direkt am Gerät messen – ein anderer Ansatz als bei Smartwatches, die ausschließlich optische Sensoren und softwarebasierte Schätzungen verwenden. Die Watch D2 gilt laut den verfügbaren Berichten als eine der wenigen verbreiteten Smartwatches mit einer solchen speziellen Manschette zur Blutdruckmessung.
Falls es sich bei der Watch D3 tatsächlich um die Nachfolgerin der Watch D2 handelt, wäre es naheliegend, dass Huawei diese Technik beibehält. Genau dieses Bauteil unterscheidet die Watch-D-Familie am deutlichsten von den gängigen Smartwatches von Apple, Samsung und Google, die in den vorliegenden Berichten keine vergleichbare integrierte aufblasbare Manschette bieten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Watch D3 automatisch genauer wäre, in allen Märkten als Medizinprodukt zugelassen würde oder zur Diagnose geeignet wäre. Dafür wären offizielle technische Angaben, regulatorische Dokumente und unabhängige Tests erforderlich. Solche Nachweise liegen für die D3 bisher nicht vor.
Am wahrscheinlichsten wären praktische Weiterentwicklungen statt völlig neuer Funktionen. Huawei könnte die Manschette und das Armband überarbeiten, das Gehäuse kompakter gestalten, den Tragekomfort verbessern, die Akkulaufzeit verlängern oder zusätzliche Gesundheitsfunktionen per Software integrieren. Das sind jedoch Erwartungen aus dem Einsatzzweck und der bisherigen Produktlinie – keine bestätigten D3-Spezifikationen.
Online kursieren außerdem Berichte über neue Gesundheitsfunktionen, darunter mögliche Anwendungen rund um den Glukosebereich. Dafür gibt es in den vorliegenden Informationen keine belastbare offizielle Bestätigung. Besonders wichtig: Eine „Risikobewertung“ ist nicht dasselbe wie eine nicht-invasive Blutzuckermessung und erst recht keine Diabetesdiagnose. Bis Huawei eine solche Funktion und ihren regulatorischen Status erklärt, sollten entsprechende Meldungen als unbestätigt gelten.
Das Gleiche gilt für Behauptungen zu einem konkreten schlankeren Design, einer bestimmten Displaygröße, Farben, dem Betriebssystem oder dem Preis. Ein verlässliches offizielles Datenblatt zur Watch D3 ist derzeit nicht verfügbar. Auch Aussagen über eine konkrete „schlankere Überarbeitung“ der D2-Linie aus dem Jahr 2025 lassen sich aus den vorliegenden Belegen nicht sicher als offizieller Fahrplan ableiten.
Huaweis Herbstprogramm ist bereits gut gefüllt – die einzelnen Termine stehen aber für unterschiedliche Produktbereiche:
Der Kalender zeigt, dass Huawei in der zweiten Jahreshälfte mehrere neue Produkte vorbereitet. Er bestätigt jedoch weder den Starttermin der Watch D3 noch ihre Verfügbarkeit in einzelnen Ländern.
Die derzeit stärkste Schlussfolgerung lautet: Huawei scheint eine neue Smartwatch mit Schwerpunkt auf Blutdruckmessung vorzubereiten. Die SDPPI-Einträge für RIV-B10 und RIV-B11 machen das Gerücht um eine Watch D3 deutlich glaubwürdiger. Die beiden Modellnummern bestätigen jedoch weder zwei Varianten für den Handel noch konkrete Unterschiede bei der Hardware.
Der 2. September in München wäre ein plausibler Termin für die Vorstellung, weil Huawei dort ein großes, offenbar auf Wearables ausgerichtetes globales Event veranstaltet. Offiziell angekündigt ist die Watch D3 bislang aber nicht. Bis Huawei Produktunterlagen veröffentlicht, bleiben Design, Manschettentechnik, Gesundheitsfunktionen, Zulassungen, Preis und die Verfügbarkeit je nach Land die entscheidenden offenen Fragen.