Apple könnte im Herbst 2026 erstmals ein faltbares iPhone vorstellen. Die bislang konsistentesten Berichte nennen ein Buchformat-Gerät, das im geschlossenen Zustand wie ein ungewöhnlich breites Smartphone aussieht und sich geöffnet in eine Art Mini-Tablet verwandelt. Als möglicher Name kursiert „iPhone Ultra“ – bestätigt ist davon allerdings nichts. Gleiches gilt für Technik, Preis, Verfügbarkeit und den kolportierten Termin um den 9. September. 183334
Ein iPhone, das sich zum Mini-Tablet öffnet
Das mutmaßliche Gerät soll nicht wie ein kleines Klapphandy im Stil eines klassischen Clamshell-Foldables funktionieren. Stattdessen wird ein breiteres Smartphone beschrieben, das sich wie ein Buch aufklappen lässt. Für alltägliche Aufgaben könnte außen ein OLED-Display mit etwa 5,5 Zoll dienen. Geöffnet soll ein rund 7,7 bis 7,8 Zoll großes OLED-Panel zum Vorschein kommen. 15814
Das innere Display soll ungefähr dem Seitenverhältnis 4:3 entsprechen. Dadurch würde es eher an ein kleines iPad als an ein herkömmliches, lang gestrecktes Smartphone erinnern. Lesen, Multitasking und die Anzeige von Videos oder Dokumenten könnten von der zusätzlichen Fläche profitieren – ohne dass Nutzer gleichzeitig ein Smartphone und ein Tablet mitnehmen müssen. 15814
Bei den Abmessungen nennen Leaks ungefähr 9 bis 9,5 Millimeter im gefalteten Zustand. Aufgeklappt könnte das Gehäuse nur etwa 4,5 bis 4,8 Millimeter dick sein. Diese Angaben stammen aus Berichten zu Prototypen, Dummy-Modellen und Zulieferketten – nicht aus offiziellen Apple-Spezifikationen. 2735
Erste Eindrücke: kompakt, stabiles Scharnier, mehr Platz für Apps
Die bisher freundlichsten Einschätzungen stammen von Personen, die angeblich Vorseriengeräte oder Prototypen verwendet haben. Es handelt sich nicht um unabhängige Produkttests und schon gar nicht um langfristige Erfahrungen. Dennoch wiederholen sich drei positive Eindrücke:
- Taschenformat: Obwohl das Gerät geschlossen breiter und dicker als ein normales iPhone sein dürfte, soll es sich relativ kompakt und problemlos mitnehmen lassen.
- Scharnier: Frühe Nutzer beschreiben das Scharnier als hochwertig und offenbar stabil.
- Software auf dem Innendisplay: Geöffnete Apps sollen Layouts nutzen, die stärker an ein iPad erinnern und die größere Fläche besser ausfüllen. 3738
Das klingt nach einem stimmigen Grundkonzept. Es beantwortet aber noch nicht die entscheidenden Alltagsfragen: Wie gut hält das Scharnier nach Jahren durch? Wie sichtbar ist die Falte? Wie verhalten sich Display und Akku bei intensiver Nutzung? Und wie stark unterscheidet sich die finale Verkaufsversion vom getesteten Prototyp?
Touch ID statt Face ID wäre ein auffälliger Rückschritt
Mehrere Berichte gehen davon aus, dass Apple bei dem faltbaren iPhone auf einen seitlich integrierten Touch-ID-Sensor setzen könnte – wahrscheinlich im Ein-/Ausschalter. Face ID würde demnach entfallen. Der Grund soll vor allem der knappe Platz in einem extrem dünnen Gehäuse sein: Für die TrueDepth-Komponenten von Face ID könnte schlicht kein ausreichender Raum vorhanden sein. 381416
Für iPhone-Nutzer, die sich an die Gesichtserkennung gewöhnt haben, wäre das mehr als eine kleine Änderung. Touch ID kann praktisch sein, verlangt aber eine andere Bedienung – insbesondere dann, wenn das Telefon auf dem Tisch liegt oder bereits geöffnet ist. Bei einem Gerät, das voraussichtlich mehr als 2.000 US-Dollar kostet, dürfte der Verzicht auf ein etabliertes Pro-Feature besonders kritisch betrachtet werden.
Größeres Kamera-Display, aber offenbar kein Teleobjektiv
Die Gerüchte deuten auf ein Kamerasystem mit zwei rückwärtigen Objektiven hin: einer Weitwinkel- und einer Ultraweitwinkelkamera. Ein eigenes Teleobjektiv, wie es aktuelle iPhone-Pro-Modelle bieten, soll fehlen. Damit wäre kein optischer Zoom für entfernte Motive vorgesehen. 351416
Das aufgeklappte Display könnte beim Fotografieren trotzdem einen Vorteil bieten. Der größere Sucher würde mehr Platz für Bildkomposition, Einstellungen und die spätere Kontrolle der Aufnahme schaffen. Ob sich das in der Praxis wirklich als großer Fortschritt erweist und welche Bildqualität das Gerät liefert, lässt sich anhand der bisherigen Berichte jedoch nicht verlässlich beurteilen.
Der fehlende Tele-Zoom bliebe ein klarer Nachteil – vor allem bei Porträts, entfernten Motiven und Aufnahmen, bei denen ein optischer statt digitaler Zoom gefragt ist. Für ein Gerät mit dem Namenszusatz „Ultra“ wäre dieser Kompromiss besonders erklärungsbedürftig.
Ein Preis deutlich jenseits des normalen iPhone-Niveaus
Die bisher genannten Einstiegspreise liegen zwischen etwa 1.999 und 2.499 US-Dollar. Die große Spanne zeigt bereits, wie unsicher die Schätzungen sind. Speicheroptionen, Apple-Inzahlungnahme, Mobilfunkangebote und mögliche Vorbestelleraktionen könnten die tatsächlichen Kosten erheblich verändern. 281013
Selbst am unteren Ende wäre das faltbare iPhone kein Massenmodell und kein einfacher Ersatz für das Standard-iPhone. Es würde sich an Käufer richten, die für ein großes Display im Smartphone-Format einen deutlichen Aufpreis akzeptieren – und zugleich die typischen Risiken eines Produkts der ersten Generation hinnehmen.
Vor einer Kaufentscheidung wären deshalb Informationen wichtig, die Leaks bislang nicht liefern: Reparaturpreise, AppleCare+-Abdeckung, Verfügbarkeit von Ersatzteilen, regionale Startmärkte, Eintauschwerte und mögliche Mobilfunkzuschüsse. Bei einem faltbaren Gerät kann der langfristige Besitzpreis fast so wichtig sein wie der Preis auf dem Etikett.
Der Markt bewegt sich in Apples Richtung
Das Marktumfeld könnte für Apple günstig sein. Counterpoint Research erwartet, dass die weltweiten Auslieferungen faltbarer Smartphones 2026 im Jahresvergleich um 21 Prozent wachsen. Gleichzeitig soll der Anteil der Buchformat-Geräte deutlich steigen: Eine Prognose nennt für 2026 einen Anteil von 76 Prozent, nach 52 Prozent im Jahr 2025. 20
Auch Samsungs jüngste Foldable-Generation liefert ein positives Signal. Samsung erklärte, die Vorbestellungen für die neuen Modelle Galaxy Z Fold und Z Flip lägen über bisherigen Rekordwerten. Die breiteren, passähnlichen Fold-Modelle sollen im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zugelegt haben und fast die Hälfte der in dem Bericht genannten Vorbestellungen ausmachen. 48
In Südkorea meldete Samsung zudem 1,44 Millionen Vorbestellungen für Galaxy Z Fold8, Z Fold8 Ultra und Z Flip8 innerhalb von sieben Tagen. Das war ein Rekord für Vorbestellungen von Galaxy-Smartphones. Die Zahl umfasst allerdings die gesamte Modellreihe und nicht nur die Buchformat-Geräte. 525660
Diese Zahlen beweisen nicht, dass ein faltbares iPhone automatisch erfolgreich wäre. Sie zeigen aber, dass sich viele Käufer stärker an breite Foldables gewöhnen. Das Versprechen ist klar: mehr Fläche für Produktivität, Lesen und Medien – ohne ein ausgewachsenes Tablet zusätzlich in der Tasche zu haben.
10 Millionen Geräte: ambitioniertes Signal, keine Absatzgarantie
Berichte aus der Lieferkette besagen, Apple habe Zulieferer auf die Vorbereitung von rund 10 Millionen faltbaren iPhones im Jahr 2026 eingestellt. Frühere Schätzungen lagen demnach bei 7 bis 8 Millionen Geräten. Sollte die Zahl stimmen, wäre das für ein sehr teures Produkt der ersten Generation ein ausgesprochen ambitioniertes Produktionsziel. 9121315
Die Angabe darf jedoch nicht mit einer bestätigten Verkaufsprognose oder einer Garantie für eine breite Verfügbarkeit verwechselt werden. Produktionspläne können sich ändern. Zudem berichteten verschiedene Quellen von noch offenen Problemen bei Scharnier und Display-Haltbarkeit. Frühere Meldungen sprachen außerdem davon, dass die Fertigung noch nicht vollständig hochgefahren sei. Ein verspäteter Start, geringe Stückzahlen oder eine schrittweise Einführung in einzelnen Regionen bleiben daher möglich. 334041
Die größten offenen Fragen
Haltbarkeit und Reparatur
Scharnier und flexibles OLED-Display sind die zentralen Bauteile des Konzepts – zugleich aber zusätzliche potenzielle Fehlerquellen gegenüber einem normalen iPhone. Berichte beschrieben zeitweise Probleme bei Tests, später dann Fortschritte auf dem Weg zur Produktion. Solange Apple keine Haltbarkeitswerte, Reparaturpreise und Garantie- oder AppleCare-Bedingungen veröffentlicht, bleibt das langfristige Risiko schwer einzuschätzen. 414243
Akkulaufzeit
Gerüchten zufolge könnte das Gerät zwei Akkuzellen besitzen, jeweils eine in jeder Gehäusehälfte. Verlässliche Angaben zur finalen Kapazität oder unabhängige Laufzeittests gibt es jedoch nicht. Ein dünnes Gehäuse muss sowohl das Außendisplay als auch die große innere Anzeige versorgen. Die Akkulaufzeit gehört deshalb zu den wichtigsten Punkten, die unabhängige Tests später klären müssen. 36
Kamera-Kompromisse
Ein Zwei-Kamera-System ohne Teleobjektiv könnte bei einem Smartphone für mehr als 2.000 US-Dollar enttäuschen. Der größere Sucher im aufgeklappten Zustand wäre zwar praktisch, ersetzt aber nicht die Reichweite eines optischen Zooms. 1416
Preis-Leistungs-Verhältnis und Verfügbarkeit
Unklar ist weiterhin, in welchen Märkten Apple das Gerät zuerst anbieten würde, wie viele Exemplare zum Start verfügbar wären und ob es besondere Vorbestelleraktionen oder Mobilfunkrabatte gäbe. Auch die Eintauschwerte sind offen. Diese Details könnten darüber entscheiden, ob der Einstiegspreis nur sehr hoch oder für viele Interessenten kaum zu rechtfertigen ist.
Fazit: überzeugende Idee, aber noch viele Fragezeichen
Das mögliche faltbare iPhone hat ein nachvollziehbares Konzept: Es soll sich kompakt genug für die Hosentasche zusammenfalten lassen und geöffnet eine etwa 7,8 Zoll große, iPad-ähnliche Arbeitsfläche bieten. Die angeblichen Eindrücke früher Tester fallen beim Format, beim Scharnier und bei der angepassten Software positiv aus. 3738
Gleichzeitig wären die Kompromisse beträchtlich. Touch ID könnte Face ID ersetzen, die Kamera dürfte ohne Teleobjektiv auskommen, die Akkulaufzeit ist ungetestet und Reparaturen an Display oder Scharnier könnten teuer werden. Der Start im September 2026, der Name „iPhone Ultra“, ein Preis von 1.999 bis 2.499 US-Dollar und der angebliche Produktionsplan über 10 Millionen Geräte bleiben daher vorläufige Angaben. Erst eine offizielle Apple-Ankündigung und unabhängige Tests des fertigen Produkts werden zeigen, ob die große Idee den hohen Preis und die technischen Risiken rechtfertigt.