Die Preise von Grafikkarten steigen, weil die Kosten für DRAM- und GDDR-Speicher explodiert sind – nicht, weil Nvidias Grafikchips knapp sind. Der Speicher, der neben dem GPU-Chip aufgelötet ist, wurde durch den KI-Boom neu bepreist, und Nvidia hat diese Kosten drei Mal in diesem Jahr an seine Board-Partner weitergegeben.
Samsung, SK Hynix und Micron haben die lukrative Produktion von HBM (High Bandwidth Memory) für KI-Beschleuniger priorisiert – auf Kosten der GDDR6- und GDDR7-Speicher, die in Verbraucher-Grafikkarten stecken. Der gleiche KI-Boom, der die HBM-Versorgung für Nvidias eigene Rechenzentren belastet, lässt nun den Verbrauchermarkt für Grafikspeicher verdursten.
GDDR7-Speicher macht inzwischen über 80 Prozent der Kosten aus, die beim Bau einer High-End-Grafikkarte anfallen. Samsung hat die DRAM-Preise für das dritte Quartal 2026 um rund 20 Prozent angehoben, was direkt die Kosten für die GDDR6- und GDDR7-Speicher auf jeder Karte in die Höhe treibt. TrendForce berichtete, dass die DRAM-Vertragspreise im ersten Quartal 2026 im Quartalsvergleich um rund 80 Prozent gestiegen sind – bei einigen Jahresvergleichswerten wurden Steigerungen von weit über 100 Prozent genannt.
Nvidia selbst kämpft mit HBM-Versorgungsengpässen und explodierenden Preisen. Das Unternehmen erwägt Berichten zufolge eine „Gedächtnisdiät“ – die Herabstufung von HBM-Spezifikationen in seinen Grace Blackwell (GB300) Serverprodukten, um die Situation in den Griff zu bekommen. Beim Nachfolgeprodukt Vera Rubin (VR200) sind die Speicherkosten im Vergleich zur Vorgängergeneration um 435 Prozent nach oben geschossen.
Die Preise für On-Demand-Cloud-Mieten von H100-GPUs fielen zwar von rund 8 US-Dollar pro Stunde im Jahr 2023 auf 1,80 bis 3,50 US-Dollar pro Stunde im zweiten Quartal 2026. Allerdings sind die Preise für reservierte Verträge seit Oktober 2025 um fast 40 Prozent gestiegen – ein Zeichen für anhaltenden Kostendruck bei langfristiger KI-Kapazität. Nvidias Finanzchefin berichtete, dass die Mietpreise für H100-GPUs im Jahr 2026 um 20 Prozent gestiegen sind und der Preis für Rechenleistung des B200-Chips Ende Mai einen Drei-Monats-Höchststand von 6,11 US-Dollar pro Stunde erreicht hat.
Branchenanalysten zeigen sich nicht optimistisch für eine baldige Entspannung:
Die Nvidia RTX 5090 Founders Edition – ursprünglich für 1.999 US-Dollar gelistet – wurde aus dem Sortiment von Best Buy genommen. Die günstigste verfügbare Karte startet jetzt bei 2.700 US-Dollar. Für Gamer und KI-Entwickler lautet die Botschaft der Analysten gleichermaßen: Wenn Sie jetzt eine GPU brauchen, kaufen Sie jetzt – denn die Preise werden dieses Jahr nicht fallen.