Glassnodes 45-Metrik-Bitcoin-Cycle-Position-Heatmap verharrt bereits das gesamte Jahr 2026 im Kapitulations-Modus – die längste Kältestrecke seit dem Bärenmarkt nach dem FTX-Zusammenbruch . Der Cycle-Composite-Score, der diese 45 Indikatoren in einen einzigen Wert zwischen 0 und 100 presst, liegt aktuell bei 19,9 – dem kältesten Stand seit Ende 2022 .
41 der 45 einzelnen On-Chain-Indikatoren befinden sich in den unteren beiden Quintilen ihrer historischen Zyklenspannen . Der Anteil des Bitcoin-Angebots, das sich im Gewinn befindet, ist auf etwa 57,5 % gefallen – ein Niveau, das in der Vergangenheit häufig mit Tiefstständen von Bärenmärkten zusammenfiel .
Auch die Daten von CryptoQuant untermauern das Bild einer tiefen Verkäufer-Erschöpfung. Deren Adaptive Sell-side Risk Ratio liegt bei 0,031 (3. Perzentil). Das Unternehmen identifiziert zudem eine strukturelle Akkumulationszone zwischen $57.000 und $64.000, in der große Wallets kontinuierlich zukaufen . Allein in den letzten neun Tagen des Juli akkumulierten große Wallets rund 40.100 BTC .
Der Glassnode-Erfinder Rafael Schultze-Kraft warnt jedoch, dass die Werte zwar extrem seien, aber noch nicht ganz das Niveau erreicht hätten, das frühere definitive Tiefststände eines Bärenmarktes markierte .
Im Tageschart zeichnet sich ein inverses Kopf-Schulter-Muster (Kopf-und-Schultern-Umkehr) ab – eine klassische bullische Umkehrformation, die typischerweise am Ende von Abwärtstrends auftritt .
| Element | Kursniveau |
|---|---|
| Linke Schulter | ~$60.000 (Anfang Juni) |
| Kopf | ~$57.700 (Ende Juni/Anfang Juli) |
| Rechte Schulter | ~$62.500 (jüngste Erholung) |
| Nackenlinie (Widerstand) | $66.800 |
| Berechnetes Kursziel (Messmethode) | ~$76.000 |
Das Muster ist noch nicht bestätigt. Entscheidend ist ein überzeugender Tagesschlusskurs oberhalb der Nackenlinie bei $66.800, um die messbare Bewegung auf $76.000 auszulösen . Der 50-Monats-EMA (Exponential Moving Average) bei etwa $65.827 stellt einen zusätzlichen, unmittelbaren Widerstand knapp unterhalb der Nackenlinie dar .
Analysten warnen, dass ein Scheitern an der Nackenlinie zu einem erneuten Test der Unterstützungszone zwischen $60.000 und $62.500 führen könnte . Einige Charttechniker sehen auf höheren Zeitrahmen zudem ein größeres, längerfristiges Kopf-Schulter-Muster, das auf eine mögliche Bewegung in die Zone um $35.000–$41.000 hindeutet .
Der technische Analyse-Experte Thomas Bulkowski stuft das inverse Kopf-Schulter-Muster als eines der zuverlässigsten Chartformationen ein, sofern es bestätigt wird. Historische Studien zeigen in einigen Fällen Erfolgsraten von über 70 % .
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der Woche bis zum 7. August Nettozuflüsse von $853,54 Millionen – das stärkste wöchentliche Ergebnis seit Mitte April . Allein BlackRocks IBIT trug mit rund $693 Millionen etwa 81 % zu diesen Zuflüssen bei . Zusammen mit den Zuflüssen in Spot-Ethereum-ETFs von rund $244,94 Millionen ergibt sich ein Gesamtvolumen von etwa $1,1 Milliarden .
Trotz dieses Anstiegs der institutionellen Nachfrage blieb der Bitcoin-Kurs relativ verhalten. Diese Divergenz – ETF-Käufe, die durch Verkaufsdruck anderer Marktteilnehmer absorbiert werden – wird von Analysten genau beobachtet .
Die nächsten großen makroökonomischen Ereignisse für risikobehaftete Anlagen sind die anstehenden Veröffentlichungen der US-Verbraucher- (CPI) und Erzeugerpreise (PPI) . Das CME-FedWatch-Tool zeigt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 56 %, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer September-Sitzung eine Zinspause einlegt. Diese Schätzung ändert sich jedoch mit jedem neuen Konjunkturdatenpunkt .
Bitcoin steht an einem entscheidenden Punkt. Die On-Chain-Metriken zeigen eine extreme Verkäufer-Erschöpfung in der längsten Kapitulationsphase seit dem FTX-Crash. Gleichzeitig ist die institutionelle Nachfrage über ETFs stark zurückgekehrt. Ein bullishes Chartmuster zeichnet sich ab, ist jedoch noch nicht bestätigt.
Der mit Abstand wichtigste Kurslevel bleibt $66.800. Ein bestätigter Tagesschluss oberhalb dieser Nackenlinie könnte den Weg in Richtung $76.000 ebnen. Ein Scheitern am Ausbruch hält Bitcoin dagegen in der von CryptoQuant identifizierten Spanne zwischen $57.000 und $64.000 gefangen . Die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten (CPI, PPI) und die Zinsentscheidung der Fed im September sind die makroökonomischen Auslöser, die wahrscheinlich darüber entscheiden werden, in welche Richtung die nächste bedeutende Bewegung geht.