Zu den praktischen Funktionen gehören:
Der soziale Teil soll eine zentrale Rolle spielen. Nutzer können Beiträge zu Serien und Filmen kommentieren, Fotos und GIFs teilen, einzelne Folgen bewerten, mit Emojis reagieren und für ihre Lieblingsfiguren abstimmen. So sollen die Diskussionen, Theorien, Witze und spontanen Reaktionen rund um einzelne Folgen wieder einen festen Platz bekommen – etwas, das eine reine Watchlist kaum leisten kann.
Ja, allerdings nur, wenn sie vor der Schließung ein Archiv über das GDPR-konforme Datenexport-Tool von TV Time gespeichert haben. Bingers unterstützt den Import dieser Archive. Dadurch können berechtigte Nutzer ihren Sehverlauf und weitere unterstützte Bibliotheksdaten übernehmen, statt alles von Grund auf neu einzutragen.
Das ist besonders relevant, weil mit dem Ende von TV Time für viele Nutzer jahrelange Informationen verloren zu gehen drohten – darunter der Sehverlauf, Bewertungen und Community-Aktivitäten. Berichten zufolge sollten persönliche Daten nach der Schließung gelöscht werden; eine nachträgliche Wiederherstellung war nicht vorgesehen.
Der Import ist deshalb eher als Migrationsweg denn als allgemeine Datenrettung zu verstehen: Wer vor dem Stichtag kein Archiv exportiert hat, kann seine alte TV-Time-Bibliothek möglicherweise nicht über Bingers zurückholen.
Pinto versucht mit der neuen App auch, einige technische und wirtschaftliche Probleme von TV Time zu lösen. Seiner Aussage zufolge wurden die Serverkosten mit wachsender Community zu einer erheblichen Belastung. Werbung oder Premium-Abos hätten demnach nicht einmal 10 Prozent dieser Kosten gedeckt.
Bingers verlagert deshalb die Verarbeitung und das Laden der persönlichen Bibliothek nach Möglichkeit auf die Geräte der Nutzer. Das soll die Arbeit auf zentralen Servern reduzieren und zugleich für eine reaktionsschnelle App sorgen.
Auch beim Start setzt Pinto auf einen anderen Finanzierungsansatz als ein klassisches werbefinanziertes oder von Anfang an auf Abos ausgelegtes Angebot. Die verbleibenden Serverkosten sollten zunächst durch freiwillige direkte Beiträge der Nutzer gedeckt werden. Weitergehende, stärker auf die Community ausgerichtete Geschäftsideen befanden sich dagegen noch in der Erkundungsphase und waren kein feststehender Produkt- oder Erlösplan.
Bingers ist ein enger ideeller Nachfolger – vor allem für diejenigen, die TV Time nicht nur als persönliches Tracking-Tool, sondern als soziale Plattform genutzt haben. Die App bietet die wichtigsten Funktionen für den Übergang: den Import geeigneter Archive, eine persönliche Serien- und Filmbibliothek, die Entdeckung neuer Titel und Gespräche mit anderen Fans über einzelne Folgen.
„Ersatz“ bedeutet jedoch nicht, dass jede frühere TV-Time-Funktion oder sämtliche Nutzerdaten automatisch zurückkehren. Der Import setzt ein rechtzeitig exportiertes Archiv voraus. Außerdem müssen sich die langfristige Finanzierung und die Größe der neuen Community erst noch entwickeln.
Für ehemalige TV-Time-Nutzer liegt Bingers’ größter Vorteil damit in der Kontinuität: Die App verbindet die Möglichkeit, unterstützte Sehdaten mitzunehmen, mit dem ausdrücklichen Versuch, die soziale Seite des gemeinsamen Fernsehens wiederzubeleben.