Ein entscheidender Punkt: Für AMD EXPO ULL braucht es neue DIMMs. Die Technologie ist kein BIOS-Update, das ungenutzte Reserven im vorhandenen Arbeitsspeicher freischaltet. Sie funktioniert mit aktuellen Chipsätzen, aber das spezialisierte Profil muss fest auf dem Kit selbst programmiert sein .
Die internen Benchmarks von AMD zeichnen ein klares Bild. Getestet wurde mit einem Ryzen 7 9700X in über 30 Spielen . Gegenüber der langsamen JEDEC-Basis (DDR5-5600 CL46) bringt EXPO ULL einen satten Generationssprung. Gegenüber dem Enthusiasten-Standard EXPO fallen die Fortschritte zwar bescheidener aus, sind aber für kompetitive Gamer, die auf maximale Laufruhe Wert legen, durchaus relevant.
Wichtig: Diese Werte stammen direkt von AMD, nicht von unabhängigen Testern. Der tatsächliche Zugewinn hängt vom jeweiligen Spiel, der CPU und der GPU ab, wobei AMD betont, dass CPU-limitierte und latenzempfindliche Titel am stärksten profitieren .
G.Skill war als prominenter Launch-Partner auf der Computex vertreten und zeigte erste EXPO-ULL-Kits auf einem MSI MAG B850M Mortar Max WiFi mit einem Ryzen 9 9900X . Die Vorführung lieferte einige der ersten handfesten Beispiele für die straffen Timings, die ULL ermöglicht.
Gezeigt wurde ein DDR5-6000-Kit mit einer extrem aggressiven Timing-Konfiguration von 26-36-36-32 bei Command Rate 1 (CR1) . G.Skills eigene Tests mit einem 28-36-36-32-Kit auf derselben Plattform unterstrichen die reale Wirkung: In den gewählten Workloads zeigte sich ein zusätzlicher Leistungssprung von 14 % gegenüber einem Standard-EXPO-Profil
. Das legt nahe, dass der Leistungszuwachs in bestimmten Szenarien die konservativen 4 % von AMD deutlich übertreffen kann – ein eindrucksvoller Beleg für das Potenzial der Technologie.
EXPO ULL ist exklusiv für die AM5-Plattform und DDR5-Speicher vorgesehen. Die Markteinführung beginnt im Juni 2026, unterstützt von einer breiten Koalition an Speicherherstellern. Folgende Partner haben bereits zertifizierte Kits bestätigt :
Auch die Mainboard-Unterstützung rollt bereits an. Gigabyte etwa hat sein AGESA 1.3.0.1 BIOS-Update für die gesamte AM5-Palette veröffentlicht, um das Feature sofort zu unterstützen, und auch MSI hat auf der Messe funktionierende Konfigurationen demonstriert .
Bei der Preisfrage gibt sich AMD zuversichtlich: Obwohl das Unternehmen keine Endkundenpreise festlegt, deuten Gespräche mit Partnern darauf hin, dass EXPO-ULL-Kits in etwa das kosten werden, was bestehender EXPO-Speicher heute kostet . ULL wird damit nicht als überteuerte Premium-Klasse, sondern als nächster Evolutionsschritt für Performance-Speicher positioniert.
AMD EXPO ULL ist die Verfeinerung einer bekannten Formel: Statt brachial auf Takt zu setzen, wird die Leistung über eine intelligentere Latenzreduktion freigeschaufelt. Für alle, die ein neues AM5-System bauen oder ihren Speicher aufrüsten wollen, dürfte ein zertifiziertes EXPO-ULL-Kit im DDR5-6000-Bereich der neue „Sweet Spot“ sein – für flüssigeres und schnelleres Gaming ohne komplizierte Handarbeit. Der wahre Härtetest folgt, sobald die Kits im Handel sind und durch unabhängige Testlabore wandern. Doch die ersten Demonstrationen der Computex lassen vermuten, dass hinter dem Marketing-Versprechen echte Technik steckt.
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