Für viele Anleger gilt der mögliche SpaceX‑Börsengang als eine Art Validierung des kommerziellen Raumfahrtmarktes. Sollte das Unternehmen tatsächlich mit einer Bewertung im Billionenbereich starten, entstünde ein neuer Referenzwert für den gesamten Sektor. Analysten sprechen deshalb von einer möglichen Neubewertung („Re‑Rating“) europäischer Raumfahrtunternehmen.
Der Enthusiasmus hat jedoch eine zweite Seite. Ein Börsengang dieser Größenordnung bindet enorme Mengen an Kapital institutioneller Investoren.
Wenn eine einzelne Emission Dutzende Milliarden Dollar einsammeln will, kann sie den IPO‑Kalender vorübergehend dominieren. Investoren richten ihre Aufmerksamkeit und ihr Kapital zunächst auf dieses Großereignis.
Für andere Unternehmen, die selbst an die Börse gehen möchten, ergeben sich daraus meist zwei strategische Optionen:
Das Mega‑IPO wirkt also gleichzeitig als Katalysator und Engpass für neue Börsengänge.
Der deutsche Raumfahrtkonzern OHB SE wird im Zusammenhang mit dem SpaceX‑IPO häufig erwähnt – allerdings aus einem anderen Grund: Das Unternehmen ist bereits börsennotiert.
Deshalb muss OHB keinen eigenen Börsengang planen. Stattdessen profitiert die Aktie direkt von der positiven Stimmung im Sektor. Der Kursanstieg nach der SpaceX‑Ankündigung zeigt, dass Investoren erwarten, dass auch andere Satelliten‑ und Raumfahrtfirmen höhere Bewertungen erhalten könnten, wenn SpaceX erfolgreich startet.
Anders sieht es beim französisch‑deutschen Rüstungskonzern KNDS aus, bekannt etwa für militärische Landfahrzeuge und Verteidigungssysteme. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit einen möglichen Börsengang geprüft, ein konkretes Datum wurde jedoch bisher nicht bestätigt.
Gerade für solche Kandidaten könnte der Zeitpunkt entscheidend sein. Ein Börsengang unmittelbar vor oder während eines Mega‑IPOs wie dem von SpaceX birgt Risiken:
Ein späterer Börsenstart – nach dem SpaceX‑Debüt – könnte dagegen Vorteile bringen, etwa stärkere Nachfrage und klarere Bewertungsmaßstäbe für den gesamten Luft‑ und Raumfahrtsektor.
Sollte SpaceX tatsächlich mit einer Bewertung im Bereich von zwei Billionen Dollar an die Börse gehen, würde das Unternehmen sofort zu den wertvollsten Firmen der Welt zählen. Gleichzeitig könnte es das erste US‑IPO mit einer Bewertung von über einer Billion Dollar werden.
Für Investoren hätte das Signalwirkung: Die kommerzielle Raumfahrt – von Raketenstarts über Satelliten bis hin zu globalem Internet aus dem All – würde endgültig als eigenständiger Milliardenmarkt wahrgenommen.
Ob daraus eine Welle neuer Börsengänge entsteht oder Unternehmen zunächst abwarten, hängt stark davon ab, wie erfolgreich der SpaceX‑Börsengang tatsächlich verläuft.
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