Bei der Operation Vivaldi setzt die Ukraine nach Darstellung ihres 3. Armeekorps nördlich und nordwestlich von Lyman in der Region Donezk auf eine Kombination aus Flankenmanövern, Angriffen auf russische Versorgung und unbemannten Systemen. Der Kern der Berichte ist nachvollziehbar: Unabhängige Analysten dokumentieren die Gegenoffensive. Die auffälligsten Zahlen und Details zu Robotereinsätzen stammen jedoch überwiegend vom Korps selbst.
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Wann begann die Operation – und was meldet die Ukraine?
Korpskommandeur Andrij Bilezkyj bestätigte Vivaldi am 15. September 2026 öffentlich. Berichten zufolge begann die erste Phase bereits im Mai; ein genaues Startdatum ist nicht belegt. Am 20. September veröffentlichte das Korps Ergebnisse der zweiten Phase. Nach seinen Angaben umgingen ukrainische Kräfte und angeschlossene Einheiten russische Stellungen bei ihrem Vorstoß, statt die betroffenen Orte frontal anzugreifen.
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Für beide Phasen zusammen meldet das Korps 125 km² unter ukrainischer Kontrolle, darunter 50 km², die zuvor russisch besetzt waren. Weitere 40 km² seien in der zweiten Phase hinzugekommen. Shandryholowe und Derylowe seien befreit, Drobyschewe stehe vollständig unter ukrainischer Kontrolle. Die 125 km² sind dabei nicht gleichbedeutend mit 125 km² zurückerobertem Besatzungsgebiet: Die Gesamtzahl umfasst nach ukrainischer Darstellung auch Flächen, auf denen russische Infiltration zurückgedrängt wurde.
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Welche Aufgaben übernahmen die Roboter?
Schwere Bombendrohnen der ukrainischen 3. Sturmbrigade sollen mit Sprengstoff ausgerüstete Bodenfahrzeuge mehr als zehn Kilometer hinter russische Linien transportiert und dort abgesetzt haben. Ein Aufklärungsoffizier des Korps zufolge griffen die Roboter zuvor identifizierte russische Führungsstellen an. Bilezkyj bezeichnete den Abwurf als weltweit ersten Einsatz dieser Art. Für diesen Superlativ gibt es keine unabhängige Bestätigung.
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Bei Schandryholowe hatten Bodenroboter laut Korps eine andere Aufgabe: Sie räumten innerhalb von zwei Nächten 30 Kilometer minenbelastete Wege. Dabei habe es keine Verluste unter den Minenräumkräften gegeben. Die Zahl bezeichnet die Länge der bearbeiteten Wege, nicht eine zurückeroberte Fläche.
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Zum Schutz des Vorstoßes störten Einheiten der elektronischen Kampfführung nach Korpsangaben mehr als 20.000 russische Drohneneinsätze. Auch die Flugabwehr habe gemeinsam mit ihnen russische Luftaufklärung eingeschränkt. Eine gesonderte, unabhängig überprüfte Zahl abgeschossener Drohnen liegt dazu nicht vor.
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Was sagen die Einsatz- und Verlustzahlen aus?
Für die erste Phase nennt das Korps 36.000 Angriffsmissionen, darunter Schläge gegen Feldtanklager im besetzten Teil der Region Luhansk, die russische Nachschubwege beeinträchtigen sollten. Als weitere Ziele nennt es Gefechtsstände, Kommunikationsknoten, Munitionslager und Fahrzeuge. Eine Angriffsmission ist allerdings kein bestätigter Treffer und erst recht kein Nachweis für ein zerstörtes Ziel.
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Für die zweite Phase meldete das Korps rund 800 getötete russische Soldaten; über beide Phasen bezifferte es die russischen Personalverluste auf mehr als 3.000. Die Angaben sind nicht unabhängig verifiziert. Zudem beschreiben „Getötete“ und „Personalverluste“ unterschiedliche Größen und sollten nicht gleichgesetzt werden.
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Was ist unabhängig belegt – und was hat Fedorovs „Roboterarmee“ damit zu tun?
Das Institute for the Study of War (ISW), ein US-amerikanisches Forschungsinstitut, dokumentiert die ukrainische Gegenoffensive bei Lyman. Es bewertet Angriffe auf russische Logistik und elektronische Kampfführung als Faktoren, die ukrainische Manöver erleichtert haben könnten. Damit bestätigt es aber weder die Details des Roboterabwurfs noch die gemeldeten Drohnenstörungen, Verluste oder die vollständige Flächenbilanz.
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Am 26. September stellte Mychajlo Fedorow die Initiative „Army of Robots“ vor. Sie soll Militärrobotik für gefährliche Aufgaben an der Front weiterentwickeln und in größerem Maßstab nutzbar machen. Vivaldi zeigt, welche Einsätze damit gemeint sein können – die Initiative wurde jedoch nach den September-Meldungen zur Operation angekündigt und kann nicht als deren Leitung oder Ausgangspunkt gelten.
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Der Vorstoß steht zugleich in einem größeren technologischen Umfeld: Fedorow zufolge arbeiten in der Ukraine mehr als 200 Unternehmen an bodengebundenen Robotersystemen. Er beschrieb außerdem einen Plan zur Beschaffung von 25.000 unbemannten Bodenfahrzeugen im ersten Halbjahr 2026 – doppelt so viele wie für das gesamte Jahr 2025 gemeldet. Weder die Zahl der Unternehmen noch der Beschaffungsplan sagt aus, wie viele Roboter bei Vivaldi tatsächlich eingesetzt wurden.
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