Auch wenn nun alle drei großen Hersteller an Bord sind, bleibt eine große Baustelle: die schiere Menge. Huang betonte in seiner Computex-Keynote die immense Lieferkette von Vera Rubin, die „doppelt so groß wie die des Vorgängers Grace Blackwell“ sei .
Wie ernst die Lage ist, verdeutlicht eine Anekdote am Rande der Messe. Tags darauf besuchte Huang überraschend den Messestand von SK hynix und hinterließ eine handschriftliche Botschaft auf einem HBM4E-Wafer: „Please Make More HBM“ (Bitte mehr HBM produzieren) . Eine charmante, aber unmissverständliche Ansage an seinen wichtigsten Partner, die Produktion zu beschleunigen.
Nvidias Fokus auf Südkorea geht weit über Speicherchips hinaus. Samsung und SK hynix liefern bereits heute rund 70 Prozent des gesamten Speichers für Nvidias KI-Chips . Das Land wird so zur unverzichtbaren Säule, und Huangs Handlungen unterstreichen dies.
Direkt im Anschluss an die Computex reiste Huang für vier Tage nach Seoul – bereits sein zweiter Besuch innerhalb von sieben Monaten. Neben Treffen mit Samsung-Chef Lee Jae-yong und SK-Chef Chey Tae-won stand diesmal ein neues, zentrales Thema auf der Agenda: „Physical AI“ – Robotik, autonomes Fahren und intelligente Fabriken .
Bei seiner Ankunft erklärte Huang die Robotik kurzerhand zum „nächsten großen Sektor“ Südkoreas und deutete den Bau eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums an . Diese strategische Expansion ließ die Aktien von Robotik-Unternehmen wie LG Electronics und Doosan Robotics kurzfristig stärker steigen als die der reinen Chiphersteller
. Auch eine ganz neue Form der Partnerschaft kam ins Spiel: Huang brachte die Idee ins Spiel, Nvidias große Entwicklerkonferenz GTC zukünftig in Seoul auszurichten
.
Das Fazit ist eindeutig: Der Weg von den ersten exklusiven Berichten im März zur offiziellen Dreier-Zertifizierung im Juni spiegelt einen knallharten Wettbewerb wider. SK hynix fährt in der Pole Position, Samsung ist ein unverzichtbarer Partner über mehrere Chip-Generationen hinweg, und Micron hat sich eindrucksvoll zurückgekämpft. Während die Vera-Rubin-Plattform nun anläuft, macht Jensen Huang klar: Der Kampf um die KI-Infrastruktur ist ein Mannschaftssport – und seine wichtigsten Teamkollegen sitzen derzeit in Korea.
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