PINE64 will diese Kosten offenbar nicht durch kräftige Preiserhöhungen auffangen. Deshalb werden bestehende Gerätebestände abverkauft, während neue Fertigungsläufe zunächst ausgesetzt bleiben. Ob sich eine Wiederaufnahme lohnt, soll unter anderem von der Preissituation nach Mitte 2027 abhängen. Das ist ein möglicher Entscheidungspunkt, aber kein zugesagter Neustarttermin.
Als von der DRAM-Knappheit betroffene Produkte wurden genannt:
Die verwendete Hardware erklärt die Abhängigkeit von den knappen Bauteilen. Die PineNote verfügt über 4 GB LPDDR4-Arbeitsspeicher und 128 GB eMMC-Speicher. Auch das PinePhone Pro nutzt 4 GB LPDDR4-RAM und 128 GB eMMC-Flashspeicher.
Beim PinePhone Pro muss außerdem zwischen zwei Entwicklungen unterschieden werden: PINE64 hatte das Modell bereits zuvor eingestellt, weil die Verkaufszahlen laut Community-Blog nicht ausreichten, um die Produktion dauerhaft zu tragen. Diese Einstellung ist nicht dasselbe wie die nun breitere, durch Speicherknappheit ausgelöste Produktionspause.
In einem früheren PINE64-Update wurden folgende Produkte ausdrücklich als nicht von der damaligen DRAM-Knappheit betroffen genannt:
Das bedeutet nicht, dass diese Geräte gegen jede künftige Lieferkettenstörung immun sind. Die Aussage bezieht sich auf die konkrete DRAM-Einschränkung des damaligen Updates. Die aktuelle Berichterstattung spricht zusätzlich von Engpässen bei eMMC, wodurch die Lage über ein reines RAM-Problem hinausgeht.
Der verbleibende Bestand von PineNote und PineTab 2 könnte – abhängig vom Verkaufstempo – noch ungefähr drei Monate reichen.
Dabei handelt es sich um eine Schätzung, nicht um eine garantierte Frist. PINE64 hat keine konkrete Stückzahl genannt. Außerdem muss der Bestand nicht in allen Ländern und bei allen Händlern gleich lange verfügbar sein.
Einen bestätigten Termin für neue Produktionsläufe gibt es nicht. Entscheidend sind die Verfügbarkeit und die Preise von DRAM und eMMC. PINE64 möchte die Gerätepreise offenbar nicht deutlich erhöhen, nur um die Fertigung unter den aktuellen Bedingungen fortzusetzen.
Die realistische Einschätzung lautet daher: Eine Rückkehr ist möglich, wenn die Speicherpreise wieder wirtschaftlich tragbar werden. Einen bestimmten Monat oder eine sichere Wiederaufnahme lassen die verfügbaren Informationen jedoch nicht zu.
Nein. Die Ankündigung bezieht sich auf die Herstellung der Hardware. Sie kündigt weder das Ende von Linux-Distributionen noch von Community-Ports, System-Images oder Softwareentwicklung für bereits vorhandene Geräte an. Auch in der Berichterstattung zu PINE64-Updates aus dem Jahr 2026 wurde über Softwarefortschritte für PineNote und PineTab 2 gesprochen.
Vorhandene Geräte sollten daher weiterhin nutzbar bleiben, und die Community kann die Entwicklung fortsetzen. Ein indirektes Risiko bleibt allerdings: Wenn weniger neue Geräte verkauft werden, könnten langfristig weniger Nutzer, Tester und Entwickler hinzukommen. Auch die finanzielle Grundlage für künftige Hardware könnte dadurch kleiner werden. Das ist eine mögliche Folge für die Community, aber keine von PINE64 angekündigte Änderung der Software-Unterstützung.
Die PineTime Pro befindet sich weiterhin in der Entwicklung und ist noch kein etabliertes Serienprodukt. PINE64 hat neue Muster des Smartwatches an Community-Entwickler verteilt beziehungsweise entsprechende Entwicklungsaktivitäten bestätigt.
Ein endgültiger Termin für den Verkaufsstart, ein Preis oder eine vollständige technische Ausstattung sind aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich. Diese Angaben sollten daher erst als verbindlich gelten, wenn PINE64 sie selbst veröffentlicht.
PINE64 hat eine vollständige 3D-Datei für das PinePhone und das PinePhone Pro veröffentlicht. Solche Konstruktionsdaten können der Community helfen, Zubehör, Gehäuse und Hardware-Modifikationen zu entwickeln. Sie sind auch für Reparaturen und Experimente mit bereits vorhandenen Geräten nützlich.
Die verfügbaren Quellen nennen allerdings weder die genauen Lizenzbedingungen noch ein eindeutiges Veröffentlichungsdatum der Dateien.
PINE64 gerät durch knappe und teure DRAM- sowie eMMC-Bauteile zwischen die Fronten des aktuellen KI-Hardwarebooms. Besonders betroffen sind PineNote, PineTab 2 und PinePhone-Produkte. Für PineNote und PineTab 2 könnte der Lagerbestand nur noch rund drei Monate reichen.
Für Besitzer bedeutet die Pause nicht das angekündigte Ende der Linux-Unterstützung. Kaufinteressierte müssen dagegen mit einer zunehmend begrenzten Verfügbarkeit rechnen. Für die Zukunft des Hardware-Ökosystems wird entscheidend sein, ob die Speicherpreise so weit sinken, dass PINE64 neue Geräte weiterhin zu seinem vergleichsweise günstigen Preisniveau herstellen kann.