Nur etwa drei Monate später erklärte das Studio jedoch, dass die Entwicklung beendet wird. Der Grund: Das Spiel konnte nicht genug Spieler anziehen, um langfristig betrieben zu werden.
In einer Stellungnahme erklärte Quantic Dream, das Spiel habe „nicht das Publikum erreicht, das für langfristige Stabilität notwendig ist“.
Für Multiplayer‑Titel – besonders für MOBAs – ist eine große und aktive Community entscheidend. Ohne ausreichend Spieler funktioniert das Matchmaking schlecht: Warteschlangen werden länger, die Spielqualität leidet und weitere Spieler springen ab.
Dieser Kreislauf kann ein Spiel sehr schnell in eine Abwärtsspirale bringen.
Öffentliche Daten von SteamDB zeigen, wie klein die Spielerbasis tatsächlich war:
Zum Vergleich: Große MOBAs wie Dota 2 oder League of Legends zählen weltweit oft Hunderttausende gleichzeitige Spieler.
Mit weniger als hundert aktiven Nutzern gleichzeitig wird ein kompetitives Online‑Spiel praktisch unspielbar – weil passende Matches kaum noch zustande kommen.
Um die kurze Lebensdauer des Spiels abzufedern, kündigte Quantic Dream eine ungewöhnliche Maßnahme an: Spieler können ihre Ausgaben vollständig zurückfordern, wenn sie während der Early‑Access‑Phase Geld im Spiel ausgegeben haben.
Dazu zählen etwa:
Details zum genauen Ablauf der Rückerstattung sollen über offizielle Kanäle wie Social Media oder Community‑Plattformen veröffentlicht werden.
Die Einstellung des Projekts hat auch organisatorische Folgen für Quantic Dream. Das Unternehmen bestätigte, dass es zu einer internen Umstrukturierung kommen wird.
Berichten zufolge könnten dabei auch Arbeitsplätze betroffen sein. Einige Quellen sprechen von möglichen Dutzenden betroffenen Mitarbeitenden, wobei genaue Zahlen bislang nicht offiziell bestätigt wurden.
Das Studio erklärte jedoch, man wolle möglichst viele Entwickler auf andere Projekte innerhalb des Unternehmens versetzen.
Für Fans von Quantic Dreams größtem kommenden Projekt gibt es zumindest eine klare Botschaft: Die Entwicklung von Star Wars Eclipse läuft weiter.
Das Spiel wurde bereits 2021 angekündigt und ist ein storygetriebenes Action‑Adventure im Star‑Wars‑Universum. Laut Studio wird die Einstellung von Spellcasters Chronicles die Arbeit daran nicht beeinträchtigen.
Ein konkretes Veröffentlichungsdatum gibt es allerdings weiterhin nicht.
Das schnelle Aus von Spellcasters Chronicles passt zu einem breiteren Trend in der Spieleindustrie: Live‑Service‑Titel haben es zunehmend schwer, sich durchzusetzen.
Der Markt ist stark gesättigt, und neue Spiele konkurrieren mit etablierten Dauerbrennern, die bereits riesige Communities aufgebaut haben.
Selbst große Publisher sind nicht immun gegen Fehlschläge. Ein prominentes Beispiel ist Sonys Multiplayer‑Shooter Concord, der kurz nach Veröffentlichung wieder vom Markt genommen wurde und schließlich zur Schließung seines Entwicklerstudios Firewalk führte.
Parallel dazu erlebt die Branche seit mehreren Jahren eine Welle von Entlassungen und Studio‑Schließungen, ausgelöst durch steigende Entwicklungskosten und unsichere Marktbedingungen.
Spellcasters Chronicles scheiterte letztlich an einem zentralen Problem: zu wenige Spieler. Mit einem Spitzenwert von nur 888 gleichzeitigen Nutzern konnte das Spiel nie die kritische Masse erreichen, die ein Multiplayer‑Live‑Service benötigt.
Quantic Dream beendet das Projekt daher nach wenigen Monaten, bietet Rückerstattungen an und richtet seine Ressourcen neu aus. Während das Multiplayer‑Experiment endet, setzt das Studio weiterhin auf seine Kernstärke – storygetriebene Spiele wie Star Wars Eclipse.
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