Das Flugzeug mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Bord konnte am 8. September erst verspätet von Chișinău nach Oslo starten. Grund war die zeitweise Schließung des moldauischen Luftraums nach einem Drohnenalarm. Selenskyj kam anschließend sicher in Oslo an. Bestätigt ist damit ein schwerwiegender Vorfall für die zivile Luftfahrt. Öffentlich nicht belegt ist dagegen, wie nahe die Drohne dem Präsidentenflugzeug tatsächlich kam.
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Was die Behörden bestätigt haben
Ein Sprecher der moldauischen Regierung erklärte, Selenskyjs Maschine habe erst starten dürfen, nachdem feststand, dass eine russische Drohne auf moldauischem Gebiet niedergegangen war. Während der Luftraumsperre verspäteten sich drei Abflüge und vier Ankünfte. Nach Angaben der Behörden drangen zwei russische Drohnen in den moldauischen Luftraum ein.
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Das moldauische Verteidigungsministerium meldete, eine Drohne vom Typ Shahed sei gegen 16:20 Uhr Ortszeit aus Richtung Ukraine in den moldauischen Luftraum eingedrungen. Gegen 16:37 Uhr habe sie Moldau in Richtung Rumänien wieder verlassen.
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Rumänien löste Notfallwarnungen aus und setzte NATO-Kampfjets ein. Spätere Berichte besagten, dass die Drohne auf moldauischem Gebiet abstürzte.
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Woher stammt die Aussage vom „Beinahe-Treffer“?
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte dem öffentlich-rechtlichen Sender NRK, Selenskyjs Flugzeug sei beim bevorstehenden Start in Moldau „beinahe von einer Drohne getroffen“ worden. Er nutzte die Aussage, um die Sicherheitsrisiken für den ukrainischen Präsidenten zu verdeutlichen.
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Støre veröffentlichte jedoch weder die Quelle seiner Informationen noch Angaben zum Zeitpunkt, zu Radardaten oder zum Abstand zwischen Drohne und Flugzeug. Daher lässt sich unabhängig nicht überprüfen, ob es tatsächlich zu einer engen Annäherung kam. Eine Quelle aus dem ukrainischen Präsidialamt bezeichnete die Darstellung einer unmittelbaren Gefahr für Selenskyj als „übertrieben“.
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Die vorsichtigste Schlussfolgerung lautet daher: Der Drohnenalarm und die Unterbrechung des Flugbetriebs sind belegt. Für einen konkreten Beinahe-Zusammenstoß mit Selenskyjs Maschine gibt es öffentlich bislang keine ausreichenden Details.
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Drohnenabsturz und Folgen für den zivilen Flugverkehr
Nach Angaben der moldauischen Polizei stürzte eine russische Drohne in einem Sonnenblumenfeld im Bezirk Rîșcani ab. Dabei entstanden vier Brände; Verletzte wurden nicht gemeldet.
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Der Vorfall zeigt, wie rasch Drohnenangriffe im Umfeld der Ukraine den zivilen Luftverkehr und Flughäfen in Nachbarstaaten beeinträchtigen können. Der moldauische Luftraum wurde geschlossen, während Selenskyjs Flugzeug auf den Abflug wartete. Öffentliche Belege dafür, dass die Maschine gezielt angegriffen wurde, liegen nicht vor.
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Teil eines größeren Musters von Luftraumverletzungen
Der Zwischenfall folgt auf weitere Drohnenvorfälle in Moldau. Am 27. August, unmittelbar vor dem moldauischen Unabhängigkeitstag, registrierte das Land fünf unerlaubte Drohnenflüge über seinem Luftraum – vor dem Hintergrund russischer Angriffe auf die Ukraine.
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In derselben Nacht wurde nahe dem Grenzübergang Tudora–Starokazache an der Grenze zwischen Ukraine und Moldau ein Drohnenangriff gemeldet. Das Gebiet wurde evakuiert. Berichten zufolge wurden zwei ukrainische Zivilisten getötet und weitere Menschen verletzt.
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Was danach geschah
Selenskyj erreichte Oslo am Abend des 8. September sicher, um an der Trauerfeier für König Harald V. teilzunehmen. Aus dem Vorfall in Moldau wurde kein Flugunfall. Er verdeutlicht aber die grenzüberschreitenden Risiken des Drohnenkriegs rund um die Ukraine: von Warnungen für die Bevölkerung und Luftraumsperren über den Einsatz von Kampfjets bis hin zu Gefahren an Grenzübergängen.
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