Doch Niewiadoma erhob sofort Anschuldigungen: Vollerings Teamkollegin Célia Gery habe sie blockiert, kurz bevor Vollering angriff, und sie gegen die Absperrungen gedrückt . Ihre Wut entlud sich im Ziel: Sie sprach von einem „kindischen“ Manöver und erklärte, sie habe „jeden Respekt“ vor dem FDJ-Team verloren . Direkt nach dem Rennen stellte sie Gery zur Rede: „Warum hast du mich gegen die Bande gedrückt? War das Teil des Plans?“ .
Die entscheidende Szene, etwa 150 Meter vor der Auffahrt zum Schlussanstieg, wurde von der Live-Übertragung nicht erfasst . Diese Lücke wurde zum zentralen Problem für die Rennkommissare: Ohne eindeutige Aufnahmen ließ sich der Vorfall nicht abschließend beurteilen.
Später aufgetauchte Aufnahmen aus alternativen Kameraperspektiven (Helikopter oder Motorrad) schienen Niewiadomas Darstellung zu stützen: Sie zeigten Gery auf der Innenseite, wie sie nach außen zog, während Niewiadoma von außen kam und gegen die Bande gedrückt wurde . Diese Bilder wurden jedoch von den Offiziellen als nicht eindeutig genug eingestuft .
Célia Gery bestritt jede Absicht. Laut Niewiadoma habe sie gesagt, es sei ein Versehen gewesen – kein geplanter Zug .
Demi Vollering stellte sich schützend vor ihre Teamkollegin. Gery würde so etwas nie mit Absicht tun, so die Niederländerin. Für sie war der Vorfall „einfach Radsport“ – ein alltäglicher Positionskampf im entscheidenden Finale .
FDJ United-Suez gab kein offizielles Statement, aber die Aussagen der Fahrerinnen folgten der Linie: Es habe sich um einen unbeabsichtigten Positionskampf gehandelt, nicht um eine gezielte Behinderung .
Rennkommissare und UCI prüften den Fall, verhängten jedoch keine Strafe. Niewiadomas Team Canyon-SRAM reichte eine formelle Beschwerde bei der UCI ein, doch ohne die entscheidenden 150 Meter aus der TV-Übertragung und mit als unklar geltenden Alternativaufnahmen folgte keine Sanktion .
Die Ergebnisse der 8. Etappe wurden nicht verändert. Vollering trug das Gelbe Trikot mit 8 Sekunden Vorsprung auf Niewiadoma in die Schlussetappe . Niewiadomas Beschwerde blieb offiziell folgenlos – ein Beleg für die hohen Emotionen im Kampf um die Gesamtwertung der Tour de France Femmes 2026 . Der Vorfall und die TV-Lücke werfen Fragen nach Transparenz und Schiedsrichterwesen im Frauenradsport auf.