Warum Google Earth seine KI-Bildfunktion nach weniger als einem Tag stoppte
Google startete am 30. Juli 2026 eine Funktion, mit der Nutzer mithilfe von Nano Banana 2 KI Bilder über echte Satelliten , Luft und 3D Aufnahmen in Google Earth legen konnten [1][23].
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Google startete am 30. Juli 2026 eine Funktion, mit der Nutzer mithilfe von Nano Banana 2 KI Bilder über echte Satelliten , Luft und 3D Aufnahmen in Google Earth legen konnten [1][23].
BBC Verify, The Atlantic und Open Source Ermittler erzeugten unter anderem einen eingestürzten Eiffelturm, russische Panzer in Kiew, ein erfundenes Atomkraftwerk im Iran und ein angeblich bombardiertes Krankenhaus in...
Google nahm das Werkzeug am 31. Juli wieder zurück und verwies auf geteilte Bilder, die gegen Unternehmensrichtlinien verstoßen könnten, sowie auf geplante „stärkere Schutzmaßnahmen“ [1][2][6][7].
What happened when Google launched and then quickly rolled back an AI image generation feature in Google Earth that allowed users to superimConceptual illustration of AI-generated imagery layered over real satellite maps, similar to images created by researchers during the Google Earth feature test.
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Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What happened when Google launched and then quickly rolled back an AI image generation feature in Google Earth that allowed users to superim. Article summary: On July 30, 2026, Google launched a "Create image" feature in Google Earth that let users generate AI visuals on top of real satellite imagery using its Nano Banana 2 model. Within ~24 hours, researchers and journalists . Topic tags: general, news, general web, user generated. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, charts w
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Google hat eine neue KI-Funktion in Google Earth bereits nach rund 24 Stunden wieder zurückgezogen. Das am 30. Juli 2026 gestartete Werkzeug „Bild erstellen“ nutzte Googles Bildmodell Nano Banana 2, um per Texteingabe fotorealistische Szenen an beliebigen Orten zu erzeugen – direkt auf Grundlage echter Satelliten-, Luft- und 3D-Aufnahmen .
Am 31. Juli kündigte das Unternehmen den Rückzug an. Der Grund: Forschende und Medien hatten innerhalb kürzester Zeit demonstriert, wie einfach sich damit glaubwürdige Bilder von Angriffen, Katastrophen und politischen Ereignissen herstellen ließen .
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Google startete am 30. Juli 2026 eine Funktion, mit der Nutzer mithilfe von Nano Banana 2 KI Bilder über echte Satelliten , Luft und 3D Aufnahmen in Google Earth legen konnten [1][23].
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Google startete am 30. Juli 2026 eine Funktion, mit der Nutzer mithilfe von Nano Banana 2 KI Bilder über echte Satelliten , Luft und 3D Aufnahmen in Google Earth legen konnten [1][23]. BBC Verify, The Atlantic und Open Source Ermittler erzeugten unter anderem einen eingestürzten Eiffelturm, russische Panzer in Kiew, ein erfundenes Atomkraftwerk im Iran und ein angeblich bombardiertes Krankenhaus in...
Was soll ich als nächstes in der Praxis tun?
Google nahm das Werkzeug am 31. Juli wieder zurück und verwies auf geteilte Bilder, die gegen Unternehmensrichtlinien verstoßen könnten, sowie auf geplante „stärkere Schutzmaßnahmen“ [1][2][6][7].
Google hatte die Funktion als kreatives Werkzeug vorgestellt. Nutzer konnten in der Webversion von Google Earth zu einem Ort navigieren, auf „Bild erstellen“ klicken und per Prompt eine neue Szene entwerfen. Als mögliche Anwendungen nannte Google etwa die Visualisierung historischer Situationen oder die Erstellung von Immobilienkonzepten .
Das Problem lag in der Kombination aus generativer KI und realem Kartenmaterial: Die erfundene Szene erschien nicht vor einem beliebigen Hintergrund, sondern war an echte geografische Koordinaten und reale Landschaftsmerkmale gebunden.
Diese Fälschungen erzeugten die Tester
Journalisten und Desinformationsforscher testeten das Werkzeug unmittelbar nach dem Start:
BBC Verify erzeugte einen eingestürzten Eiffelturm, einen Erdrutsch, der die Große Pyramide von Gizeh verschlingt, sowie russische Panzer in Kiew .
Matteo Wong vom „Atlantic“ erstellte unter anderem brennende Bürogebäude, massive Zerstörungen in San Francisco, einen rauchenden Krater an der Stelle des Eiffelturms, ein Flugzeug im Anflug auf das One World Trade Center, ein Obdachlosenlager vor dem Weißen Haus, Demonstranten vor Mar-a-Lago, Menschen auf dem Weg über die US-mexikanische Grenze und ein Trump-Hotel im Gazastreifen .
PC-Gamer-Reporter verwandelten ihre Heimatorte mithilfe von Prompts in Kriegsgebiete .
Henk van Ess, ein Experte für KI und Desinformation, erzeugte Bilder eines nicht existierenden Atomkraftwerks im Iran, eines erfundenen Flüchtlingslagers an der US-mexikanischen Grenze sowie eines angeblichen Krankenhauses in Gaza neben einem Bombenkrater .
NPR erstellte eine Aufnahme, die Schäden auf der iranischen Insel Chark zeigen sollte .
Joseph Cox von 404 Media erzeugte mit dem Werkzeug unter anderem das Bild einer Explosion .
Diese Beispiele waren nicht als echte Ereignisse gedacht. Sie zeigten jedoch, wie leicht solche Bilder aus dem Zusammenhang gerissen und anschließend als vermeintliche Belege verbreitet werden könnten.
Warum die Gefahr über gewöhnliche Deepfakes hinausging
Open-Source-Intelligence-Ermittler, kurz OSINT-Forscher, nutzen öffentlich zugängliche Satellitenbilder, Videos und Karten, um etwa Kriegsschäden, Naturkatastrophen oder Menschenrechtsverletzungen zu überprüfen. Genau diese Verifikationsarbeit sahen sie durch die neue Funktion gefährdet.
Henk van Ess beschrieb gegenüber BBC Verify das Kernproblem so: Die Funktion habe „erfundene Bilder mit echten Koordinaten und echten Aufnahmen verschweißt“. Eine Fälschung müsse dadurch nicht einmal für sich genommen vollständig überzeugend wirken – sie übernehme automatisch einen Teil der Glaubwürdigkeit der Karte, auf der sie erstellt wurde .
Brady Africk, Forschungsanalyst am American Enterprise Institute, erklärte, die Fälschungen seien an echte Satellitenbilder gebunden. Dadurch fehlten einige typische Hinweise auf KI-generierte Bilder, etwa unstimmiges Gelände oder ein falscher Maßstab . Außerdem überprüften nur wenige Menschen beim schnellen Scrollen oder Teilen, ob ein Bild mit KI erstellt wurde .
Der investigative Reporter Ben Heubl warnte, das Werkzeug könne Bilder von Drohnenangriffen erzeugen, die Szenen aus der Ukraine, Russland, dem Nahen Osten und anderen Konfliktregionen sehr ähnlich sähen . Der KI-Forscher Henry Ajder bezeichnete gefälschte Bilder aus schnell eskalierenden Krisengebieten als potenziell „destabilisierend“. Gerade Orte, die bislang als frei von KI-Manipulationen galten, seien für Journalisten und Menschen in Krisengebieten besonders wichtig .
Welche Schutzmaßnahmen Google eingebaut hatte
Google verwies auf zwei zentrale Sicherheitsvorkehrungen:
Jedes mit der Funktion erzeugte Bild sollte ein digitales SynthID-Wasserzeichen enthalten. Nutzer konnten laut Google mit der Gemini-App oder Google Lens prüfen, ob ein Bild von einer KI erzeugt wurde .
Das Bildmodell verfügte über Inhaltsrichtlinien, die die Erstellung von Darstellungen zu „schädlichen Themen“ verhindern sollten .
Warum diese Schutzmaßnahmen nicht überzeugten
Die Tests zeigten mehrere Schwachstellen:
BBC Verify stellte fest, dass das SynthID-Wasserzeichen zwar meist funktionierte, sich die Prüfungen aber umgehen ließen. In einigen Fällen konnte Gemini sogar dazu gebracht werden, gefälschte Google-Earth-Bilder als echt einzustufen. Auch externe KI-Erkennungstools erkannten die Inhalte nicht zuverlässig .
Schon kleine Änderungen an einem Prompt konnten die Inhaltsfilter umgehen. Eine Bitte um eine „erhöhte Plattform zum Aufhängen von Verrätern“ in der Nähe des Parlaments wurde abgelehnt, eine weniger konkrete Formulierung jedoch akzeptiert .
Ein Wasserzeichen hilft nur, wenn Empfänger es tatsächlich überprüfen. Bilder können heruntergeladen, als Screenshot weiterverbreitet oder auf Plattformen geteilt werden, auf denen das Wasserzeichen entfernt, nicht angezeigt oder schlicht ignoriert wird .
Damit verlagerte Google einen Teil der Verantwortung auf die Nutzer – obwohl viele Betrachter ein Bild beim Teilen gar nicht erst auf seine Herkunft prüfen.
Was der Vorfall für das Vertrauen in Satellitenbilder bedeutet
Der Rückzug war deshalb mehr als ein gewöhnlicher Fehlschlag bei der Einführung eines KI-Produkts. Satellitenbilder gelten seit Jahren als besonders wichtige Belege für journalistische Recherchen, Untersuchungen zu Kriegsverbrechen und humanitäre Analysen. Wenn KI-Fälschungen an reale Karten und Orte gekoppelt werden, wird diese Vertrauensbasis angreifbar.
Bill Greer, Geodatenanalyst und Mitgründer von Common Space, sagte gegenüber BBC Verify, der Vorgang könne das öffentliche Vertrauen besonders stark beschädigen, weil Satellitenbilder traditionell als außergewöhnlich zuverlässige Datenquelle wahrgenommen würden . Gefälschte Satellitenaufnahmen seien bereits zur Verbreitung von Desinformation eingesetzt worden. Wenn Regierungen zugleich den Zugang zu Daten einschränkten, drohten mehr falsche und weniger echte Bilder – mit einer weiteren Erosion des Vertrauens als Folge .
Auch Henry Ajder sah darin einen weiteren Bereich, in dem vertrauenswürdige Informationsquellen durch den ständigen Zweifel beschädigt würden, ob KI im Spiel sei .
Googles Erklärung für den Rückzug
Google erklärte am 31. Juli 2026 in einem auf X veröffentlichten Statement:
„Wir haben gesehen, dass Fachleute aus dem Bereich der Geodaten diese Funktion für verschiedene nützliche Zwecke einsetzen. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass Menschen Screenshots von generierten Bildern teilen, die offenbar gegen unsere Richtlinien verstoßen. Wir wissen, dass die Menschen Google Earth in besonderem Maße als zuverlässige Darstellung der Welt vertrauen. Deshalb ziehen wir diese Funktion in Google Earth zurück, während wir an stärkeren Schutzmaßnahmen arbeiten.“
Google nannte bislang keinen Zeitplan für eine mögliche Rückkehr und legte nicht im Detail dar, wie die angekündigten Schutzmaßnahmen aussehen sollen. Der kurze Testlauf zeigt jedoch bereits jetzt ein grundlegendes Problem: Je näher eine KI-Fälschung an einer vertrauten Quelle für Fakten und Orientierung entsteht, desto schwieriger wird es, ihre scheinbare Glaubwürdigkeit zu erkennen.